sprachreif, Schreibkompetenztraining 1: Argumentative und appellative Textsorten

41 3.1 — Leserbrief Lesen Sie den folgenden Zeitungsbericht aus der Tageszeitung „Der Standard“ vom 15.01.2025: Drei Punkte von zehn? Oder doch nur zwei? Menschen jeden Alters, vor allem Frauen und Mädchen, wissen, wie es ist, wenn ihre Körper bewertet werden. Wenn gelästert, verglichen und abgewertet wird. Und mit sozialen Medien muss man nicht mal direkt jemandem gegenübertreten. Stattdessen werden Fotos von Mitschüler:innen via Whatsapp geteilt – und bewertet. „Die Schüler und Schülerinnen bewerten einander wie ein Produkt auf Amazon“, erzählt die Pädagogin Martina. Martina unterrichtet an einem Wiener Gymnasium und beobachtet bei ihren Schüler:innen systematische, digitale Demütigungen. Vor allem die Körper von Mädchen werden abwertend kommentiert, aber auch Mädchen machen ihr zufolge mit und vergeben Burschen „Punkte“. Mobbing und Schönheitsideale Dabei scheint sich in den vergangenen Jahren einiges getan zu haben: Kinder und Jugendliche wachsen heute mit einem größeren Bewusstsein über Mobbing, schädliche Schönheitsideale und einen Trend zu diversen Körperbildern auf. Und auch ein eigener Begriff für die Beschämung von Menschen aufgrund ihrer Körper hat sich erfolgreich durchgesetzt: Bodyshaming. Doch all das hat dem Leiden wegen verachtender Kommentare offenbar kaum etwas entgegengesetzt. Auf Tiktok gesehen Auch die Erfahrung von Barbara Buchegger von der Initiative Safer Internet zeigt, dass das gegenseitige Bewerten von Körpern innerhalb von kurzer Zeit zu einem massiven Problem wurde. Befeuert wurde es vor allem durch Tiktok, wo Kinder und Jugendliche diese Art von Vergleichen und Bewertungen in Kurzvideos sehen und wiederholen. Digitales Bodyshaming werde vor allem ab der zweiten und dritten Klasse der Sekundarstufe zum Problem, sagt Buchegger. Die Pädagogin Martina fühlt sich oft machtlos. Sie weiß, dass es erstmal wichtig ist, den Schülerinnen – ihr vertrauen sich hauptsächlich Mädchen an – einfach zuzuhören und sie in ihrer Wahrnehmung zu bestärken, dass das falsch ist. Doch „verhindern kann man es letztlich nicht“, sagt sie. Was bleibe, seien Hinweise, dass man keine Fotos ungefragt machen darf, und Bewusstsein für die Verletzungen, die Bodyshaming verursacht. Fehlende Selbstbestimmung Ein weiterer Ansatzpunkt sei es, auf die Kurzlebigkeit von Schönheitsidealen einzugehen. Während vor zwei, drei Jahren noch muskulösere Körper oder ein größerer Hintern und Busen gefeiert worden seien, gehe der Trend jetzt wieder in Richtung „sehr mager“. „Man kann mit Kindern gut thematisieren, dass sich Ideale ständig ändern, wie Jeansmoden“, sagt Buchegger. Wichtig sei auch, Jugendliche nicht nur mit Tipps zu beratschlagen. Jugendliche mit 15 hätten mehr Einfluss auf Zwölfjährige als Erwachsene. Auch das Sprechen über die fehlende Autonomie in sozialen Medien sei für die Prävention sehr hilfreich, so Buchegger. (Beate Hausbichler, 15.01.2025) quelle: Der Standard, 15.01.2025, abrufbar unter: https://www.derstandard.at/story/3000000252810/wie-sich-jugendlichemit-rankings-ueber-ihre-koerper-gegenseitig-fertig-machen; 08.04.2025, teilweise gekürzt Wie sich Jugendliche mit Rankings über ihre Körper gegenseitig fertig machen Digitales Bodyshaming greift immer stärker um sich. Jugendliche und Kinder bewerten die Körper anderer wie „ein Produkt auf Amazon“, erzählt eine Lehrerin. 2 4 6 8 10 12 14 16 18 20 22 24 26 28 30 32 34 36 38 40 42 44 46 48 50 52 54 56 58 60 62 Notieren Sie, welche Aspekte der Zeitungsbericht zum Thema „Körper-Ranking“ behandelt. Lesen Sie Postings zu obigem Zeitungsbericht (https://www.derstandard.at/story/3000000252810/wie-sich-­ jugendliche-mit-rankings-ueber-ihre-koerper-gegenseitig-fertig-machen) und ergänzen Sie Ihre Notizen um weitere Aspekte, die der Artikel nicht behandelt. Formulieren Sie Ihre Erfahrungen und/oder Beobachtungen zu diesem Thema. Ü2 Ü3 Ü4 Nur zu Prüfzwecken – Eigentum des Verlags öbv

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