Landwirtschaft als Ökosystem Biologische Landwirtschaft Die EU hat das Ziel festgelegt, dass bis zum Jahr 2030 25 % der landwirtschaftlichen Fläche in der EU biologisch bewirtschaftet werden sollen. Österreich weist derzeit mit 27,7% den höchsten Bio-Anteil an der bewirtschafteten Fläche in der EU auf (Stand 2024). Biolandwirtschaft ist umweltverträglich, tiergerecht und nachhaltig Die Biolandwirtschaft verfolgt das Ziel, Lebensmittel umweltverträglich, tiergerecht und nachhaltig zu erzeugen. Im Mittelpunkt steht eine langfristige Bewirtschaftung, bei der Boden, Klima, Pflanzen, Tiere und Menschen möglichst gut zusammenwirken. Ein wichtiges Prinzip ist das Wirtschaften in natürlichen Kreisläufen. So liefern zum Beispiel Rinder Mist, der als Dünger für den Boden dient. Auf diesem Boden wachsen Futterpflanzen, die wiederum die Tiere ernähren. Solche Kreisläufe tragen dazu bei, Boden, Pflanzen und Tiere langfristig gesund zu erhalten. Biolandwirtschaft setzt auf natürlichen Dünger und Pflanzenschutz Biolandwirtschaft verzichtet auf Mineraldünger und chemische Pflanzenschutzmittel. Stattdessen werden natürliche Dünger wie Mist oder Kompost eingesetzt. Zum Schutz der Pflanzen werden ua. Fruchtwechsel, Mischkulturen und natürliche Pflanzenschutzmethoden genutzt. Stickstoffbindende Pflanzen wie Klee oder Luzerne tragen zur Bodenfruchtbarkeit bei. Sie können die Fruchtfolge sinnvoll ergänzen. Auch eine schonende Bodenbearbeitung kann dazu beitragen, Bodenlebewesen zu schützen und die Bodenstruktur zu erhalten. Biolandwirtschaft fördert die biologische Vielfalt Die Biolandwirtschaft fördert außerdem die biologische Vielfalt. Blühstreifen, Hecken oder Obstbäume bieten Lebensräume für Bienen, Schmetterlinge, Vögel und andere Tiere. Dadurch wird die Landschaft vielfältiger, und natürliche Feinde von Schadorganismen finden Nahrung und Schutz. In der Biolandwirtschaft steht das Tierwohl im Vordergrund In der Bio-Tierhaltung gelten strengere Vorgaben als in der konventionellen Tierhaltung. Die Tiere müssen mehr Platz im Stall haben und regelmäßig Zugang zu Auslauf im Freien erhalten. Bei vielen Tierarten bedeutet das zusätzlich Weidegang auf bewachsenen Flächen. Auch bei der Fütterung gibt es klare Regeln: Die Tiere erhalten Bio-Futter, das möglichst aus dem eigenen Betrieb oder aus der Region stammen soll. Dadurch soll der Betrieb stärker in Kreisläufen wirtschaften. Bestimmte Eingriffe an Tieren sind nur eingeschränkt oder gar nicht erlaubt. So sind zum Beispiel das routinemäßige Kupieren von Schwänzen bei Schweinen oder das Kürzen von Schnäbeln bei Hühnern verboten. Solche Eingriffe dürfen nicht einfach zur Anpassung an ungeeignete Haltungsbedingungen durchgeführt werden. Auch die Zucht ist anders ausgerichtet: Im Biolandbau steht nicht die maximale Leistung (zB besonders schnelles Wachstum oder höchste Milchleistung) im Vordergrund, sondern robuste, gesunde Tiere, die unter den jeweiligen Haltungsbedingungen gesund bleiben und sich gut entwickeln können. 45 Mischkultur nachhaltig Ressourcen (Boden, Wasser, Wälder, …) werden so genutzt, dass sie auch für zukünftige Generationen erhalten bleiben. Mischkulturen Auf einer Fläche werden zeitgleich verschiedene Pflanzenarten angebaut. Vorteile sind u.a. die vielfältigere Nutzung des Bodens, die Förderung der biologischen Vielfalt und die erschwerte Ausbreitung von Schadorganismen. natürliche Pflanzenschutzmethoden natürliche Feinde von Schadorganismen fördern (zB Marienkäfer gegen Blattläuse), Schutznetze gegen Fraß, Schadorganismen absammeln, Mischkulturen uvam. schonende Bodenbearbeitung bedeutet, dass der Boden möglichst wenig gestört wird, damit Bodenstruktur, Humus und Bodenlebewesen besser erhalten bleiben. Kupieren von Schwänzen Durch Enge und Stress kommt es bei Schweinen zu Verhaltensstörungen wie Schwanzbeißen; in der konventionellen Landwirtschaft dürfen die Schwänze der Tiere entfernt werden, wenn der Eingriff unerlässlich ist. Kürzen von Schnäbeln Besonders auf engem Raum oder bei falscher Fütterung picken Hühner einander Federn aus. Um dies zu verhindern, aber auch um Verletzungen zu vermeiden, werden die Schnabelspitzen entfernt. 56 Nur zu Prüfzwecken – Eigentum des Verlags öbv
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