Begegnungen mit der Natur 4, Schulbuch

Landwirtschaft als Ökosystem EU-Regeln verbesserten Tierhaltung und Umweltschutz Mit dem Beitritt Österreichs in die EU wurden verbindliche Mindeststandards für die Tierhaltung eingeführt, zum Beispiel Mindestgrößen für Ställe sowie strengere Vorschriften für Tiertransporte und Schlachtungen. Seitdem wurden diese Regeln mehrfach weiterentwickelt, um das Wohl der Tiere noch besser zu schützen und mehr Einheitlichkeit innerhalb der EU zu schaffen. Gleichzeitig begann man, besonders tierfreundliche Haltungsformen zu fördern – etwa durch Prämien für Auslauf im Freien, Weidehaltung oder biologische Tierhaltung ( S. 56). Neben dem Tierschutz wurden auch Umweltfragen immer wichtiger. Dazu gehören der Schutz des Grundwassers vor Nitratbelastung, der Umgang mit Wirtschaftsdünger (Mist, Jauche, Gülle) und die Verringerung von Emissionen aus der Landwirtschaft. Damit wurde deutlicher, dass Tierhaltung nicht nur eine Frage der Lebensmittelproduktion ist, sondern auch des Umwelt- und Klimaschutzes. Die Tierhaltung veränderte sich wirtschaftlich Seit dem EU-Beitritt mussten viele Bauernhöfe stärker mit Betrieben aus anderen EU-Ländern konkurrieren. Deshalb versuchten viele, günstiger zu produzieren. Für kleinere Höfe war das oft schwierig. Viele konnten nicht mithalten und gaben die Tierhaltung auf. Andere Betriebe wuchsen dagegen und hielten mehr Tiere. Heute werden viele Nutztiere in weniger, aber größeren Betrieben gehalten. Aus ökologischer Sicht ist bei großen wie kleinen Betrieben entscheidend, dass die Zahl der Tiere zur verfügbaren Fläche passt. Fällt mehr Wirtschaftsdünger an, als auf den betriebseigenen Flächen umweltverträglich genutzt werden kann, muss er an andere Betriebe abgegeben oder anders (zB in Biogasanlagen  S.72) verwertet werden. Sonst steigt das Risiko einer Boden- und Gewässerbelastung. Tierschutz ist gesetzlich geregelt Neben den Veränderungen in der Betriebsstruktur gewann in der Bevölkerung auch das Thema Tierschutz zunehmend an Bedeutung. Viele Menschen achten beim Einkaufen darauf, wie Tiere gehalten wurden, und bevorzugen Produkte aus der Region und/oder aus biologischer Landwirtschaft. Das österreichische Tierschutzgesetz soll verhindern, dass von Menschen gehaltene Tiere Schmerzen, Leiden oder Stress erfahren. Für Nutztiere gibt es zusätzliche Vorschriften (Verordnungen), die unter anderem Platzangebot, Stallgestaltung, Fütterung und Betreuung regeln. Das Gesetz legt Mindeststandards fest. In der Nutztierhaltung geht es aber auch um die Verantwortung des Menschen für das Wohl der Tiere. Ein respektvoller und rücksichtsvoller Umgang mit Tieren ist wichtig für ein ethisch vertretbares Zusammenleben. Das bedeutet, dass Menschen fair und verantwortungsvoll mit Tieren umgehen. Tierschutz und Tierethik hängen daher zusammen, sind aber nicht dasselbe. 38 Verpflichtende Lebensmittelkennzeichnungen informieren u.a. über Haltungsform und Herkunftsland. Bei Hühnereiern bedeutet 0 Biohaltung, AT steht für Österreich. 39 Schweine sind soziale Herdentiere, die Körperkontakt in Gruppen pflegen und zum Schutz vor Hitze und Parasiten auf das Suhlen im Schlamm angewiesen sind. Emissionen aus der Landwirtschaft In der Tierhaltung und beim Düngen entstehen Treibhausgase (zB Methan bei Rindern) sowie Ammoniak aus Mist und Gülle. Treibhausgase tragen zum Klimawandel bei. Ammoniak gelangt auf Böden und Pflanzen und erhöht den Stickstoffeintrag. Dadurch breiten sich stickstoffliebende Pflanzen aus, verdrängen andere Arten und die Biodiversität kann abnehmen. 1. Nenne drei Veränderungen in der Nutztierhaltung seit dem EU-Beitritt Österreichs. 2. „Größere Betriebe sind aus ökologischer Sicht grundsätzlich schlechter als kleine Betriebe.“ Nimm Stellung zu der Aussage und begründe sie. Du bist dran! 52 Nur zu Prüfzwecken – Eigentum des Verlags öbv

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