Begegnungen mit der Natur 4, Schulbuch

Siedlungsökologie Müllvermeidung, -trennung und Recycling Täglich entstehen große Mengen an Abfall, zum Beispiel Verpackungen, Essensreste, alte Kleidungsstücke, kaputte Elektrogeräte, Papier und Glas. Besonders in Städten fällt viel Müll an. Eine saubere Umgebung erhöht die Lebensqualität und schützt die Umwelt. Abfall entsteht jedoch nicht erst bei der Entsorgung. Für jedes Produkt werden Rohstoffe, Wasser und Energie benötigt. Bei der Gewinnung der Rohstoffe, bei der Herstellung, beim Verpacken und beim Transport entstehen Emissionen, die Umwelt und Klima belasten. Heute wird versucht, mehr Stoffe im Kreislauf zu halten. Die Kreislaufwirtschaft verfolgt das Ziel, Produkte und Materialien möglichst lange zu nutzen. Sie sollen nach dem Gebrauch nicht sofort weggeworfen, sondern repariert, weiterverwendet oder recycelt werden. So bleiben sie möglichst lange im Kreislauf. Aus ökologischer Sicht gibt es dabei eine klare Reihenfolge: Am besten ist es, Abfall von vornherein zu vermeiden. Was nicht vermeidbar ist, sollte möglichst wiederverwendet oder recycelt werden. Erst zuletzt wird Abfall entsorgt. Problem: Wegwerfgesellschaft Die Umsetzung der Kreislaufwirtschaft schreitet nur langsam voran. Ein Grund dafür ist die Wegwerfgesellschaft. Viele Dinge werden nur kurz genutzt und dann ersetzt, obwohl sie noch funktionieren oder repariert werden könnten. Das betrifft Kleidung, Möbel, Spielwaren, Elektrogeräte und viele Alltagsgegenstände. Häufig werden Produkte billig hergestellt, halten nicht lange oder lassen sich nur schwer reparieren. Dadurch wächst die Menge an Restmüll, Verpackungsmüll und Elektroschrott. Das hohe Müllaufkommen hängt auch mit dem Konsumverhalten zusammen. Zum einen entsteht mehr Abfall, wenn Menschen mehr kaufen, als sie wirklich brauchen. Zum anderen sind Einwegprodukte besonders problematisch. Einwegflaschen, Coffee-to-go-Becher oder Einweggeschirr werden nur kurz benutzt, bleiben als Abfall aber deutlich länger erhalten. Hinzu kommt der Onlinehandel. Bestellte Waren werden oft mehrfach verpackt, damit sie beim Transport nicht beschädigt werden. Dazu kommen Füllmaterial, Kartons und Kunststofffolien. Werden Produkte zurückgeschickt, entsteht noch mehr Verpackungsmüll. Manche Rücksendungen werden aus wirtschaftlichen Gründen gar nicht mehr weiterverkauft, sondern entsorgt – das gilt besonders für Fast-Fashion-Kleidung und Elektroartikel. 28 Kreislaufwirtschaft (Schema): Aus Rohstoffen werden Produkte hergestellt, die genutzt, möglichst wiederverwendet oder recycelt werden, damit Materialien im Kreislauf bleiben. Ressourcen Abfall Kreislaufwirtschaft Recycling Herstellung Konsum und Verbrauch 29 In der Atacama-Wüste in Chile türmen sich illegal entsorgte Kleiderberge aus der Fast-Fashion-Industrie. Fast-Fashion-Kleidung ist ein Geschäftsmodell, das darauf abzielt, dass Kleidung schnell und billig produziert und nur kurz getragen wird. Die Produktion verbraucht große Mengen Wasser, etwa für den Baumwollanbau, das Färben und Waschen von Textilien, und belastet das Klima, weil Produktion, Transport und chemische Behandlung der Kleidung viele Treibhausgase erzeugen. Ein Teil der Kleidung landet schon nach kurzer Tragezeit im Müll – zB in Ländern wie Chile, wo große Mengen Textilabfälle aller Welt entsorgt werden. 30 Zurückgeschickte Onlinebestellungen werden zum Teil direkt entsorgt. 31 Die Menge an Elektroschrott nimmt immer mehr zu. 80 Nur zu Prüfzwecken – Eigentum des Verlags öbv

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