Lösungen 6 • Argumente für Wählen ab 16: Durch das frühe Einbinden der Jugend in den politischen Gestaltungsprozess erhoffte man sich eine Zunahme ihres politischen Interesses und Wissens. Auf lange Sicht sollte sich das wiederum positiv auf die Wahlbeteiligung auswirken. • Argumente gegen Wählen ab 16: mangelnden politischen Interesse und Wissen von 16- bis 17-Jährigen; noch nicht reif genug, um politisch informierte Entscheidungen zu treffen. 7 Pro „Wählen ab 16“ Kontra „Wählen ab 16“ mehr Verantwortung für Jugendliche nicht ausreichend politisches Wissen politisches Interesse wird früher geweckt leichtere Beeinflussung junger Menschen verleiht jugendspezifischen Themen mehr Gewicht noch nicht volljährig, nicht strafmündig, nicht voll geschäftsfähig höhere Wahlbeteiligung, mehr Demokratie Jugendwahlrecht hat kaum prozentuale Auswirkung 8 individuelle Lösungen – Beispiel Pro: Artikel 1 der Bundesverfassung bestimmt: „Österreich ist eine demokratische Republik. Ihr Recht geht vom Volk aus.“ Sicher gehören auch junge Menschen zum Volk und sollten deshalb auch spätestens ab 16 wählen dürfen. Das kann jugendspezifischen Themen mehr Gewicht verleihen, wie dies etwa bei den „Fridays for Future“-Demos der Fall war. – Beispiel Kontra: Man kann sich in einer Gesellschaft nicht nur die Vorteile heraussuchen: Erst wenn Menschen in allen Belangen gleichgestellt sind, sollten sie auch die gleiche Rechte haben. Beispielsweise sind Jugendliche noch nicht voll geschäftsfähig und auch noch nicht volljährig. 9 Grundsätzlich sollte man mit dem schwächsten Argument beginnen (z. B. politisches Interesse wird früher geweckt) und die Argumentation mit dem stärksten Argument (z.B. höhere Wahlbeteiligung, mehr Demokratie) beenden. Seite 16/17 1 Die Einleitung führt gut in das Thema und seine Relevanz ein; ebenfalls gelungen ist die Überleitung zum Hauptteil. Zu kritisieren ist aber eine Ungenauigkeit: Es geht nicht um das Wählen an sich, sondern um Wahlen auf Bundesebene. 2 Das Thema wird immer wieder diskutiert. Außerdem nimmt Österreich hier eine Vorreiterrolle ein (mittlerweile dürfen auch in Belgien und Deutschland Menschen ab 16 Jahren an EU-Wahlen teilnehmen). 3 individuelle Lösungen 4 Pro-Kontra-Struktur „Sanduhr“-Modell Du präsentierst zuerst die Argumente für eine Thematik (Pro), dann die Argumente dagegen (Kontra) – oder umgekehrt. Alternierende Struktur „Ping-Pong“-Modell Du wechselst zwischen Pro- und Kontra-Argumenten, beginnend mit einem Pro-Argument, gefolgt von einem Kontra-Argument, und so weiter (oder umgekehrt). 5/6 individuelle Lösungen 7 „Ich glaube ja“-Einleitung überflüssig, man kann gleich mit dem Fazit beginnen. Keine neuen Argumente mehr im Schlussteil einfügen. Die Aussagen sind unsachlich („leichte Beute“). 8 individuelle Lösungen Seite 18/19 1 Beginn Hauptteil: Einerseits ermöglicht ein niedrigeres Wahlalter Beginn Schluss: Ich bin der Meinung, dass… 2 Pro-Argumente: Möglichkeit, sich schon früh politisch einzubringen; Diversität der Gesellschaft wird besser abgebildet; Kontra-Argumente: noch nicht genug Erfahrung und politisches Verständnis 3 Die 3B-Methode wird nicht eingehalten; Beispiele finden sich in der ganzen Erörterung nicht. 4 Die Verfasserin/der Verfasser ist für ein Wahlrecht ab 16. (Vgl. im Erörterungstext: „Ich bin der Meinung, dass das Wahlrecht ab 16 Jahren eine positive Entwicklung darstellt.