70 3.3 — Kommentar Zucker ist ein Suchtmittel – das hat die Wissenschaft bewiesen. Da wirken Ermahnungen und Vorträge nur wenig. Auch eine Steuer ist kein Allheilmittel, aber sie ist ein erster Schritt, um das wahrscheinlich größte Gesundheitsproblem der Zukunft in den Griff zu bekommen. KONTRA: Eigenverantwortung gefragt von Petra Stuiber Mit einer höheren Steuer auf Lebensmittel, die viel Zucker enthalten, lenkt der Staat den privaten Konsum und greift damit in die Entscheidungsfreiheit jedes einzelnen Konsumenten ein. Nun könnte man, wie vor kurzem in der Zeit, einwenden, dass die Verbraucher ja nicht wirklich wählen können. Denn die Lebensmittelindustrie rührt – auf Betreiben der Zuckerlobby – das süße Gift selbst dort hinein, wo man es nicht vermutet: in Saucen, Ketchup, sogar in die Wurst. Das mag in Entwicklungsländern ein schlagendes Argument sein: Dort gibt es in vielen Geschäften oft nur noch Sprite, aber kein Wasser zu kaufen – und immer mehr Diabeteskranke, etwa in Nigeria, sind dort ein Riesenproblem. Im hochentwickelten Österreich kann das nicht gelten: Bereits in der Volksschule werden die Kinder aufgeklärt, wie viel Stück Würfelzucker in einem Fruchtjoghurt oder in einem Glas Cola enthalten sind. Mit einer Smartphonedichte von knapp 70 Prozent kann sich der mündige Konsument auch vor dem Supermarktregal detailliert über Zuckerhaltiges im Lebensmittel seiner Wahl informieren. Nicht zuletzt liegt es in der Verantwortung der Eltern, ihren Kindern einen vernünftigen Zugang zu Essen und Getränken zu vermitteln. Einfach, indem man es ihnen vorlebt – und vorkocht. Das ist oft mühsam und frustrierend: „Schon wieder was mit Grün, das schmeckt mir nicht!“ Auf Dauer ist es jedoch der nachhaltigste Weg, den Nachwuchs gegen wertloses Zuckerzeug im Supermarktregal zu immunisieren. quelle: https://derstandard.at/2000077036193/Pro-und-Kontra-Zuckerhaltige-Lebensmittel-besteuern; 13.02.2019 28 30 32 16 18 20 22 24 26 28 30 32 34 Stellen Sie die Argumente der beiden Kommentare in einer Pro-Kontra-Tabelle gegenüber. Schreiben Sie jene Argumente, die sich aufeinander beziehen, in eine Zeile. Versehen Sie ein Argument, das im Gegenkommentar keine Entsprechung aufweist, in der anderen Spalte mit dem Vermerk „keine Entsprechung“. Setzen Sie diese Liste fort. Ü4 Pro Besteuerung Kontra Besteuerung Besteuerung von zuckerhältigen Lebensmitteln bewegt Menschen zu gesünderem Essen. Der Staat lenkt mit der Besteuerung privaten Konsum und steuert damit Entscheidungen der Bürger/innen. Besteuerung fördert die Gesundheit des Einzelnen. Keine Entsprechung Verfassen Sie nun für die Felder „Keine Entsprechung“, wenn es möglich ist, ein geeignetes Argument, z. B. für „Besteuerung fördert die Gesundheit des Einzelnen.“: „Mündige Bürger/innen müssen selbst entscheiden, wie sie mit ihrer Gesundheit umgehen.“ Suchen Sie sich einige Argumente heraus und überprüfen Sie diese auf ihre Haltbarkeit. Zum Beispiel die Aussage: „Bereits in der Volksschule werden die Kinder aufgeklärt, wie viel Stück Würfelzucker in einem Fruchtjoghurt oder in einem Glas Cola enthalten sind.“ Führt diese Aufklärung letztlich zu mündigen Konsumentinnen/ Konsumenten? Ü5 Ü6 2 4 6 8 10 12 14 Nur zu Prüfzwecken – Eigentum des Verlags öbv
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