Lösungen Seite 100/101 1 Die Definition ist gelungen. Man könnte „Selbstliebe“ mit anderen Worten so fassen: Selbstliebe bedeutet, mit sich selbst so umzugehen, wie dies ein sehr guter Freund tun würde. – mögliche Stichpunkte für ein Cluster könnten sein: Selbstmitgefühl, positive Haltung, Optimismus, Lebenszufriedenheit, Mut, Selbstsicherheit, … 2 Hier kannst du auch verschiedene Möglichkeiten erproben. 3 individuelle Lösungen 4 Neben der Betonung der Wortakzente und Reime und Anaphern (gleiche Satzanfänge wie: „Bin nicht sicher, ob ich gerade glücklich oder noch nicht wieder nüchtern bin. Bin nicht sicher, ob mir alles weh tut …“) könnten z.B. auch inhaltlich wichtige Begriffe hervorgehoben werden. 5 Sally liest die Wortakzente sehr rhythmisch (z. B. „hab den ganzen Tag geschlafen“) und betont die Reime (z.B. an … kann … an). – Ihre Aussagen unterstreicht sie durch eine sehr ausgeprägte Gestik. 6 Der Gedicht ist klar in Verse untereilt, weist ein relativ regelmäßiges Metrum (vierhebiger Jambus sowie ein starres Reimschema [abbaba) auf; außerdem wir der Vers „Du aber bist der Hafen.“ refrainartig wiederholt. Trotz dieser relativ starren äußeren Form wirkt der Text getragener, ruhiger. Das kann auch daran liegen, dass der Adressat im Gedicht im Refrain positiv hervorgehoben wird, während im Slam auch Vorwürfe erhoben werden. 7 Die Sprecherin adressiert sich selbst und wirft sich vor, nicht alleine, für sich selbst bleiben zu können und sich zu verstellen, um anderen zu gefallen. Eine Lösung könnte darin bestehen, stärker zu sich selbst zu stehen. 8 Beispiele für sprachliche Auffälligkeiten: • sprachliche Bilder (Metaphern): Mein Kopf voller Watte • Anaphern: Bin nicht sicher, ob ich gerade glücklich oder noch nicht wieder nüchtern bin. Bin nicht sicher, ob mir alles weh tut oder taub ist, ob das … • Wiederholungen: Es ist, als hätte ich vergessen, dass ich dich nicht einfach so vergessen kann. Es ist, als hätten wir vergessen … • Gegenüberstellungen: Du bewegst dich auf den Beat und ich mich im Kontext … • rhetorische Fragen: Macht es dich glücklich, manchmal nicht alleine einschlafen zu müssen, aber alleine mit deinen Sorgen zu bleiben? Macht es dich glücklich, dich anzupassen und dich immer wieder beim Fälschen zu verschreiben? 9 Die letzte Botschaft hebt die ersten Aussagen gewissermaßen auf („am meisten hasse ich, dass ich dich nicht hassen kann.“), sodass das Gedicht insgesamt eine Liebesbotschaft darstellt. – Liebe und Hass sind beides sehr starke Gefühle, die Gleichgültigkeit ausschließen. So liegt es dann nahe, dass die Gefühle auch einmal in ihr Gegenteil umschlagen. 10 Grundsätzlich könnte auch das Gedicht als Slam vorgetragen werden. Untypisch wäre dann aber, dass es keine ausgeprägte klangliche Struktur besitzt. 11 Du bist wie a Bild: Lied – Wenn es in Beziehungen: Sachtext – Es ist Nacht: Gedicht 12 In der Lyrik gibt es die spezielle Gedichtform Lied: Diese besteht meist aus kurzen Strophen mit vier oder sechs gereimten Versen mit einem refrainartig wiederkehrenden Vers. Metrisch bestehen die Verse meist aus vier Hebungen; der Inhalt ist oft schlicht und greift auf grundlegende menschliche Erfahrungen (wie z.B. Liebe, Heimweh oder Sehnsucht) zurück. Solche lyrischen Lieder sind früher oft vertont worden. Heute werden solche Texte oft eigens für Songs (Lieder) geschrieben und dann gesungen. Seite 102/103 1 individuelle Lösungen 2 Stilmittel Erklärung Beispiel bildhafte Sprache und Metaphern Poetry Slams beschreiben Sachverhalte oft durch bildliche Vergleiche, damit Emotionen besser transportiert werden können. Meine Gedanken sind Vögel, die frei fliegen, doch meine Ängste sind Ketten, die sie gefangen halten. Rhythmus und Reim In Slam-Texten wird oft gereimt, um den Text zu strukturieren und die Aufmerksamkeit des Publikums zu fesseln. (Mehrfachreim, Binnenreim, Schüttelreime, …) Eine laute Gans verhaute Franz. Du bist grässlich vergesslich! Die Menschen mögen Möwen leiden, während sie die Löwen meiden. Wortspiele, Wortneubildungen (Neologismen) Typisch für Slam-Texte ist ein kreativer Umgang mit Sprache. Dabei steht die korrekte Grammatik nicht im Mittelpunkt. Ihre Smartphones lassen sie aussehen wie Zombies. Ihr Gerät vor der Nase macht sie zu Smombies. Wiederholung Stilmittel, bei dem Wörter, Phrasen, Sätze oder Strukturen bewusst wiederholt werden, um die Aufmerksamkeit auf etwas zu lenken oder einen bestimmten Rhythmus zu erzeugen. Sie lachte und lachte, bis die Tränen kamen und sie nicht mehr aufhören konnte zu lachen. Alliteration Die Wiederholung eines Anfangslautes verstärkt