“) 5 Wichtige Phrasen sind: Einerseits … Andererseits; Ein weiterer Aspekt … ist; Schließlich; Allerdings 6 Titel: Ja; Thema: Ja; Interesse der Lesenden: Nein; Aufbau der Argumente: Nein; Anordnung der Argumente: Ja; Erörterung ist sachlich: Ja; Überleitungen: Ja; Schlussfolgerung: Nein; Ich-Formulierungen: Nein; Präsens: Ja 7 individuelle Lösungen 8 Übergang zur nächsten Argumentation: Darüber hinaus wäre es wichtig, zu untersuchen, welche Auswirkungen ein niedrigeres Wahlalter auf die politische Bildung und das Engagement junger Menschen haben könnte. Hervorhebung von Gegenargumenten: Auf der anderen Seite steht, dass politische Entscheidungen komplexe Konsequenzen haben können, die junge Wählerinnen und Wähler möglicherweise nicht vollständig verstehen oder einschätzen können. Betonung von Schlüsselpunkten: Insbesondere sollten wir darüber nachdenken, wie ein niedrigeres Wahlalter die politische Landschaft verändern könnte und welche langfristigen Auswirkungen dies haben könnte. Zusammenfassung oder Schlussfolgerung: Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die Frage nach einem niedrigeren Wahlalter sorgfältig abgewogen werden muss, um die Vor- und Nachteile angemessen zu berücksichtigen. Verbindung von Ideen innerhalb eines Abschnitts: In diesem Zusammenhang ist es wichtig zu verstehen, wie politische Bildung und das Verständnis für demokratische Prozesse junge Wähler beeinflussen können. Seite 20/21 1 individuelle Lösungen 2 individuelle Lösungen – Grundsätzlich ist zu bedenken, dass Lebens- und Berufserfahrung keine schlechten Voraussetzungen für Politikerinnen und Politiker sind. Außerdem benötigt eine Karriere innerhalb einer Partei manchmal einfach auch etwas Zeit. Ein gewisses Lebensalter ist somit also erklärbar. 3 Argument 1: Insbesondere in einer Zeit des gesellschaftlichen Wandels und technologischen Fortschritts ist es entscheidend, dass junge Menschen eine Stimme in der Politik haben. (= Behauptung) Junge Menschen verstehen etwa die voranschreitende Digitalisierung, die uns alle betrifft, besser, wodurch sie diese in vielen Bereichen gewinnbringend integrieren können. (= Begründung) Jugendliche Politikerinnen und Politiker können somit zum Beispiel Bildung revolutionieren und einen adäquaten Einsatz digitaler Hilfsmittel im Unterricht erwirken. (= Beispiel) Argument 2: Junge Politikerinnen und Politiker dienen als Sprachrohr für die Anliegen der Jugend. Einen großen Teil der österreichischen Bevölkerung stellen Kinder und Jugendliche dar, (= Begründung) weshalb es unerlässlich ist, dass ihre Interessen und Anliegen angemessen vertreten werden. (= Behauptung) Eine Regierung, die sich nur aus älteren Personen zusammensetzt, wird einer heterogenen Gesellschaft nicht gerecht und die Klimakrise zeigt mehr denn je, dass die Politik auf die Bedürfnisse der nächsten Generation eingehen muss. (= Begründung) Argument 3: Junge Politikerinnen und Politiker bringen oft frischen Wind in die politische Landschaft und sind bereit, mutige Entscheidungen zu treffen und neue Wege zu beschreiten. (= Behauptung) Ihre Dynamik und ihre Bereitschaft zur Veränderung können dazu beitragen, Lösungen für aktuelle Probleme zu finden und eine nachhaltige Zukunft für