55 3.2 — Erörterung Da man wahrscheinlich ein besseres Verhältnis zu den Eltern aufgebaut hat, kann man diese vielleicht auch um eine kleine finanzielle Unterstützung bitten. Mit 18 Jahren geht man entweder noch zur Schule oder steckt gerade mitten in einer Ausbildung und hat somit häufig wenig Geld zur Verfügung. Falls die Eltern einen in diesem Punkt nicht unterstützen wollen, weil sie z. B. meinen, dass es sowieso besser sei, wenn man mit 18 Jahren noch zu Hause wohnt, hat man ein Problem, das einem das Leben richtig schwer machen kann. Nicht nur, dass man nicht genug Geld hat, um sich eine eigene Wohnung leisten zu können, verliert man möglicherweise noch den Bezug zu seinen Eltern, weil man sich wegen des Geldes häufiger streitet. Da ist es doch eigentlich viel einfacher, zu Hause zu bleiben, solange man selbst noch nicht genug Geld verdient, um sich eine Wohnung leisten zu können. Die meisten jungen Erwachsenen gehen mit 18 Jahren ohnehin noch zur Schule oder machen gerade eine Ausbildung. Dadurch haben sie einfach nicht genügend Zeit, einen Job zu finden, der ausreichend Geld einbringt, um eine Wohnung zu finanzieren. Der naheliegende Gedanke, die Schule oder die Ausbildung aufzugeben und sich eine Arbeitsstelle zu suchen, wäre aber eine absurde Idee, da man ohne vernünftige Ausbildung oder erfolgreichen Schulabschluss heutzutage keine Chance hat, einen guten Job zu finden. Gegen das Verlassen des Elternhauses mit Erreichen der Volljährigkeit spricht wohl am meisten, dass viele mit 18 Jahren noch gar nicht richtig im Leben stehen. Sie wissen einfach noch nicht, was sie wollen, und sind noch viel zu sehr Kind. Es wäre ein großer Fehler, wenn sie sich in dem Alter schon von den Eltern abkapseln würden, da es für die meisten nur bergab und nicht bergauf gehen würde. Obwohl es natürlich viele Vorteile mit sich bringt, wenn man mit 18 Jahren auszieht, ist es meiner Meinung nach nicht erstrebenswert. Ich denke, dass der richtige Zeitpunkt zum Ausziehen der ist, wenn man eine Ausbildung oder einen richtigen Beruf hat, der einem genügend Sicherheit im Leben bringt. (612 Wörter) quelle: https://www.klassenarbeiten.de/klassenarbeiten/klasse10/deutsch/klassenarbeit322_eroerterung10. htm?loesung=1; 09.04.2025, leicht verändert Viertes Argument: Besseres Verhältnis zu den Eltern bedeutet eventuell mehr finanzielle Großzügigkeit der Eltern. Überleitung zu den Argumenten, die gegen das Verlassen der Elternwohnung sprechen. Zweites Argument: Wenn man zuhause wohnt, kann man sich der Ausbildung widmen. Drittes Argument: Mit 18 Jahren ist man zu wenig gefestigt, um allein zu leben. Schluss: Zusammenführung der Argumente, Resümee 24 26 28 30 32 34 36 38 40 42 44 46 48 50 Hinweise zum Beispieltext Situation: Die Erörterung ist vermutlich im Rahmen des Schreibunterrichts entstanden. Adressatinnen und Adressaten: Der Text ist nicht für einen speziellen Adressatenkreis geschrieben. Die Schreiberin/Der Schreiber formuliert unpersönlich und ist daher nicht näher identifizierbar. Inhalt: Die Erörterung setzt sich mit der Frage auseinander, ob junge Menschen nach der Schule (gemeint sind hier vor allem Maturantinnen und Maturanten) weiter in der Wohnung bzw. dem Haus der Eltern wohnen oder ausziehen sollen. Absicht: Die Schreiberin/Der Schreiber setzt sich argumentierend mit einer strittigen Frage auseinander, indem Argumente für und gegen einen bestimmten Standpunkt präsentiert werden. Nachdem Pro und Kontra abgewogen worden sind, wird am Ende die eigene Meinung dargelegt. Gliederung: Die Erörterung weist eine dreiteilige Grobstruktur auf: Die Einleitung stellt das Thema vor und leitet mit der Nennung der Themafrage zum Hauptteil über. Der Hauptteil führt zuerst jene Argumente an, die dafür sprechen, dass junge Menschen aus der Wohnung/dem Haus der Eltern ausziehen. Anschließend folgen die Argumente, die den gegensätzlichen Standpunkt artikulieren. Der Schluss enthält die Position der Schreiberin/ des Schreibers. Sprache: Die Erörterung weist eine verständliche, klare Sprache auf. Auffällig sind bei diesem Beispiel jene Verknüpfungswörter und Wendungen, mit denen gedankliche Verhältnisse ausgedrückt und Aussagen abgetönt werden: „Falls die Eltern einen in diesem Punkt nicht unterstützen wollen, weil sie z. B. meinen, dass es sowieso besser Nur zu Prüfzwecken – Eigentum des Verlags öbv
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