Zeitbilder 2, Schulbuch

Anwendungsbereich 6: Begegnungen zwischen dem Eigenen und dem Fremden in der Frühen Neuzeit 127 Ausbeutung und Ausrottung der Urbevölkerung Spanische Herrschaft Vizekönige regierten nun im Azteken- und im Inkareich. Priester kamen, um die Indios zum katholischen Glauben zu bekehren. Spanische Händler, Bauern und Abenteurer wollten in der „Neuen Welt“ ihr Glück finden. Sie teilten sich das Land auf, versklavten die einheimische Bevölkerung und beuteten sie als Arbeitskräfte in der Landwirtschaft und in den neuen Bergwerken aus. Viele Indios überlebten diese Sklavenarbeit nicht. Krankheiten Sehr viele Menschen, in manchen Gebieten bis zu 75 % der Bevölkerung, starben an den aus Europa eingeschleppten Krankheiten (Pocken, Masern, Grippe), gegen die die Ureinwohnerinnen und Ureinwohner keine Abwehrkräfte hatten. So kam es, dass in vielen Gebieten Amerikas die ursprüngliche Bevölkerung ausstarb. M12 Statue des Francisco Pizarro (Charles Cary Rumsey (1879–1922), Plaza Mayor, Trujillo, Spanien) ca. 1300 n. Chr. 1865 n. Chr. Der Handel mit Sklavinnen und Sklaven Menschen aus Afrika nach Amerika Der Bischof von Mexiko, Bartolomé de las Casas*, setzte sich für die Ureinwohner und Ureinwohnerinnen ein. Er hatte die Idee, Menschen aus Afrika als Sklavinnen und Sklaven nach Amerika zu bringen. Er hielt sie für stärker und ausdauernder als die Indios. Sie sollten die ursprüngliche Bevölkerung als Arbeitskräfte ersetzen. Sklavenhändler verschleppten in den folgenden 300 Jahren etwa 20 bis 30 Millionen Menschen aus Afrika nach Amerika. Erst vor ungefähr 160 Jahren verbot ein Zusatzartikel zur US-Verfassung die Sklaverei. Aber die Nachkommen der ehemaligen Sklavinnen und Sklaven in den USA kämpfen noch heute um die vollständige Gleichberechtigung mit der weißen Bevölkerung. M11 Kaum Feiern zum 500. Todestag von Kolumbus in Lateinamerika Q Obwohl er den Boden des amerikanischen Festlandes auf seiner vierten Reise 1502 nur im heutigen Honduras, Costa Rica und Panama streifte, machen vor allem die Indios in den lateinamerikanischen Ländern Kolumbus als Auslöser für die Übel verantwortlich, die ihnen in den vergangenen 500 Jahren widerfahren sind. Die Indios in Ecuador etwa lehnen dieses Jahr erstmals eine Feier zu Ehren von Kolumbus ab. „Auf den Gräbern unserer Toten werden wir nicht tanzen“, erklärte jüngst der Verband der Indios von Ecuador. Der 12. Oktober, der Tag der Entdeckung, war noch vor wenigen Jahren ein Feiertag in allen Ländern Lateinamerikas. Heute ist er in vielen Staaten abgeschafft. Die Indios in Panama begehen ihn als „Tag der Trauer“. In Venezuela benannte ihn der Präsident um in „Tag des indigenen Widerstands“. Dort brachten im Jahre 2002 Studenten das Denkmal des europäischen Entdeckers zu Fall. „Das war ein symbolisches Urteil gegen Kolumbus“, kommentierte er diese Tat. Es gebe im Übrigen keinen Grund, Kolumbus zu feiern: „Dieser Mann hat eine Invasion angeführt und einen der größten Völkermorde der Geschichte begangen.“ (nach: ORF News vom 10.10.2006) 1 Fasse mithilfe eines Atlas die spanischen Eroberungen in Amerika zusammen. (HMK II) 2 Schildere und beurteile die Behandlung der Ureinwohnerinnen und Ureinwohner anhand der Beschreibung von Bischof Las Casas (M9). (HMK III) 3 Beschreibe die auf dem Kupferstich M10 dargestellten Personen und ihre Handlungen. Erläutere deine Meinung dazu. Interpretiere, welche Wirkung der Künstler mit dieser Szene erzielen will. Vergleiche die Darstellung mit den beiden Kupferstichen M1 auf S.124. (HMK III) 4 Nimm Stellung zur Mitschuld des Kolumbus an den Taten des Cortez und des Pizarro. (PUK III) 5 Analysiere die Statuen M8 und M12. Vergleiche die beiden Statuen. Beurteile, ob die Künstler die Sicht der Eroberer oder der Eroberten darstellen. (HMK III) 6 Erläutere mithilfe von M11, warum in Lateinamerika der 12. Oktober oft kein Feiertag mehr ist. (HMK II) 7 Untersuche mithilfe des Schulbuchtextes auf S.126, wodurch die spanischen Eroberer den Indios militärisch überlegen waren. (HMK II) Nur zu Prüfzwecken – Eigentum des Verlags öbv

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