Begegnungen mit der Natur 4, Schulbuch

Grundlagen der Vererbung Eizelle und Spermium haben je 23 Chromosomen In den Zellkernen von Eizellen und Spermien findet man je 23 unterschiedliche Chromosomen. Jeweils ein Chromosom der Eizelle passt jedoch zu einem bestimmten Chromosom des Spermiums und umgekehrt. Eine Ausnahme bildet das Chromosom, das für die Geschlechtsbestimmung zuständig ist. In Eizellen kommt nur das mit X bezeichnete größere Geschlechtschromosom vor, Spermien hingegen sind entweder mit einem X- oder mit dem kleineren Y-Geschlechtschromosom ausgestattet. Die befruchtete Eizelle enthält 2-mal 23 Chromosomen Bei der Befruchtung verschmelzen die Zellkerne von Eizelle und Spermium miteinander. Dabei entsteht eine neue Zelle mit 23 x 2 Chromosomen. Diese erste Zelle eines neuen Lebewesens nennt man Zygote. 23 Chromosomen stammen von der Mutter (aus der Eizelle), die anderen 23 vom Vater (aus dem Spermium). Man hat also Erbanlagen sowohl vom Vater als auch von der Mutter, was erklärt, warum Kinder oft Ähnlichkeiten mit Mutter und Vater aufweisen. Aus der Zygote entwickelt sich ein kompletter Organismus Die Zygote beginnt sich auf ihrem Weg zur Einnistung in die Gebärmutterschleimhaut zu teilen. Die daraus entstehenden Zellen haben identisches Erbmaterial. Die Zellteilungen wiederholen sich im Laufe der Schwangerschaft bis schließlich ein kompletter Organismus entsteht – viele Milliarden Körperzellen, die alle mit demselben Erbmaterial ausgestattet sind (in allen Zellen befinden sich sozusagen dieselben „Baupläne“). Eine Muskelzelle besitzt also dieselben Erbanlagen wie eine Nerven- oder eine Hautzelle. Wieso sehen dann aber Haut-, Muskel- oder Nervenzellen unterschiedlich aus und haben auch andere Funktionen? Der Grund ist, dass in den einzelnen Zellen ganz speziell nur jene Gene („Baupläne“) gelesen werden, die die Zelle benötigt, um ihre Aufgabe im Körper erfüllen zu können. Das bedeutet, dass in einer Muskelzelle zum Teil andere Gene zum Einsatz kommen als zB in einer Nervenzelle. Ein Gen kommt in zwei oder mehreren Varianten vor Gene bestimmen Merkmale, zum Beispiel die Augenfarbe. Das Gen für Augenfarbe gibt es in verschiedenen Varianten – zum Beispiel für braune, blaue oder grüne Augen. Welche Augenfarbe ein Mensch hat, hängt davon ab, welche Gen-Varianten er von den Eltern geerbt hat: Hat eine Person zweimal die gleiche Variante, zum Beispiel zweimal „grün“, spricht man von Reinerbigkeit – die Person hat dann grüne Augen. Hat sie zwei unterschiedliche Varianten, zum Beispiel „braun“ und „blau“, nennt man das Mischerbigkeit. Da das Gen für braune Augen dominant ist, hat die Person braune Augen. Das Gen für grüne Augen ist dominant gegenüber dem für blaue Augen – eine Person mit der Kombination „grün/blau” hat demnach grüne Augen. 2 Verschiedene Zelltypen obwohl alle mit demselben Erbmaterial ausgestattet sind (Schema) Rote Blutkörperchen Weißes Blutkörperchen Eizelle Fettzelle Hautzelle Muskelzellen Spermium 3 Vererbung des Geschlechts XX (Mädchen) XY (Bub) Zygote zygon (griech.) = Verbindung Das Gen für die Blutgruppe gibt es in drei Varianten: A, B und 0. A und B sind dominant gegenüber 0. Die Varianten A und B sind codominant. Treffen sie aufeinander, so hat die betroffene Person die Blutgruppe AB. Ein Mann weist in seinem Erbgut zweimal das Allel für die Blutgruppe 0 auf, eine Frau hat die Blutgruppe AB. Ermittle die mögliche(n) Blutgruppe(n) ihrer Kinder. Bedenke, dass jeder Elternteil nur eine Variante weitergibt. Du bist dran! 109 Nur zu Prüfzwecken – Eigentum des Verlags öbv

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