Zeitbilder 2, Schulbuch

124 Die Spanier erobern und beherrschen die Neue Welt M1 Die Kupferstiche von Theodor de Bry zeigen Ureinwohner bei der Zwangsarbeit im Bergbau (links) und ihre Rache an den spanischen Eroberern (rechts). (aus: Hispaniola, Illustration zu: Girolamo Benzoni: „Von der Spanier Wüten“, Frankfurt, 1594) Bedeutet entdecken auch besitzen? Spanische Herrschaft Christliche Entdecker und Eroberer fühlten sich der Urbevölkerung überlegen und betrachteten das Land als Besitz und die Bevölkerung als Untertanen. Dass dieses Land den dort lebenden Menschen gehörte, war für sie nicht von Bedeutung. Auf die spanischen Seefahrer folgten geldgierige Abenteurer und grausame Eroberer. So kam ein großer Teil Mittel- und Südamerikas binnen weniger Jahrzehnte unter spanische Herrschaft. Die Azteken in Mexiko Drei Stadtstaaten in Mexiko schlossen sich im 14. Jh. zusammen. Mit 200 000 Einwohnerinnen und Einwohnern war Tenochtitlan der mächtigste. Der Sage nach befahl Sonnen- und Kriegsgott Huitzilopochtli den Azteken, ihre Hauptstadt dort zu gründen, wo sie einen Adler sahen, der auf einer Kaktusfeige saß und eine Schlange fraß. Im Aztekenreich lebten über fünf Millionen Menschen. Goldschmiede und Krieger waren bei ihnen sehr angesehen. Sie kämpften in Kriegsbemalung mit Federschmuck und lautem Kriegsgeschrei. Die Azteken verehrten viele Gottheiten (Polytheismus). Für Huitzilopochtli errichteten sie eine Tempelpyramide in Tenochtitlan. Die Azteken brachten ihren Gottheiten Menschenopfer dar. Zur Religion gehörte auch ein Ballspiel: Die Spieler warfen einen Ball (= Sonne) auf ein Ziel oder durch einen Steinring. Die Azteken sprachen Nahuatl, das in einer moderneren Form bis heute gesprochen wird. M2 Artikel 1 der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte in modernem Nahuatl und in Deutsch Q kipiaj manoj kuali tlakatisej, nochi san se totlatechpouiltilis uan titlatepanitalojkej, yeka moneki kuali ma timouikakaj, ma timoiknelikaj, ma timotlasojtlakaj uan ma timotlepanitakaj. Alle Menschen sind frei und gleich an Würde und Rechten geboren. Sie sind mit Vernunft und Gewissen begabt und sollen einander im Geiste der Brüderlichkeit begegnen. (Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte) M3 Aus dem Bordtagebuch des Kolumbus Q Sonntag, 14. Oktober 1492: Sollten Eure Hoheiten den Befehl erteilen, alle Inselbewohner nach Kastilien* zu schaffen oder aber sie auf ihrer eigenen Insel als Sklaven zu halten, so wäre dieser Befehl leicht durchzuführen, da man mit einigen fünfzig Mann alle anderen niederhalten könnte. Dienstag, 6. November (auf Kuba): Ich bin überzeugt, erlauchteste Fürsten, dass all diese Leute gute Christen würden, sobald fromme und gläubige Männer ihre Sprache beherrschen werden. Deshalb hoffe ich zu Gott, dass Eure Hoheiten sich baldigst dazu verstehen werden, derartige Männer hierher zu senden, um so große Völker zu bekehren und dem Schoß der Kirche einverleiben zu können, nicht anders wie jene Völker vernichtet worden sind, die sich nicht zur Dreieinigkeit von Vater, Sohn und Heiligem Geist bekennen wollten. (nach: C. Kolumbus: Das Bordbuch: Leben und Fahrten des Entdeckers der Neuen Welt 1492, 2013) Nur zu Prüfzwecken – Eigentum des Verlags öbv

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