89 3.5 — Stilmittel (rhetorische Mittel) verwenden Am Fuß des Berges beginnt die Reise. Ich danke dir, mein Freund, für dein Kommen. Analysieren Sie die Rede einer Politikerin/eines Politikers im Hinblick auf die verwendeten Stilmittel: Unterstreichen Sie diese und versuchen Sie die Stilmittel mithilfe der oben genannten Einteilung zu gruppieren. Bewerten Sie, ob die verwendeten Stilmittel die Qualität der Rede erhöhen oder mindern. Beschreiben Sie mithilfe des Fünfsatzes die Gliederung einer Rede. Überlegen Sie, welcher Fünfsatz-Form die Rede am ehesten folgt. Setzen Sie die Struktur der Rede in Beziehung zu ihrem Inhalt und der möglichen Intention der Rednerin/des Redners. Am Ende dieses Abschnitts möchten wir Ihnen zwei Hilfestellungen anbieten: Eine Meinungsrede schreiben und dabei einen vorgegebenen Sachtext berücksichtigen Sie müssen — dem vorgegebenen Sachtext Informationen entnehmen — die Schlüsselbegriffe des Textes finden — die zu den Schlüsselbegriffen gehörigen Aussagen festhalten — den „roten Faden“ in der Gedankenentwicklung erkennen — auffällige rhetorische Mittel markieren — eigene Gedanken in das Thema einarbeiten – etwa mithilfe einer Mindmap — das Verhältnis zwischen den eigenen Gedanken und dem Inhalt der Vorlage klären (Zustimmung? Ablehnung? Ausgleich?) — rhetorische Figuren in die Rede einflechten — den Redeanlass beachten — den Redeaufbau entsprechend dem Thema und der Redeabsicht gestalten — auf die Adressatenorientierung achten — eine der Situation angemessene Sprache verwenden quelle: Jakob Ossner u. a. (Hg.): Produktives Schreiben: Interpretation durch Textproduktion. Braunschweig 2001, 93-98 Adressatenorientierung als Textqualität Je stärker ein Text adressatenorientiert ist, desto eher erreicht er sein Ziel bei der Leserin/beim Leser. Im Fall einer Spielanleitung bedeutet das, dass die Spieler/innen das Spiel mithilfe der Anleitung spielen können. Doch nicht bei jeder Textsorte wird eine praktische Überprüfung möglich sein. Trotzdem kann man mit Hilfe der folgenden Aspekte die Adressatenorientierung eines Textes beurteilen: — Umfangreiches Sachwissen erhöht die Adressatenorientierung eines Textes, weil die Schreiberin/der Schreiber das darzustellende Problem oder den Sachverhalt, um den es geht, überblickt. Damit ist es leichter möglich, zwischen Wichtigem und Unwichtigem zu unterscheiden und den „roten Faden“ bei der Entwicklung des Themas beizubehalten. — Sinnvolle Beispiele erhöhen die Verständlichkeit eines Textes – vor allem dann, wenn sie nicht allzu viel Wissen voraussetzen. — Die Gliederung sollte dem Thema angemessen sein. Häufig herangezogene Gliederungsmodelle unterscheiden etwa zwischen den Ursachen und Wirkungen eines Sachverhalts oder dem Vorher und Nachher eines Ereignisses. Ein anderes Modell verlangt die Darstellung der Argumente für und gegen etwas. Anschließend erfolgt auf der Basis dieser Gegenüberstellung eine Entscheidung. — Ein wichtiges Kriterium sind Wortwahl, Satzbau und die Verknüpfung der Sätze/Abschnitte zu einem Text. Die Wahl des angemessenen Wortes und ein Satzbau, der die Leserin/den Leser nicht überfordert, sind vor allem dann von Bedeutung, wenn die Leserin/der Leser des Textes jemand ist, der deutlich weniger Wissen hat als die Schreiberin/der Schreiber (besonders wenn sich die Rede an Kinder richtet). – Die Wortwahl soll verständlich und klar sein. Abwechslung des Ausdrucks ist bei vielen Textsorten ebenfalls eine Qualität, die die Adressatenfreundlichkeit eines Textes erhöht. – Der Satzbau wird bei den meisten Textsorten, die bei der schriftlichen Reife- und Diplomprüfung verlangt werden, von Hypotaxen bestimmt sein, weil schwierigere Sachverhalte dargestellt und erklärt werden müssen. Trotzdem sollten lange, verschachtelte Satzkonstruktionen vermieden werden. Gliedsätze dritten Grades in einem Satz sollten die Ausnahme und nicht die Regel sein. Ü4 Ü5 Nur zu Prüfzwecken – Eigentum des Verlags öbv
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