71 Bildmanipulation früher Bildmanipulationen können auf unterschiedliche Weise erfolgen, z.B. durch die Auswahl des Bildaufbaus, der Belichtung oder des Ausschnitts. M3: Marcus Brandt: Kühe grasen auf einer Wiese vor dem Kernkraftwerk in Brokdorf. Fotografie, 2011 In der analogen Fotografie war die Aufgabe des Retuscheurs bzw. der Retuscheurin ursprünglich die Beseitigung von Aufnahmefehlern auf den Negativen oder Positiven durch Farbauftrag oder Abschaben. In der digitalen Fotografie kann nun durch eine Bildbearbeitung jeder beliebige Effekt erzielt werden. Mit Aufkommen der sozialen Medien kommt es vermehrt zu Bildmanipulationen durch automatische Filter. Retuscheur Pascal Dangin im Interview (2009) Frage: Lügt heutzutage jedes Foto? Nein. Fotos lügen nie. Aber man muss wissen, dass jedes Bild, das wir in den Medien sehen, manipuliert wurde. Ich kenne keine Ausnahme. Frage: Finden Sie das gut? Weder gut noch schlecht. […] Der Fotograf sucht sich eine Perspektive und ein Motiv, wählt die besten Bilder aus, und schließlich gleiche ich die Farben ab und helfe ihm bei der endgültigen Komposition. Füge ein paar Haare am Arm hinzu oder entferne ein Muttermal auf der Stirn. Ein Bild entsteht durch eine Reihe subjektiver Entscheidungen. M4: Jensen: „Fotos lügen nie“, in: Die Weltwoche, 23.4.2009. KI heute Künstliche Intelligenz (KI) ist ein Teilgebiet der Informatik, das sich mit Mechanismen intelligenten Verhaltens und dem maschinellen Lernen beschäftigt. Meistens wird der Begriff KI für Anwendungen verwendet, die komplexe Aufgaben ausführen, wie Bild-, Sprach- und Mustererkennung. Mit KI-Bildgeneratoren lassen sich realistische Fälschungen herstellen. Aufgrund der immer größeren Schwierigkeit, KI-generierte Bilder bzw. Deepfakes als solche zu erkennen, wird über eine verpflichtende Kennzeichnung diskutiert. Informatiker Philipp Slusallek zu KI-Bildern (2024) Für uns spiegeln Bilder meist die Realität wider. Selbst wenn sich hinterher herausstellt, dass ein Bild eine Fälschung war, bleibt immer etwas im Gedächtnis hängen. M5: Aus: Bischoff: Wie lassen sich KI-generierte Bilder enttarnen? Online auf: www.spektrum.de (20.9.2024). Unterscheidung KI-generierter Bilder von Fotos Vor allem in den Details können KI-Bilder fehlerhaft sein, z. B. Schatten im Gesicht, Spiegelungen in Brillengläsern, nicht einsinkende Reifen auf weichen Böden. Auch eine Recherche in den Nachrichten oder eine Bild-Rückwärtssuche können helfen. Ein Blick auf Landkarten und Straßenansichten kann ebenso Aufschluss darüber geben, ob das Bild dort entstanden sein kann. M6: Phil Holm: Deepfake von Papst Franziskus, 2024 Jetzt bist du dran: 1. Beurteile anhand von M1 und M2 die Stärken und die Schwächen von Bildern als verlässliche Quelle für die Geschichtswissenschaft. 2. Vergleiche die Wirkung des gesamten Bildes M3 mit dem in Rot umrahmten Bildausschnitt. 3. Nimm anhand von M4 Stellung, wo die Grenzen zwischen Manipulation und Bildaufbesserung (z.B. Farbabgleich, Helligkeit) bei der Bildbearbeitung liegen. 4. Diskutiere anhand von M5 und M6 die Gefahren von Bildern im Vergleich zu Texten. Nur zu Prüfzwecken – Eigentum des Verlags öbv
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