Landwirtschaft im Wandel Intensive Beweidung hat negative ökologische Auswirkungen In Österreich ist die Nutzung landwirtschaftlicher Flächen gesetzlich geregelt. Dazu gehören auch Vorgaben zum Gewässerschutz, etwa zur Ausbringung von Düngemitteln und zu Abständen zu Gewässern. Trotzdem kann eine Weide ökologisch zu intensiv genutzt werden, wenn Pflanzen und Boden sich nicht ausreichend erholen können. Man spricht dann von Überweidung. Wird eine Weide zu stark genutzt, kann die Vegetation geschädigt werden. Pflanzen werden immer wieder zu stark abgefressen und können sich nicht ausreichend erholen. Dadurch setzen sich häufig nur wenige tritt- oder fraßtolerante Arten durch. Viele andere Arten verschwinden, und die Artenvielfalt nimmt ab. Zusätzlich wird durch starken Tritt der Boden verdichtet. Wasser kann dann schlechter versickern, wodurch Pflanzenwurzeln im Wachstum beeinträchtigt werden. Besonders empfindlich sind nasse Böden und steile Hänge. Dort können Trittbelastung und Erosion schneller zu Schäden führen. Wird die Vegetation zu stark reduziert, liegt der Boden teilweise offen. Er kann dadurch leichter durch Wind oder Regen abgetragen werden. Durch viele Tiere auf kleiner Fläche fallen außerdem große Mengen an Kot und Harn an. Das kann lokal zu hohen Mineralstoffeinträgen führen und die Zusammensetzung der Pflanzenarten verändern. Wird die Vegetation dauerhaft geschädigt, nimmt langfristig auch die Ertragsfähigkeit der Weide ab. Die Fläche liefert dann weniger hochwertiges Futter. Standortgerechte Nutzung schützt Grünland Je nach Boden, Feuchtigkeit, Hanglage und Pflanzenbestand kann Grünland durch Mahd, Beweidung oder eine Kombination aus beidem genutzt werden. So lässt sich die Nutzung besser an die Fläche anpassen und Schäden an Boden und Vegetation können vermieden werden. 31 Schafe fressen auch Blätter und junge Triebe von Sträuchern. 32 Ziegen auf der Weide 1. Markiere alle Aussagen, die zu einer angepassten Beweidung passen. a) Auf einer Weide werden möglichst viele Tiere gehalten, damit die Fläche schnell abgefressen wird. b) Die Zahl der Tiere wird an die Größe und Belastbarkeit der Fläche angepasst. c) Weidepausen geben den Pflanzen Zeit zur Regeneration. d) Bei sehr nassem Boden sollte die Weide besonders intensiv genutzt werden. e) Empfindliche Flächen werden schonend genutzt. f) Beweidung und Mahd können je nach Fläche sinnvoll kombiniert werden. g) Tiere bleiben möglichst lange ohne Unterbrechung auf derselben Weidefläche. h) Starke Trittbelastung bei nassen Bedingungen wird vermieden. i) Die Nutzung richtet sich nach Boden, Feuchtigkeit und Vegetation der Fläche. j) Ziel einer angepassten Beweidung ist es, Futtergewinnung mit dem Schutz von Boden und Biodiversität zu verbinden. 2. Verbessere die falschen Aussagen so, dass sie fachlich richtig sind. 3. Diskutiere Vor- und Nachteile intensiver Beweidung für Boden, Pflanzenvielfalt und Ertragsfähigkeit von Grünland. Leite daraus eine Empfehlung für eine nachhaltige Nutzung der Weide ab. Du bist dran! 49 Nur zu Prüfzwecken – Eigentum des Verlags öbv
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