Zeitbilder 2, Schulbuch

Anwendungsbereich 1: Lebensweltliche Erfahrungen im Umgang mit Geschichte und Vergangenheit 15 Ackerbau statt Sammeln In der Jungsteinzeit wurden die Menschen allmählich sesshaft. Sie bauten Häuser und legten Dörfer an. Auf Äckern ernteten sie Getreide. Weil sie ihre Nahrung selbst produzierten, mussten sie nicht mehr Glück bei der Jagd haben oder Essbares sammeln. Diese so genannte neolithische (= jungsteinzeitliche) Revolution war ein großer Entwicklungsschritt in der Menschheitsgeschichte. Nicht in allen Gebieten wurden die Menschen zur gleichen Zeit sesshaft: In Nordeuropa gab es große Waldgebiete, in denen die Menschen sich mit Jagd und Sammeln gut versorgen konnten. Sie blieben daher bei dieser Lebensweise. Getreide Im Nahen Osten gab es riesige Felder mit wild wachsenden Getreidegräsern (Weizen, Gerste). Durch die reichliche Nahrung wurden dort einige Menschengruppen schon vor etwa 12 000 Jahren sesshaft. Aus behelfsmäßigen Lagern entstand bald eine Ansammlung von Hütten. Vorratswirtschaft Die Menschen sammelten mehr, als sie aßen, und legten Vorräte an. Dabei bemerkten sie, dass bei den Vorratsgruben das Getreide besonders reichlich wuchs. So verstanden sie, dass Pflanzen aus Körnern wuchsen, legten Samen beiseite und säten sie wieder aus. Da sie dafür die Körner der besten Pflanzen auswählten, wurden im Laufe der Zeit die Körner größer und zahlreicher an jeder Ähre. Nun konnten sich auch größere sesshafte Menschengruppen ernähren. Die Vorteile der neuen Lebensweise Berechnungen ergaben, dass etwa 650 km2 Land notwendig waren, um die Ernährung von 25 jagenden und sammelnden Menschen zu sichern. Für eine Gemeinschaft von 150 sesshaften Menschen reichten hingegen 15 km2 aus. Für kleine Kinder und alte Menschen waren die Wanderungen der Menschen in der Altsteinzeit beschwerlich und gefährlich. Nun konnten die Alten im Dorf auf die Kleinen aufpassen, während deren Eltern auf den Feldern arbeiteten oder auf die Jagd gingen. M3 Die Entwicklung des Pferdes Urpferd Mesohippus Merychippus Plioshippus Pferd heute Stockmaß ca. 30 cm ca. 50 cm ca. 80 cm ca. 120 cm ca. 150 cm M4 Die Entwicklung des Weizens: Veränderungen der Form als Folge des Ackerbaus: Wildweizen – Zuchtweizen – heutiger Weizen (Zeichnung) 1 Erkläre anhand der Weltkarte M2: (HOK II) Wie hat sich der Homo sapiens über die Kontinente verbreitet? Wo hat sein Weg begonnen? Welche Kontinente hat er zuletzt erreicht? 2 Nimm mithilfe der Karte M2 zur Aussage „Afrika ist die Wiege der Menschheit“ Stellung. (HFK III) 3 Erläutere mit dem Stammbaum M1, weshalb die übliche Aussage: „Der Mensch stammt vom Affen ab.“ nicht korrekt ist. (HFK II) 4 Beschreibe die Entwicklung des Pferdes vom Urpferd bis zum heutigen Pferd (M3). Benenne die Veränderungen vom Wildweizen zum heutigen Weizen (M4). Zähle Gemeinsamkeiten auf. (HMK II) 5 Zeige diese Schulbuchseite deiner Mathematiklehrerin oder deinem Mathematiklehrer. Berechnet gemeinsam, wie viele km2 notwendig gewesen wären, um 150 Menschen durch Jagen und Sammeln zu ernähren. (HSK I) 6 Erkläre, weshalb Katzen und Menschen im Nahen Osten bereits vor ca. 11 000 Jahren zusammenlebten. (Tipp: Überlege, was freilaufende Katzen fressen, und was deren Futtertiere fressen.) (HSK II) 7 Sprecht in der Klasse darüber, was der Begriff „Revolution“ bedeutet. Erklärt, weshalb Forscherinnen und Forscher von der „neolithischen Revolution“ sprechen. (HOK II) 4 Mio. v. Chr. ca. 8000 v. Chr. Nur zu Prüfzwecken – Eigentum des Verlags öbv

RkJQdWJsaXNoZXIy ODE3MDE=