Begegnungen mit der Natur 4, Schulbuch

Landwirtschaft als Ökosystem Mineraldüngung hat positive und negative Auswirkungen Mit der Intensivierung der Landwirtschaft sollte auf gleicher Fläche mehr Ertrag erzielt werden. Eine zentrale Rolle spielte dabei der Einsatz von Mineraldünger. Mineraldünger wirkt rasch, da seine Mineralstoffe leicht löslich sind und von Pflanzen über die Wurzeln aufgenommen werden können. Sie liefern wichtige Elemente wie Stickstoff, Phosphor oder Kalium in einer für Pflanzen verfügbaren Form. Die Pflanzen wachsen schneller und bilden mehr Biomasse. So ermöglicht Mineraldünger hohe und stabile Erträge, besonders auf Böden mit geringem Gehalt an Nährstoffen. Der Dünger wirkt jedoch nicht nur auf Kulturpflanzen, sondern auch auf Ackerbegleitpflanzen. Schnell wachsende Arten, die viele Mineralstoffe benötigen, können sich stärker ausbreiten, während Arten wie Kornblume, Klatschmohn oder Kamille seltener werden. Die Kornblume etwa war früher ein häufiger Begleiter von Getreidefeldern; durch intensive Düngung und den damit verbundenen Konkurrenzdruck mineralstoffliebender Pflanzen gilt sie in vielen Regionen Mitteleuropas heute als gefährdet. Dadurch verringert sich auch das Nahrungsangebot für Insekten, da solche Ackerbegleitpflanzen wichtige Nektar- und Pollenquellen darstellen. Problematisch wird es, wenn mehr gedüngt wird, als Pflanzen aufnehmen können. Überschüssige gelöste Mineralstoffe, besonders Nitrate, werden mit Regen aus dem Boden ausgewaschen und gelangen ins Grundwasser oder in Gewässer. Dort fördern sie starkes Algenwachstum. Beim Abbau der Algen wird viel Sauerstoff verbraucht, wodurch Fische und andere Wasserorganismen geschädigt werden können. Gelangen Nitrate ins Trinkwasser, kann das gesundheitliche Folgen haben. Im Körper kann Nitrat zu Nitrit werden, das den Sauerstofftransport im Blut beeinträchtigt. Deshalb gelten für Trinkwasser strenge Nitrat-Grenzwerte. Auch das Klima wird beeinflusst: Die Herstellung von Stickstoffdüngern ist energieintensiv. Außerdem kann im Boden aus Stickstoffdünger Lachgas entstehen, ein stark wirksames Treibhausgas. 13 Mineraldünger 14 Weichweizenähren; Stickstoffdüngung kann zur Bildung von mehr Körnern pro Ähre führen. 15 Brennnesseln verdrängen Arten auf mineralstoffreichen Böden. 16 Überdüngung führt zu Algenwachstum. Mineralstoffe Mineralsalze oder Nährsalze, die von Pflanzen in Wasser gelöst aus dem Boden aufgenommen werden. Erkläre anhand des Comics, warum es nicht sinnvoll ist, einfach mehr Phosphordünger zu verwenden, wenn Stickstoff fehlt. Tipp: Im Vorjahr hast du das Gesetz des Minimums kennengelernt. Du bist dran! 42 Nur zu Prüfzwecken – Eigentum des Verlags öbv

RkJQdWJsaXNoZXIy MjU2NDQ5MQ==