Begegnungen mit der Natur 4, Schulbuch

Landwirtschaft als Ökosystem Intensivierung und ihre Folgen Bis Mitte des 20. Jahrhunderts war die Landwirtschaft in Österreich überwiegend kleinstrukturiert. Es gab viele Betriebe mit relativ wenig Fläche. Die Felder waren meist klein und durch Hecken, Feldraine oder Obstbäume voneinander getrennt. Auf benachbarten Flächen wurden unterschiedliche Kulturpflanzen angebaut. Viele Betriebe waren Mischbetriebe mit weitgehend geschlossener Kreislaufwirtschaft: Ackerbau und Tierhaltung waren miteinander verbunden. Die pflanzliche Biomasse diente Menschen und Tieren als Nahrung, der Stallmist wurde als Dünger auf die Felder ausgebracht. Allerdings waren diese Kreisläufe nicht vollkommen geschlossen. Produkte wie Getreide, Milch oder Fleisch wurden verkauft, wodurch Stoffe aus dem betrieblichen Kreislauf herausgelangten. Gleichzeitig wurden auch Futtermittel oder Saatgut zugekauft. Da chemische Pflanzenschutzmittel kaum eingesetzt wurden und das Saatgut weniger stark gereinigt war, wuchsen auf den Äckern neben den Kulturpflanzen zahlreiche Ackerbegleitpflanzen (Beikräuter), wie Kornblume, Klatschmohn oder Kamille. Hecken und Feldraine boten vielen Tierarten Lebensraum. Die Erträge waren geringer als heute und stärker vom Wetter abhängig, da technische Möglichkeiten wie Bewässerung, Mineraldüngung oder moderner Pflanzenschutz noch fehlten. Technischer Fortschritt verändert die Landwirtschaft Mit der Zunahme der Weltbevölkerung musste auch die Landwirtschaft mehr Nahrung produzieren. Neue Maschinen wie Traktoren und Mähdrescher ersetzten viele Arbeitskräfte. Gleichzeitig wurde Mineraldünger in großen Mengen hergestellt und es kamen chemische Pflanzenschutzmittel gegen unerwünschte Pflanzen und Tiere zum Einsatz. So konnte man viel mehr ernten als früher. Die intensive Landwirtschaft wurde in vielen Ländern zur üblichen Methode. Flurbereinigung verändert die Landschaft Mit der zunehmenden Mechanisierung wurden größere Maschinen eingesetzt. Um sie effizient zu nutzen, legten viele Betriebe kleinere, verstreute Felder zusammen. Hecken, Feldraine, Gräben und einzelne Obstbäume wurden entfernt, um größere Ackerflächen zu schaffen. Dieser Prozess wird Flurbereinigung genannt. Größere Felder vereinfachten die Arbeit und steigerten die Erträge. 6 Kornblumen (blau), Klatschmohn (rot) und Margeriten (weiß) 7 Weizenfeld mit Kornblumen und Klatschmohn 8 Kleinstrukturierte Landschaft intensive Landwirtschaft bedeutet, dass viel in Technik, Dünger und andere Hilfsmittel investiert wird, damit man pro Fläche möglichst hohe Erträge erzielt. 9 Flurbereinigte Landschaft 40 Nur zu Prüfzwecken – Eigentum des Verlags öbv

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