sprachreif, Schreibkompetenztraining 1: Argumentative und appellative Textsorten

54 3.2 — Erörterung Auch wenn die Schädlichkeit des Rauchens unbestritten ist, greifen nach wie vor viele Menschen jeden Alters regelmäßig zur Zigarette, denn das Image der Zigarette siegt bei ihnen über die Vernunft. (428 Wörter) quelle: https://www.lehrerfreund.de/medien/deutschunterricht/eroerterung/beispielaufsatz-eroerterung.pdf; 08.04.2025, leicht verändert Schluss: Zusammenfassung 38 Hinweise zum Beispieltext Situation: Die schriftliche Erörterung entstand im Rahmen des Deutschunterrichts. Eine kommunikative Situation ist nicht vorgegeben. Adressatinnen und Adressaten: Die Erörterung ist nicht für einen speziellen Adressatenkreis geschrieben. Die Vermutung liegt daher nahe, dass es sich um eine Arbeit handelt, die in der Schule geschrieben worden ist und an die Lehrkraft adressiert ist. Inhalt: Der Text thematisiert die Frage, warum Menschen regelmäßig rauchen. Absicht: Die Schreiberin/Der Schreiber stellt Behauptungen auf („Rauchen unterdrückt das Hungergefühl“, „Rauchen beruhigt“ …) und begründet diese. Die Argumente dienen dem Ziel, die Position der Autorin/des Autors zur Themafrage zu klären. Gliederung: Die Erörterung weist eine dreiteilige Grobstruktur auf, indem sie zum Thema hinführt, sich damit auseinandersetzt und am Schluss die Aussage zusammenfasst. Sprache: Die Erörterung verwendet eine verständliche, klare Sprache. Auffällig sind jene Verknüpfungswörter und Wendungen, die die Leserfreundlichkeit des Textes erhöhen, weil sie ein neues Argument ankündigen und auf dessen Bedeutung hinweisen („außerdem“, „Das wichtigste Argument ist allerdings …“). Beispieltext für eine dialektische Erörterung Thema: „Hotel Mama“. Aufgabenstellung: Setzen Sie sich mit der Frage auseinander, ob Jugendliche ihr Elternhaus mit Erreichen der Volljährigkeit verlassen sollen. Mit dem Erreichen der Volljährigkeit gehen für viele Jugendliche auf einmal mehr Türen auf als zuvor. Man fühlt sich von nun an viel erwachsener als vorher und denkt natürlich auch daran, ein eigenes Leben anzufangen, weg von den Eltern. Nicht unbedingt weit weg, aber eine eigene Wohnung wäre schon eine phantastische Sache. Doch ist es wirklich so vorteilhaft, mit Erreichen der Volljährigkeit das Elternhaus zu verlassen, oder scheint es nur auf den ersten Blick so? Aus der Sicht der von nun an jungen Erwachsenen ist es einfach nur wundervoll, endlich eine eigene Wohnung zu haben, da man ab diesem Zeitpunkt seine Entscheidungen selbst treffen kann und somit mehr Freiheiten hat. Man kann selbst entscheiden, wann man nach Hause kommt oder was man sich zum Essen kauft. Natürlich erscheinen diese beiden Beispiele eigentlich mehr lächerlich, als dass sie Gründe dafür wären auszuziehen. Aber sind es nicht genau solche Kleinigkeiten, durch die es des Öfteren zum Streit mit den Eltern kommt? Dadurch, dass man nun für sich selbst entscheiden muss, wird man automatisch schneller selbstständig. Man muss selbst darauf schauen, wie viel Zeit und Geld man zur Verfügung hat. Dadurch fängt man an, viel mehr darauf zu achten, was wirklich wichtig für einen ist und was nicht. Solche positiven Entwicklungen bemerken die Eltern natürlich auch. Das ist wahrscheinlich auch einer der Gründe dafür, warum junge Erwachsene, die nicht mehr zu Hause wohnen, ein ganz neues Verhältnis zu ihren Eltern aufbauen. Früher, als man noch bei seinen Eltern gewohnt hat, waren sie es, die sich beschwert haben, weil man z. B. wieder einmal zu spät nach Hause gekommen ist. Diese kleinen Streitereien gehören von nun an der Vergangenheit an. Einleitung: besteht aus dem Einleitungs- und Überleitungsgedanken sowie der Themafrage. Erstes Argument für das Verlassen des Elternhauses: Eigene Wohnung sichert mehr Freiheit. Zweites Argument: Mehr zu treffende Entscheidungen bedeuten mehr Selbstständigkeit. Drittes Argument: Mehr Selbstständigkeit wirkt sich auf das Verhältnis zu den Eltern vorteilhaft aus. 2 4 6 8 10 12 14 16 18 20 22 Nur zu Prüfzwecken – Eigentum des Verlags öbv

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