Landwirtschaft im Wandel Konventionelle Landwirtschaft Zu über 70 % wird die Landwirtschaft in Österreich konventionell betrieben. Diese Form der Landwirtschaft ist darauf ausgerichtet, mit möglichst geringem Aufwand (Zeit, Arbeit, Fläche, Energie, Kosten) gute bis hohe Erträge zu erzielen. Typisch für die konventionelle Landwirtschaft sind eine intensive Bewirtschaftung sowie der Einsatz moderner Maschinen und technischer Hilfsmittel (Traktoren, Sämaschinen, Mähdrescher, Spritzgeräte, Düngerstreuer und Bewässerungsanlagen). Häufig werden mineralische Dünger und chemische Pflanzenschutzmittel verwendet. Im Pflanzenbau werden oft nur wenige Kulturen angebaut (zB nur Getreide oder nur Mais), auf manchen Flächen entstehen dabei Monokulturen. In der Tierhaltung sind viele Betriebe auf Bereiche wie Milchviehhaltung, Schweinemast oder Geflügelhaltung spezialisiert. Wie intensiv ein Betrieb wirtschaftet, ist jedoch unterschiedlich. Die konventionelle Landwirtschaft kann große Mengen an Lebensmitteln erzeugen. Gleichzeitig kann sie Auswirkungen auf Umwelt und Klima haben. Dazu zählen unter anderem Nitratbelastung des Grundwassers durch Überdüngung, Biodiversitätsverlust durch Monokulturen und Pflanzenschutzmittel, Bodenverdichtung durch schwere Maschinen sowie Treibhausgasemissionen (zB durch Düngung, Tierhaltung und Maschinenbetrieb). Fruchtfolgen und Brachen schützen den Boden Viele konventionelle Betriebe verfolgen nicht nur wirtschaftliche Ziele, sondern setzen auch Maßnahmen zum Umwelt- und Bodenschutz um. Denn Boden und Wasser sind die wichtigsten natürlichen Grundlagen der Landwirtschaft. Eine wichtige Maßnahme dafür ist der Fruchtwechsel: Auf einem Feld werden nicht jedes Jahr dieselben Pflanzen angebaut, sondern die Kulturen wechseln. Dadurch wird der Boden weniger einseitig beansprucht, weil unterschiedliche Pflanzen dem Boden unterschiedliche Mineralstoffe entziehen. Eine vielfältige Fruchtfolge ist daher ökologisch günstiger als eine Monokultur. Ergänzend dazu bauen viele Betriebe zwischen zwei Hauptkulturen Zwischenfrüchte zur Bodenverbesserung an. Sie werden häufig nicht geerntet, sondern als Bodenbedeckung belassen, gemulcht oder als sogenannte Gründüngung in den Boden eingearbeitet. Dadurch kann der Humusaufbau gefördert und die Bodenstruktur verbessert werden. In manchen Betrieben werden Flächen zeitweise auch als Brache geführt. Das bedeutet, dass eine Fläche für eine gewisse Zeit nicht genutzt wird. In dieser Zeit kann sich der Boden teilweise erholen, und spezialisierte Schadorganismen können sich oft weniger stark vermehren. 43 Gesund aussehen heißt nicht immer gesund: Bei Überdüngung können Rückstände wie Nitrat im Gemüse bleiben. 44 Fruchtwechsel (Schema) 6. Jahr 1. Jahr Zuckerrüben Brache 2. Jahr 3. Jahr 4. Jahr Zuckerrüben Winterweizen Winterweizen 5. Jahr Kartoffeln Zwischenfrüchte Nutzpflanzen, die zwischen zwei Hauptkulturen angebaut werden. Häufig werden dazu Schmetterlingsblütler wie Klee verwendet, weil sie den Boden mit Stickstoff anreichern. 1. Erstelle eine Tabelle mit den Vor- und Nachteilen der konventionellen Landwirtschaft. 2. Interpretiere Abb. 44 und kläre über die Vorteile des Fruchtwechsels gegenüber der Monokultur auf. Du bist dran! 55 Nur zu Prüfzwecken – Eigentum des Verlags öbv
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