Begegnungen mit der Natur 4, Schulbuch

Landwirtschaft als Ökosystem Weiden schaffen vielfältige Lebensbedingungen Neben der Mahd ist die Beweidung eine wichtige Form der Nutzung von Grünland. Dabei fressen Nutztiere wie Rinder, Schafe oder Ziegen die Pflanzen direkt auf der Fläche. Beweidung wirkt auf Pflanzen und Boden anders als Mahd. Beim Mähen wird eine Fläche in einem Arbeitsgang relativ gleichmäßig geschnitten. Beim Weiden dagegen wählen Tiere aus: Manche Pflanzenarten werden häufiger gefressen als andere, vor allem, wenn sie gut erreichbar sind. Dadurch entstehen unterschiedlich hohe Vegetationsbereiche. Manche Stellen sind kurz abgefressen, andere bleiben höher bewachsen. Zusätzlich beeinflusst der Tritt der Tiere den Boden. Bereiche, die häufig betreten werden, etwa an Tränken, Wegen oder Ruheplätzen, werden stärker verdichtet, während der Boden an anderen Stellen lockerer bleibt. Auch Kot und Harn werden nicht gleichmäßig verteilt. Dadurch entstehen kleinräumig Bereiche mit höherem und geringerem Mineralstoffangebot. Wenn nicht zu viele Tiere auf einer Weide sind und die Fläche nicht zu lange beweidet wird, kann die Strukturvielfalt der Fläche, also die kleinräumigen Unterschiede in Vegetation und Boden, zunehmen. Unterschiedlich hohe Vegetation, offene Bodenstellen und verschiedene Mineralstoffverhältnisse schaffen Lebensbedingungen für unterschiedliche Pflanzen- und Tierarten. Von diesen kleinräumigen Unterschieden können verschiedene Tierarten profitieren. Insekten nutzen zum Beispiel offene Bodenstellen oder blütenreiche Bereiche. Einige Wildbienenarten etwa nisten im Boden und sind daher auf offene Bodenstellen angewiesen, während Schmetterlinge, Hummeln und Schwebfliegen blütenreiche Bereiche als Nahrungsquelle nutzen. Bodenlebende Tiere wie Laufkäfer, Spinnen oder Asseln finden je nach Vegetationshöhe unterschiedliche Feuchte- und Temperaturverhältnisse vor. Vögel wie Bachstelzen oder Stare finden auf unterschiedlich stark abgeweideten Flächen bessere Bedingungen zur Nahrungssuche. Auf kurzrasigen Stellen können sie Beutetiere leichter erkennen, während höher bewachsene Bereiche Deckung bieten. Die Weidetierart beeinflusst die Vegetation Je nach Weidetierart kann sich die Beweidung unterschiedlich auf die Vegetation auswirken. Schafe und Ziegen fressen nicht nur krautige Pflanzen, sondern auch Blätter und junge Triebe von Sträuchern. Dadurch können sie dazu beitragen, das Zuwachsen von Flächen zu verlangsamen oder zu verhindern. So bleiben offene Bereiche erhalten, die für viele Arten von Bedeutung sind. 27 Die Zweifarbige Sandbiene nistet im Boden. 28 Hainschwebfliegen sind Blütenbesucher. 29 Bachstelze mit Beute 30 Auch der Star ist auf Weiden zu finden. Mahd Vorgang des Mähens Strukturen schaffen Lebensbedingungen Beweidung verändert die Struktur des Grünlands. Es entstehen zum Beispiel unterschiedlich hohe Vegetation, offene Bodenstellen und Bereiche mit unterschiedlich stark verdichtetem Boden. Diese Strukturen beeinflussen die Lebensbedingungen auf der Weide. Dadurch können verschiedene Pflanzen- und Tierarten unterschiedliche Bereiche nutzen. Wird eine Weide zu intensiv genutzt, können wichtige Funktionen des Grünlands (zB Lebensraumfunktion und Bodenschutz) beeinträchtigt werden. Kenn ich das? 48 Nur zu Prüfzwecken – Eigentum des Verlags öbv

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