Begegnungen mit der Natur 4, Schulbuch

Landwirtschaft im Wandel Chemischer Pflanzenschutz birgt Risiken für die Umwelt Kulturpflanzen können durch Insekten, Pilze oder Viren geschädigt werden. Zusätzlich konkurrieren Ackerbegleitpflanzen mit ihnen um Licht, Wasser und Mineralstoffe. Solche Einflüsse können das Wachstum beeinträchtigen und Erträge verringern. Pflanzenschutzmittel (Pestizide) sollen diese Verluste begrenzen. Je nach Wirkungsweise unterscheidet man Insektizide, Fungizide und Herbizide. Durch ihren gezielten Einsatz können Landwirtinnen und Landwirte Erträge sichern und finanzielle Verluste vermeiden. Pflanzenschutzmittel wirken aber nicht ausschließlich auf die Zielorganismen. Auch andere Pflanzen und Tiere können betroffen sein. Werden etwa die Ackerbegleitpflanzen stark reduziert, verringert sich das Nahrungsangebot für Insekten. Geht in der Folge die Zahl der Insekten zurück, betrifft das auch Tiere, die sich von ihnen ernähren. Veränderungen auf einer Ebene der Nahrungskette wirken sich somit auf weitere Ebenen aus. Ein weiterer Aspekt betrifft die Weitergabe von Wirkstoffen innerhalb von Nahrungsketten. Nehmen Insekten Pflanzenschutzmittel auf, gelangen diese Wirkstoffe in Tiere, die sich von ihnen ernähren, etwa Vögel. Da manche Stoffe im Körper nur langsam abgebaut werden, können sie sich entlang der Nahrungskette anreichern. Dadurch können auch Tiere geschädigt werden, die gar nicht Ziel des Pflanzenschutzeinsatzes waren. Besonders empfindlich reagieren Bestäuber wie Bienen. Werden blühende Pflanzen mit bestimmten Insektiziden behandelt, können Wirkstoffe über Nektar oder Pollen aufgenommen werden. Dies kann Orientierung, Fortpflanzung oder Überlebensfähigkeit beeinträchtigen. Da viele Kulturpflanzen auf Bestäubung angewiesen sind, kann der Rückgang von Bestäubern auch die landwirtschaftliche Produktion beeinflussen. Der wiederholte Einsatz eines Pflanzenschutzmittels kann noch eine weitere Folge haben. Er kann dazu führen, dass Schadorganismen gegenüber dem Wirkstoff widerstandsfähig werden. Man spricht dann von einer Resistenz. Um Umwelt- und Gesundheitsrisiken zu begrenzen, unterliegen chemische Pflanzenschutzmittel in der EU strengen Zulassungsverfahren. Interpretiere Abb. 17 und finde eine Erklärung für die Anreicherung von Insektiziden entlang der Nahrungskette. Du bist dran! 17 Anreicherung von Insektiziden entlang der Nahrungskette (Schema; die Größenverhältnisse entsprechen nicht der Wirklichkeit) Landwirtschaft in Österreich Monoku Die Flurb werden g Pflanzen Für die L sehen ei muss au und auf Durch de Boden a weiterhin fahr der Monokul überreich mehren. Kartoffe Das Prob heiten au nen Men Während hundert te des 17 dern wur relativ ge auf den Über 200 wurde, d Begünst genannt ausbreite war eine zierte. Vo halb Mill Insektiz Um solch chemisch bequem Mittel be ( S. 41 Schädlin ( Abb. Pestizide Nahrung symptom besonde 94 Monokulturen: große Flächen zum Einsatz großer Geräte 95 Kartoffeln mit Kartoffelfäule 96 Giftanreicherung in Nahrungsketten (rote Punkte zeigen den Grad der Vergiftung) Fuchs Mäusebussard Maulwurf Engerling Feldgrille Feldspitzmaus 72 Pestizide bekämpfen Schadorganismen; pestis (lat.) = Schädling, Plage, caedere (lat.) = töten Insektizide bekämpfen Schadinsekten Fungizide bekämpfen Pilze oder ihre Sporen; fungi (lat.) = Pilze Herbizide bekämpfen Ackerbegleitpflanzen; herba (lat.) = Kraut, Gras Resistenz resistentia (lat.) = Widerstand Resistenzbildung – ein Beispiel für Evolution In Populationen gibt es natürliche Unterschiede zwischen einzelnen Individuen. Manche besitzen Eigenschaften, die ihnen unter bestimmten Bedingungen einen Vorteil verschaffen. Werden beispielsweise Pflanzenschutzmittel eingesetzt, überleben manchmal einzelne Organismen zufällig, weil sie weniger empfindlich gegenüber dem Wirkstoff sind. Diese überlebenden Individuen vermehren sich und geben ihre Eigenschaften an ihre Nachkommen weiter. Mit der Zeit nimmt der Anteil widerstandsfähiger Organismen in der Population zu. Der Wirkstoff wird dadurch immer weniger wirksam. Die Entstehung solcher Resistenzen ist ein Beispiel für Evolution: Durch Selektion verändern sich Populationen im Laufe der Zeit. Kenn ich das? 43 Nur zu Prüfzwecken – Eigentum des Verlags öbv

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