Landwirtschaft als Ökosystem Die Bereitstellung von Kraftfutter ist energieintensiv Zur ökologischen Bewertung der Nutztierhaltung gehört auch der Energieaufwand der Produktion tierischer Lebensmittel. Energie wird unter anderem für die Erzeugung, die Verarbeitung und den Transport von Futtermitteln benötigt – besonders dann, wenn viel Kraftfutter eingesetzt wird. Kraftfutter ist besonders energiereiches Futter für Nutztiere, zum Beispiel Soja und Getreide wie Mais, Weizen oder Gerste. Solches Futter wird vor allem eingesetzt, wenn Tiere schnell wachsen oder hohe Leistungen erbringen sollen, zum Beispiel in der Mast oder bei Milchkühen mit hoher Milchleistung. Für die Bereitstellung von Kraftfutter sind mehrere Arbeitsschritte nötig, die Energie benötigen. Das Futter muss erzeugt (angebaut und geerntet), oft getrocknet oder verarbeitet, gelagert und zum Betrieb transportiert werden. Wird Kraftfutter zugekauft, kommt der Transport zum Hof dazu. Je nach Herkunft kann dieser Weg kurz oder sehr lang sein. Deshalb ist aus ökologischer Sicht wichtig, wie viel Kraftfutter verwendet wird, aus welcher Region es stammt und wie stark es verarbeitet ist. Tiere als Nahrungsmittelkonkurrenten? Zur ökologischen Bewertung gehört außerdem die Frage, wie effizient Futter, Fläche und Energie für die Herstellung tierischer Lebensmittel genutzt werden. Damit stellt sich auch die Frage, in welchem Ausmaß Nutztiere mit dem Menschen um pflanzliche Nahrung konkurrieren. Während in vielen Regionen der Welt Hunger herrscht, werden große Mengen an Getreide an Tiere verfüttert, um daraus vergleichsweise geringe Mengen Fleisch zu erzeugen. Die Umwandlung von Getreide in tierische Lebensmittel ist nicht besonders effizient. Werden pflanzliche Lebensmittel direkt gegessen, kann der menschliche Körper die enthaltene Energie fast vollständig nutzen. Werden die Pflanzen aber zuerst an Tiere verfüttert und danach das Fleisch, die Milch oder die Eier konsumiert, geht unterwegs viel nutzbare Energie verloren. Während 1,25 kg Getreide etwa 1 kg Mehl liefern, muss ein Rind 7 bis 10 kg Getreide fressen, um 1 kg Fleisch zu liefern. 41 Um 1 kg Rindfleisch zu erzeugen, müssen die Tiere 7 bis 10 kg Getreide fressen, bei Schweinen sind es 3 bis 6 kg, bei Hühnern 2 bis 3 kg pro Kilogramm Fleisch. Für einen Liter Milch braucht man 1 bis 1,5 kg, für ein Ei 150–200 g Getreide 1 kg Rindfleisch 1 kg Schweinefleisch 1 kg Geflügel 1 l Milch 1 Ei 0,15–0,2 kg 1–1,5 kg 2–3 kg 3–63–k6gkg 7–10 kg Kraftfutter Futter, das auf kleiner Menge viel Energie liefert Energie wird in Nahrungsketten weitergegeben Fast alle Energie, die Leben auf der Erde ermöglicht, stammt von der Sonne. Pflanzen (Produzenten) speichern einen kleinen Teil des Sonnenlichts als chemische Energie in ihrer Biomasse. Wird diese Biomasse von einem Konsumenten 1. Ordnung gefressen, wird die darin gespeicherte chemische Energie in andere Energieformen umgewandelt – zum Beispiel in Bewegungsenergie (bei Aktivität), in chemische Energie für den Aufbau von Körpermasse oder für Stoffwechselprozesse. Jede dieser Energieumwandlungen endet schließlich als Wärme. Diese Wärme wird an die Umgebung abgegeben. Nur etwa 10 % der aufgenommenen Energie bleiben in der Biomasse gespeichert, die jetzt dem Konsumenten 2. Ordnung zur Verfügung steht. In ihm bleiben davon auch nur wieder etwa 10 % gespeichert. Mit jeder weiteren Stufe einer Nahrungskette nimmt somit die nutzbare Energie ab. Anders als Stoffe bildet Energie somit keinen Kreislauf – sie fließt durch das System und wird letztlich als Wärme ins Weltall abgegeben. Kenn ich das? 42 Die meiste Energie wird als Wärme abgestrahlt. Sonnenenergie Produzenten Konsument, 1. Ordnung Konsument, 2. Ordnung Destruenten 100% Energie Wärme 10% Energie Wärme Wärme 1% Energie Wärme 54 Nur zu Prüfzwecken – Eigentum des Verlags öbv
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