Begegnungen mit der Natur 4, Schulbuch

Organsysteme des Menschen Die spezifische Abwehr In manchen Fällen werden die Fresszellen bei der unspezifischen Abwehr nicht mit den Erregern fertig. Dann wird die spezifische Abwehr aktiv. Die spezifische Abwehr erkennt ganz bestimmte Krankheitserreger Die Fresszellen präsentieren Strukturen der abgebauten Krankheitserreger, die sogenannten Antigene, an ihrer Oberfläche. Das Immunsystem erkennt diese Antigene als fremd. Damit wird eine Immunabwehr aktiv, die gezielt diesen Erreger bekämpft ( Abb. 3). T-Helferzellen sind eine weitere Gruppe von weißen Blutkörperchen. Jede T-Helferzelle passt genau zu einem bestimmten Antigen – wie ein Schlüssel zu einem Schloss (Schlüssel-Schloss-Prinzip). Die Form der T-Helferzelle bestimmt, welches Antigen sie erkennen und an welches sie andocken kann. Im Körper gibt es viele Millionen verschiedene T-Helferzellen, die jeweils zu einem bestimmten Antigen passen. Präsentiert eine Fresszelle ein Antigen, dockt nur die passende T-Helferzelle daran an. Sie wird dadurch aktiviert und beginnt sich zu vermehren. So entstehen viele T-Helferzellen derselben Art. B-Zellen bilden Plasmazellen und Gedächtniszellen Die T-Helferzellen senden Signalstoffe aus, die eine andere Art weißer Blutkörperchen aktivieren – die B-Zellen. Aus diesen bilden sich Plasmazellen und Gedächtniszellen ( Abb. 3). Die Plasmazellen sind weiße Blutkörperchen, die Antikörper herstellen, um Krankheitserreger zu bekämpfen. Diese heften sich nach dem Schlüssel-Schloss-Prinzip an die Antigene der Erreger. Die so markierten Erreger werden von Fresszellen aufgenommen und verdaut. Antikörper, die im Überschuss produziert wurden, bleiben lange Zeit im Körper erhalten, auch wenn die Krankheitserreger bereits verschwunden sind. Bei erneuter Infektion mit denselben Erregern binden diese Antikörper sofort die Eindringlinge an sich. Gedächtniszellen sind ebenfalls weiße Blutkörperchen. Sie „merken“ sich Krankheitserreger und können bei einer erneuten Infektion sehr schnell die Bildung passender Antikörper anregen. Durch noch vorhandene Antikörper und ihre schnelle Neubildung können die Krankheitserreger sofort bekämpft werden. Dadurch wird man bei einer erneuten Infektion mit demselben Erreger meist nicht krank. Der Körper ist dann gegen diesen Erreger immun. Immunität bedeutet, dass der Körper Erreger wiedererkennt Immun bedeutet, gegen bestimmte Krankheitserreger unempfindlich zu sein. Bei vielen Krankheitserregern führt bereits die erste Infektion zu einer lebenslangen Immunität. Deshalb erkrankt man an Krankheiten wie Masern, Mumps oder Röteln meist nur einmal im Leben. Da bei jeder Erstinfektion passende Antikörper und Gedächtniszellen gebildet werden, wächst im Laufe des Lebens die Zahl der unterschiedlichen Antikörper und Gedächtniszellen. Dadurch wird der Körper gegen immer mehr Krankheitserreger immun. 2 Antigene und Antikörper verbinden sich nach dem Schlüssel-Schloss-Prinzip. Krankheitserreger Antigene Antikörper Antigen-Antikörper-Verbindung Im Schlüssel-Schloss-Prinzip zeigt sich, wie eng Form und Aufgabe miteinander verbunden sind Viele biologische Vorgänge funktionieren nach dem Schlüssel-­ Schloss-Prinzip: Nur Moleküle oder Zellen mit der passenden Form können miteinander reagieren. Dieses Prinzip ist bereits von den Antikörpern gegen verschiedene Blutgruppen bekannt. Auch bei der spezifischen Immunabwehr erkennen T-Helferzellen nur Antigene, deren Form genau zu ihnen passt. Kenn ich das? Antigene sind bestimmte Moleküle oder Molekülabschnitte von Erregern, die das Immunsystem als fremd erkennt. Das Immunsystem kann darauf eine Abwehrreaktion einleiten. Antikörper sind Proteine. Sie werden auch als Immunglobuline bezeichnet. Ihre Produktion nimmt einige Zeit in Anspruch. Die Bildung von Antikörpern zur Bekämpfung von Grippeviren dauert beispielsweise etwa zwei Wochen. 90 Nur zu Prüfzwecken – Eigentum des Verlags öbv

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