nicht nur den rhythmischen Fluss des Satzes, sondern erzeugt auch eine poetische Wirkung. Sanfte Sonnenstrahlen streicheln die sattgrünen Wiesen. Doppeldeutigkeit Ein Satz wird absichtlich mehrdeutig gestaltet, sodass er auf verschiedene Weisen interpretiert werden kann. Sie kann sowohl humorvoll oder ernsthaft eingesetzt werden. Dieser hundsgemeine Hund hatte schon wieder meine Zeitung gestohlen! Rücksichtslos vom Tisch stibitzt. Jetzt saß er selbstgefällig damit in der Ecke. Und löste MEIN Kreuzworträtsel! Sarkasmus und Ironie Slam-Texte zeichnen sich durch eine teils sehr scharfe, beißende oder bittere Art des Humors aus. Manchmal wird dafür etwas behauptet und das Gegenteil davon gemeint. Ironie ist ein wenig subtiler, also unauffälliger als Sarkasmus. Oh, toll, mein Wecker ist nicht abgegangen. Was für ein erfolgreicher Start in den Tag. Jetzt werde ich definitiv pünktlich zur Arbeit kommen. Übertreibungen (Hyperbel) Um die Wichtigkeit von etwas zu betonen, wird etwas stark übertrieben dargestellt. Das habe ich dir schon tausendmal gesagt! 3 individuelle Lösungen 4 Beispiele: • Wiederholung: eine wichtige Information über mich verschwiegen. Eine Information … • Alliteration: Wo ist Walter?“-Wimmelbild. Ja, wo ist Walter? Jetzt mal ehrlich, wo ist Walter?! • Rhythmus und Reim: fliegt die Flasche durch die Klasse und trifft Lasse • Sarkasmus und Ironie: Ich habe meine wunderschönen Erfahrungen beim Referendariat – Alles easy! Total entspannt! Ganz relaxt! Damit kann ich umgehen. Schließlich komm ich grad von der Uni. Ich bin voll motiviert. Und cool. • Wortspiele (hier durch Gleichklang): sitzt an seinem Tisch, seine Stifte sind gespitzt, er schaut rüber und erblickt, wie Fritz sich diebisch was stibitzt • Übertreibungen: wir erinnern uns, sein Schreibzeug war gespitzt – er rammt’s Larissa ins Gesicht • bildhafte Sprache: Die Tür fliegt auf Seite 104/105 1 Hier geht es darum, dass ihr euch die Regel bewusst macht. 2 individuelle Lösungen 3 individuelle Lösungen – Hier könnte man auch auf die Künstlerin bzw. den Künstler eingehen und den Text inhaltlich zusammenfassen. 4/5 individuelle Lösungen 6 individuelle Lösungen – Beispiel für Synonyme sind etwa: nachdenken/ überlegen, schön/herrlich, Liebe/Zuneigung, flüstern/wispern, alt/betagt, … – Die Synonyme können auch von den Schülerinnen und Schülern selbst vorgegeben werden; Voraussetzung ist dann aber, dass man selbst ein Synonym zu dem vorgegebenen Wort angeben kann. 7/8/9/10 individuelle Lösungen Seite 106/107/108 (Teste dich selbst) 1 früher heute Kommunikation per Post (per Fax) WhatsApp 2 Beispiele: Ausrufe, unterstützende Satzzeichen, umgangssprachliche Wörter, Anglizismen, direkte Reden, … 3 Gemeinsamkeiten: umgangssprachliche Wörter, kurze Sätze, unterstützende Satzzeichen Unterschiede: keine Anrede an sich selbst, Siezen der Adressatin bzw. des Adressaten 4 individuelle Lösungen in Bezug auf den Inhalt – Sprachlich bzw. formal ist wichtig, dass die Kriterien des inneren Monologs (siehe Aufgabe 2) eingehalten wurden. 5 Was ist denn das für’n Kerl? Ich hab’ ja gar keine Zeit. Das gibt’s doch nicht! 6 wenn ich daran denk’: Temporalsatz bevor ich einen Schluss mach’: Temporalsatz wenn ich zu Haus geblieben wär’: Konditionalsatz wie ich noch ein Bub war: Temporalsatz wie ich das letzte Mal zu Haus war: Temporalsatz obzwar sie schon einen Mann hat und zwei Kinder: Konzessivsatz 7 Arten von Liebe: Geschwisterliebe, Eltern-bzw. Kindesliebe, erotische Liebe 8 richtig sind: Übertreibung, Alliteration, Wortspiele, Sarkasmus/Ironie 9 Du warst nur ein Blick zur Seite, nur eine Begrüßung mit der Hand, der Dialog zwischen uns beiden war stets geprägt von viel Distanz: ein „Guten Morgen“ zwischen Türen, ein „Gut, und selbst?“ als Reaktion, die Hände in den Taschen ein Ausdruck purer Diskretion. Man fragte nie genauer und man sprach auch nicht viel mehr. Die Müdigkeit des Alltags machte die Münder einfach schwer und mit den Gedanken noch im Gestern, mit den Körpern schon im Gleich muss man sich doch fragen, was da für den Moment noch bleibt, und so trafen sich am Morgen stets nur zwei Köpfe voller Sorgen. Und es waren jeden Tag schlicht nur zehn Sekunden, in denen wir einander trafen: zwei Körper, ein Flur, ein Raum ohne Fragen. Das waren zehn Sekunden pure Stille, zehn Sekunden einfach sein, zehn Sekunden freier Wille dem Schweigen Ausdruck zu verleihen, zehn Sekunden innehalten, zehn Sekunden Gänsehaut, zehn Sekunden Blicke tauschen und schweigend sagen: „Ja, ich auch!“ 188 Nur zu Prüfzwecken – Eigentum des Verlags öbv
RkJQdWJsaXNoZXIy MTA2NTcyMQ==