Essen, das krank macht 43 3 Führt nun im Supermarkt sowie in nahegelegenen Restaurants und Fast-Food-Ketten eine eigenständige Analyse zum Thema „Kosten einer gesunden Ernährung“ durch. Recherchiert die Preise für Lebensmittel und Speisen, die eine vierköpfige Familie pro Tag benötigt. Achtet dabei auf Produkte, die biologisch hergestellt wurden und notiert euch die Herkunft der Produkte. Orientiert euch an der vorgegebenen Tabelle. Einigt euch in Absprache in der Klasse auf eine einheitliche Vorgehensweise, sodass ihr danach eure Ergebnisse vergleichen könnt. (HK, III) Vorschläge gesunde Mahlzeiten Vorschläge ungesunde Mahlzeiten Obst und Gemüse, Bio-Qualität (drei bis vier verschiedene Sorten), Vollkornbrot, Gemüseaufstrich, Erdäpfel, Fisch (BioQualität) / Fleisch (Bio-Qualität) / Ersatzprodukt (zB Tofu in Bio-Qualität), Nüsse, Milch- oder Milchersatzprodukte (Milchdrink, Joghurt), … Tiefkühlprodukte für die ganze Familie, Chips und / oder Süßigkeiten, Softdrink, Weizenbrot oder -semmel zum Aufbacken, Wurstwaren, Fast Food einer Fastfoodkette, … 4 Diskutiert anschließend welche Faktoren beeinflussen, ob Menschen sich gesund und klimaschonend ernähren können. (UK, III) M4 Junkfood und Mangelernährung in Südafrika, Ausschnitte (Quelle: deutschlandfunkkultur.de sowie dw.com) „Wir stellen fest, dass die Menschen in den Townships immer weniger Geld für Essen ausgeben. Sie kaufen zunehmend billigere und weniger nahrhafte Lebensmittel. Milch, Fleisch und Gemüse stehen immer seltener auf dem Einkaufszettel, stattdessen stärkehaltige Nahrungsmittel. Denn die füllen den Bauch.“, sagt Julie Smith, Leiterin einer Organisation, die in der Stadt Pietermaritzburg Nahrungsmittelpreise verfolgt. Sie sagt weiter: „Unsere Supermarktketten bieten in den Townships eine deutlich geringere Auswahl an Lebensmitteln an als in den Wohngegenden der Mittelschicht; weniger Frischwaren, dafür mehr hoch verarbeitete und kalorienreiche, aber nährstoffarme Nahrungsmittel.“ Die Ernährungsexpertin Nokutula Mhene zeigt sich besorgt: „42 Prozent der erwachsenen Frauen Südafrikas sind fettleibig. Viele Kinder sind zurückgeblieben im Wachstum und dick. Um die gesundheitlichen Folgen falschen Essens kümmert sich kaum jemand. Für manche ist Fettleibigkeit sogar ein Zeichen von Wohlstand: Man kann sich viel Essen leisten. Und wenn jemand, der dick ist, abnimmt, fragen die Leute: ‚Ist der vielleicht HIV-positiv?‘ Angesichts dessen ziehen es viele Übergewichtige vor, dick zu bleiben.“ „Premier produziert das ‚Blue Ribbon‘-Brot, Premier Foods ‚Sasco‘-Brot, Tiger Brands ‚Albany‘-Brot. Diese drei Firmen haben einen Marktanteil von 50 bis 60 Prozent beim Grundnahrungsmittel Brot. Ihnen gehören auch die Mühlen, von denen das Mehl kommt.“, berichtet David Sanders, Professor für öffentliche Gesundheit an der Universität Kapstadt. Anna Ngcob, Inhaberin eines kleinen Kiosks erklärt: „50 Cent, drei Euro-Cent, kann jeder ab und zu mal ausgeben für einen Keks. Eine Packung dieser Chips hier kostet drei Rand. Die und die Kekse mögen die Kinder am liebsten.“ „Es gibt Menschen ein gewisses Statusgefühl, wenn sie ihrer Familie ein paar Mal im Monat eine KFC-Box mitbringen können. Und sie glauben ihre Kinder zu verwöhnen, wenn sie sie in ein Fastfood-Restaurant einladen. Dies auch deshalb, weil solche Restaurants und die Getränkehersteller ihre Produkte als gesund anpreisen. Viele Menschen hier glauben das, und sie glauben, mit dem Fastfood-Konsum sich und ihren Kindern etwas Gutes zu tun.“, meint S’bongiseni Vilakazi, der Leiter der Hilfsorganisation „The Valley Trust“. Nur zu Prüfzwecken – Eigentum des Verlags öbv
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