Begegnungen mit der Natur 4, Schulbuch

Genetik und Sexualität Identität und Orientierung Die Geschlechtsidentität ist das innere Empfinden, welchem Geschlecht sich ein Mensch zugehörig fühlt. Sie muss nicht mit dem Geschlecht übereinstimmen, das einer Person bei der Geburt aufgrund ihrer körperlichen Merkmale zugeordnet wurde. Geschlechtsidentität kann unterschiedlich sein Bei cisgeschlechtlichen Menschen stimmen die Geschlechtsidentität und die Zuordnung bei der Geburt überein. Bei trans Personen unterscheiden sie sich. So kann eine bei der Geburt als Mädchen eingeordnete Person sich als Junge oder Mann fühlen – oder umgekehrt eine bei der Geburt als Junge eingeordnete Person als Mädchen oder Frau. Nicht-binäre Personen ordnen sich nicht ausschließlich als männlich oder weiblich ein. Ihre Geschlechtsidentität liegt außerhalb dieser eindeutigen Zweiteilung. Manche fühlen sich mehreren Geschlechtern zugehörig, andere keinem Geschlecht. Bei genderfluiden Personen kann sich das Empfinden der eigenen Geschlechtszugehörigkeit im Laufe der Zeit verändern. Eine Person kann sich zu verschiedenen Zeiten beispielsweise eher männlich, eher weiblich oder keinem dieser Geschlechter zugehörig fühlen. Geschlechtsidentität ist nicht an Kleidung, Frisur, Hobbys oder bestimmte Verhaltensweisen gebunden. Ein Bub kann sich beispielsweise für Schminken interessieren, ohne deshalb ein Mädchen zu sein. Ein Mädchen kann Fußball spielen oder kurze Haare tragen, ohne dass dies etwas über ihre Geschlechtsidentität aussagt. Manche trans Personen möchten ihren Namen, ihre Kleidung oder ihr äußeres Erscheinungsbild verändern. Einige nehmen auch medizinische Unterstützung in Anspruch, etwa eine Hormonbehandlung. Andere möchten ihren Körper nicht verändern. Welche Schritte jemand wählt, ist eine persönliche Entscheidung. Die sexuelle Orientierung betrifft Anziehung Die sexuelle Orientierung bezieht sich darauf, zu welchen Geschlechtern sich ein Mensch romantisch oder sexuell hingezogen fühlt. Heterosexuelle Menschen fühlen sich vor allem zu Personen eines anderen Geschlechts hingezogen. Homosexuelle Menschen fühlen sich vor allem zu Personen des eigenen Geschlechts hingezogen. Homosexuelle Frauen werden auch als lesbisch, homosexuelle Männer als schwul bezeichnet. Bisexuelle Menschen können sich zu Personen mehrerer Geschlechter hingezogen fühlen. Bei pansexuellen Menschen steht das Geschlecht einer Person bei der Anziehung nicht im Vordergrund. Asexuelle Menschen empfinden keine oder kaum sexuelle Anziehung. Manche wünschen sich dennoch Nähe, Verliebtsein oder eine Partnerschaft. Sexuelle und romantische Anziehung müssen daher nicht immer gemeinsam auftreten. cisgeschlechtlich cis (lat.) = diesseits trans Personen trans (lat.) = jenseits nicht-binäre Personen bınarius (lat.) = aus zwei bestehend genderfluide Personen genus (lat.) = Geschlecht, fluidus (lat.) = fließend, flüssig heterosexuell héteros (griech.) = anders, verschieden homosexuell homós (lat.) = gleich, derselbe bisexuell bi (lat.) = zwei pansexuell pan (griech.) = alles, ganz asexuell a- (lat.) = nicht, ohne, kein 14 Homosexuelle Männer werden umgangssprachlich als „schwul“ bezeichnet. 15 Homosexuelle Frauen werden umgangssprachlich als „lesbisch“ bezeichnet. 122 Nur zu Prüfzwecken – Eigentum des Verlags öbv

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