60 4.4 Herausforderungen im 21. Jahrhundert liche Zuwanderung aus, bekämpfen den European Green Deal (s. S. 62) und kritisieren die rechtliche Anerkennung vielfältiger Lebensformen, wie gleichgeschlechtlicher Lebenspartnerschaften. Im EU-Parlament haben sie sich in der Fraktion „Patriots for Europe“ zusammengeschlossen. Eine „Renationalisierung“ birgt jedoch unter anderem die Gefahr, dass sich neuerlich regionale Unabhängigkeitsbewegungen bilden (z. B. Basken in Spanien, flämische Separatisten in Belgien) und dass die Wettbewerbsfähigkeit der Mitgliedstaaten eingeschränkt wird. Auch global gesehen ist die Stellung der EU stärker als die der einzelnen Staaten, sodass eine gemeinsame Außen- und Sicherheitspolitik von Vorteil ist (s. S. 29). Die EU reagierte auf die „Renationalisierung“ z. B. mit der Aktion DiscoverEU (s. S. 64). Auf EU-Reisen sollen Jugendliche mehr über die Menschen und Kulturen in der EU erfahren. Linkspopulistische Parteien wie die italienische „Bewegung der fünf Sterne“ üben ebenfalls Kritik an der EU. Sie werfen ihr z. B. fehlende Programme zur Umverteilung des gesellschaftlichen Reichtums vor. Die EU ist im 21. Jh. von 15 auf 27 Mitgliedstaaten gewachsen, neun Staaten sind Beitrittskandidaten. Seit der Gründung der EWG 1957 ist sie von einem wirtschaftlichen Bündnis zu einem weitreichenden und umfassenden Staatenbündnis geworden. Die Verwaltung und der Ausgleich der verschiedenen Interessen und Bedürfnisse nicht nur der Mitgliedstaaten, sondern auch der vielen in Europa agierenden Interessengruppen stellen die EU vor große Herausforderungen. „Euroskeptizismus“ Nach dem chaotisch abgelaufenen „Brexit“ (s. S. 52) werben rechtspopulistische und rechtsextreme Parteien (s. S. 27/M4) nicht mehr für den EU-Austritt, sondern für die „Renationalisierung“. Sie üben Kritik an der EU-Integration, also am engen wirtschaftlichen, politischen und gesellschaftlichen Zusammenschluss der Staaten, und fordern unter dem Schlagwort „Europa der Nationen“, dass die einzelnen Staaten wieder mit mehr Souveränität ausgestattet werden. Außerdem sprechen sie sich gegen jegÖsterreich Portugal Spanien Frankreich Lux. Belgien Zypern Bulgarien Rumänien Moldau Ukraine Lettland Litauen Estland Schweden Dänemark Finnland Montenegro Nordmazedonien Albanien Bosnien u. Herzegowina Ungarn Slowenien Serbien Kosovo Kroatien Georgien Türkei Griechenland Malta Italien Slowakei Tschechien Polen Vereinigtes Königreich (EU-Austritt 2020) Deutschland Niederlande Irland Gründung 1. Jänner 1958 Erweiterung 1. Jänner 1973 Erweiterung 1. Jänner 1981 Erweiterung 1. Jänner 1986 Deutsche Wiedervereinigung (3. Oktober 1990) Erweiterung 1. Jänner 1995 Erweiterung 1. Mai 2004 Erweiterung 1. Jänner 2007 Erweiterung 1. Juli 2013 EU-Austritt 31. Jänner 2020 Beitrittskandidaten Bewerberländer / potenzielle Kandidaten M1: Europa im 21. Jahrhundert Nur zu Prüfzwecken – Eigentum des Verlags öbv
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