Das Immunsystem Die unspezifische Abwehr Die Haut bildet eine Barriere gegen Krankheitserreger und Fremdstoffe. Schleimhäute, zB in der Nase und den Atemwegen, produzieren Schleim, an dem Krankheitserreger und Fremdstoffe wie Staub oder Pollen hängen bleiben. Flimmerhärchen transportieren diesen Schleim in Richtung Rachen, wo er geschluckt oder abgehustet wird. Im Magen vernichtet die Magensäure viele Keime. Dringen dennoch Krankheitserreger in den Körper ein, geben betroffene Zellen Signalstoffe ab, die Fresszellen anlocken. Das sind weiße Blutkörperchen, die Eindringlinge aufspüren, umschließen und verdauen. Entzündungen helfen, Infektionen zu bekämpfen Beim Eindringen weniger Bakterien, zum Beispiel durch Einatmen oder bei kleinen Verletzungen wie einem kleinen Kratzer, reicht die Reaktion der Fresszellen oft aus, um das Problem zu lösen. Sind es aber viele Erreger, die sich noch dazu schnell vermehren, brauchen die Fresszellen Unterstützung. Die betroffenen Zellen setzen vermehrt Signalstoffe frei, zusätzlich geben auch die Fresszellen selbst Signalstoffe ab. An der betroffenen Stelle kommt es dadurch zu einer Entzündungsreaktion: Die Blutgefäße erweitern sich. Infolgedessen wird die Durchblutung verstärkt und es gelangen mehr Fresszellen an den Infektionsort, die bei der Bekämpfung der Erreger helfen. Die Signalstoffe bewirken auch, dass die Kapillarwände durchlässiger werden. Dadurch können die Abwehrzellen mit Blutplasma leichter ins infizierte Gewebe übertreten, die betroffene Stelle schwillt an. Durch den Druck, der dabei auf das umliegende Gewebe entsteht, werden Schmerzpunkte gereizt, es kommt zu Entzündungsschmerz. Bei starken bakteriellen Infektionen kann sich auch Eiter bilden. Sobald die Erreger bekämpft sind, klingt die Entzündungsreaktion wieder ab. Fresszellen bestimmte weiße Blutkörperchen, die im Blut kreisen und auch ins Gewebe wandern. Sie sind etwa 21 Mikrometer (0,02 Millimeter) groß. Entzündungsschmerz ist eines der fünf klassischen Entzündungszeichen. Die weiteren sind Schwellung, Rötung, Überwärmung und Funktionseinschränkung im betroffenen Organ. Eiter besteht aus abgestorbenen Fresszellen, abgetöteten Krankheitserregern und Zelltrümmern von zerstörtem Gewebe. Er kann bei äußeren Entzündungen (zB Pickel) und bei inneren Entzündungen (zB Entzündung des Wurmfortsatzes) entstehen. Manchmal wird er vom Körper abgekapselt – es bildet sich eine mit Eiter gefüllte Höhle, ein sogenannter Abszess. 1 Stark vereinfachtes Schema einer Entzündungsreaktion am Beispiel eines eingedrungenen Holzspans resszelle an Bakterien Signalstoffe Fresszelle Holzspan Blutgefäß rote Blutkörperchen Fresszelle Fresszellen zellen eile des lasmas en in das be ein Bakterien Fresszelle Holzspan Blutgefäß rote Blutkörperchen Fresszelle Bakterien Signalstoffe Fresszelle Holzspan Blutgefäß rote Blutkörperchen Fresszelle Fresszellen Kapillarwand wird durchlässig Fresszellen und Teile des Blutplasmas dringen in das Gewebe ein Bakterien Fresszelle Holzspan Blutgefäß rote Blutkörperchen Fresszelle Bakterien Signalstoffe Fresszelle Holzspan Blutgefäß rote Blutkörperchen Fresszelle Fresszellen Kapillarwand wird durchlässig Fresszellen und Teile des Blutplasmas dringen in das Gewebe ein A Mit einem Holzspan dringen Bakterien in eine Wunde ein. Geschädigte Zellen geben Signalstoffe ab. C Fresszellen bauen Bakterien ab. Bei starken Infektionen bildet sich Eiter, der ebenfalls allmählich abgebaut wird. Die Wundheilung beginnt. B Signalstoffe verstärken die Durchblutung. Fresszellen und Blutplasma gelangen ins Gewebe. Die betroffene Stelle schwillt an. 89 Nur zu Prüfzwecken – Eigentum des Verlags öbv
RkJQdWJsaXNoZXIy MjU2NDQ5MQ==