Begegnungen mit der Natur 4, Schulbuch

Die Sexualität des Menschen Hormonelle Verhütungsmittel müssen ärztlich verordnet werden Die Hormonspirale ( S.120 Abb. 11) hat an Stelle des Kupferdrahtes einen Hormonzylinder, der stetig ein progesteronähnliches Hormon abgibt. Es wirkt vor allem in der Gebärmutter, wo es dafür sorgt, dass sich der Schleim im Gebärmutterhals verdickt, sodass Spermien kaum noch durchkommen. Außerdem wird die Gebärmutterschleimhaut so verändert, dass sich eine befruchtete Eizelle nicht einnisten kann. Manchmal verhindert das Hormon zusätzlich, dass ein Ei heranreift oder der Follikelsprung stattfindet – das passiert aber nicht in jedem Zyklus. Weitere hormonelle Verhütungsmittel sind das Hormonstäbchen, das Hormonpflaster, der Nuva-Ring, die Dreimonatsspritze und die Anti-Baby-Pille. Die „Pille danach“, ein hochdosiertes Hormonpräparat, ist kein regelmäßiges Verhütungsmittel! Sie wird nur im Notfall eingenommen – zum Beispiel, wenn beim Sex die Verhütung nicht funktioniert hat (zB das Kondom gerissen ist). Sie kann den Follikelsprung verschieben und dadurch verhindern, dass eine Eizelle befruchtet wird. Damit sie wirken kann, darf der Follikelsprung im Zyklus aber noch nicht stattgefunden haben. Es ist wichtig, die „Pille danach“ so schnell wie möglich nach dem Geschlechtsverkehr einzunehmen – am besten innerhalb von 24 Stunden. Die hormonellen Verhütungsmittel sowie die Kupferspirale schützen nicht vor sexuell übertragbaren Krankheiten, bieten aber eine sehr hohe Sicherheit gegen eine Schwangerschaft. Verantwortung und Vertrauen beruhen auf Gegenseitigkeit Verhütung bedeutet, bewusst zu entscheiden, ob und wann man ein Kind bekommen möchte. Sie schützt aber nicht nur vor einer ungewollten Schwangerschaft, sondern – mit Kondom – auch vor sexuell übertragbaren Krankheiten. Verhütung braucht Vertrauen und Offenheit Die Verantwortung für die Verhütung trägt nicht nur eine Person. Beide sollten offen darüber sprechen, welche Verhütungsmethode geeignet ist, wer sich darum kümmert und was zu tun ist, wenn ein Kondom reißt, die Einnahme der Pille vergessen wurde oder die Verhütung aus einem anderen Grund nicht sicher war. Sexuelle Handlungen dürfen nur stattfinden, wenn beide freiwillig zustimmen. Niemand darf dazu gedrängt werden. Vertrauen, gegenseitiger Respekt und die Achtung persönlicher Grenzen sind daher auch bei der Verhütung wesentlich. Wer unsicher ist oder sich noch nicht bereit fühlt, sollte das offen ansprechen. Hormonstäbchen wird unter die Haut, meist am Oberarm eingesetzt Hormonpflaster wird auf die Haut geklebt Nuva-Ring biegsamer Kunststoffring, der in die Scheide eingesetzt wurde und dort Hormone abgibt Dreimonatsspritze Hormon wird in den Gesäß- oder Oberarmmuskel gespritzt Anti-Baby-Pille enthält Hormone, die den Follikelsprung unterdrücken; muss täglich zur gleichen Zeit eingenommen werden, damit sie sicher wirkt 12 Das Hormonstäbchen wird vom Arzt eingepflanzt. 13 Die Anti-Baby-Pille war das erste hormonelle Schwangerschaftsverhütungsmittel. Stell dir vor, du bist in einer Beziehung und willst mit deinem Partner/deiner Partnerin über Verhütung sprechen. Diskutiert in Kleingruppen: Welche Fragen würdet ihr euch gegenseitig stellen? Wie würdet ihr sicherstellen, dass beide sich wohlfühlen und Verantwortung übernehmen? Warum ist es wichtig, dass Unsicherheiten und Gefühle ehrlich ausgesprochen werden? Macht Vorschläge, wie gemeinsam eine passende Verhütungsmethode gefunden werden kann. Du bist dran! 121 Nur zu Prüfzwecken – Eigentum des Verlags öbv

RkJQdWJsaXNoZXIy MjU2NDQ5MQ==