Österreich zu gestalten. (= Behauptung) Nicht zu vergessen ist auch ihre Fähigkeit, junge Wählerinnen und Wähler zu mobilisieren und das politische Interesse in der Bevölkerung zu stärken. (= Behauptung) 4 individuelle Lösungen – Politische Kompetenz basiert auf Lebens- und Berufserfahrung. Karrierewege brauchen Zeit. Für hohe Ämter sind Erfahrungen in untergeordneten Positionen gut (bevor man Minister/in wird, arbeitet man vielleicht besser erst einmal als Staatssekretär/in und davon als Abteilungsleiter/in). 5 individuelle Lösungen – Beispiel: Gegenargument: Junge Politikerinnen und Politiker dienen als Sprachrohr für die Anliegen der Jugend. Entkräftung: Um Anliegen der Jugend zu erkennen, muss man nicht jung sein. Viele der Politikerinnen und Politiker wissen als Eltern sehr genau, was ihre Kinder und/oder Enkel wollen und brauchen. 6 Argumenttyp Erklärung Beispiel Ein normatives Argument… …besticht durch das Nennen gesellschaftlich anerkannter Regeln und Normen. „Ein demokratischer Staat hat immer den Anspruch, möglichst alle Menschen angemessen vertreten zu wollen.“ Ein analogisierendes Argument… …nutzt einen guten Vergleich, um eine Behauptung zu veranschaulichen. „Eine Regierung ohne Beteiligung jugendlicher Politikerinnen und Politiker zeichnet ein falsches Bild einer Gesellschaft. Das ist, als würde man von einer bunten Farbpalette nur wenige Farbtöne verwenden und dann über das triste Ergebnis enttäuscht sein.“ Ein Autoritätsargument… …stützt sich auf die Aussage bzw. Meinung von Wissenschaftlerinnen oder Experten. „Laut dem Deutschen Jugendinstitut würde sich fehlendes politisches Engagement durch Jugendliche negativ auf die Demokratie auswirken.“ Ein Faktenargument… …nennt wissenschaftliche Daten und Fakten, um zu überzeugen. „Anfang 2024 sind rund 20 Prozent der Bevölkerung Österreichs unter 20 Jahre.“ 7 individuelle Lösungen Seite 22/23/24 (Teste dich selbst) 1 Diskurs: Austausch von Ideen und Meinungen zu einem bestimmten Thema in möglicherweise unterschiedlichen Medien bzw. Kommunikationszusammenhängen, um zu einer gemeinsamen Lösung zu kommen 2 typische Floskeln sind: ein Thema anzusprechen, das uns alle betrifft – Wir sind die Zukunft – Wer könnte besser wissen, was wir brauchen, als wir selbst? – Außerdem – und das ist wichtig – Das wäre mehr als fair! – Natürlich gibt es Bedenken: – Wer entscheidet, was „reif genug“ ist? – Jede Stimme zählt – und unsere zukünftig besonders! 3 Politische Partizipation ist politische Beteiligung – Beispiele: parteibezogene Aktivitäten; auf Gemeinde, Wahlkampf und Politiker/innen bezogene Aktivitäten; legaler Protest 4 einfache Sprache komplexe Sprache ist leicht verständlich entspricht den oft komplexen Sachverhalten ist schnell formuliert zwingt zu reflektierten Äußerungen 5 Weil wir die Zukunft mitgestalten möchten, ist es wichtig, dass auch 12-Jährige wählen können. (Kausalsatz) Wir möchten, damit wir mehr Stimmen für unsere Anliegen bekommen, dass 12-Jährige wählen dürfen. (Finalsatz) Obwohl einige sagen, dass wir noch zu jung sind, sind wir bereit, Verantwortung zu übernehmen. (Konzessivsatz) Sobald wir mehr Unterstützung bekommen, können wir unsere Vorschläge umsetzen. (Temporalsatz) 181 Nur zu Prüfzwecken – Eigentum des Verlags öbv
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