Treffpunkt Deutsch 4 - Deutsch Sprachlehre, Schulbuch

Lösungen 2 Die Arbeit am Roman ist zwar längst abgeschlossen (insofern hat Marlene Röder beispielsweise in ihrem Debütroman die Erlebnisse der drei Jugendlichen verknüpft), aber für die Leserinnen und Leser des Romans ist, wird das beim Lesen selbst gegenwärtig. Das ist der Grund, weshalb man auch bei Zusammenfassungen einer Geschichte das Präsens benutzt. 3 individuelle Lösungen in Bezug aus das Lesen – Die Art, wie man etwas sagt, hat eine große Bedeutung. Zum Beispiel kann, wie hier, das Selbstbewusstsein der Figuren zum Ausdruck kommen. Umgekehrt könnte aber auch deutlich werden, dass man z.B. schüchtern oder ängstlich ist oder teas nicht ernst meint. 4 Mia: 16 Jahre alt, muss aufs Land ziehen, ist verschlossen, verliebt sich in Alex (Text 1); bleich geschminkt, dunkel umrandete Augen, schwarze Samtklamotten; raucht; hat Selbstbewusstsein (Text 2) – Die Aufgabe bereitet bereits die nachfolgende schriftliche Charakterisierung vor und kann mündlich bearbeitet werden. Wieder sollten die Schülerinnen und Schüler möglichst eng am Text arbeiten. Seite 138/139 1 Marlene Röder: „Im Fluss“ (Jugendroman), Thema: Selbstfindung von Jugendlichen 2 Mia ist ungewöhnlich geschminkt und gekleidet (vgl. „bleich geschminkte Mädchen mit dunkel umrandeten Augen in schwarzen Samtklamotten“), ist neu im Ort (vgl. „erzählte, aus welcher Stadt es mich hierher verschlagen hatte“). 3 siehe dazu Aufgabe 4 auf Seite 141 4 individuelle Lösungen – Es könnte problematisiert werden, dass auf der Grundlage des Textausschnitts zwei Sichtweisen auf Mia möglich sind. Einmal kann man argumentieren, dass sie ein verunsichertes, ängstliches Mädchen ist, dessen Auftreten (Kleidung, Schminke, rauchen) das nur kaschieren will. Zum anderen kann man darauf verweisen, dass sie ihre Unsicherheit überwindet und sich gegenüber Alex resolut verhält, also letztlich mutig ist. 5 Hier gibt es verschiedene Möglichkeiten. Meist beginnt man mit den persönlichen Angaben (Name, Alter, Lebensumstände), beschreibt dann das Aussehen (allgemeiner Eindruck, Körpergröße und Figur, Gesicht und Frisur, Kleidung und ggf. Schmuck); abschließend wird der Charakter beschrieben (von den weniger wichtigen Eigenschaften zu den prägenden Merkmalen). 6 individuelle Lösungen 7 ggf. Alex (Steinflösser): gibt sich lässig (trinkt Bier, spukt ins Wasser), „sah eigentlich nicht schlecht aus: drahtige, sportliche Figur und braune Locken. Ich schätzte ihn auf etwa achtzehn.“, hellblaue Augen, mit Grübchen in den Wangen, ruhiges Gesicht, warmer und fester Händedruck Seite 140/141 1 a. Roman „Im Fluss“, 2007, Mia lebt nun am Land (wegen eines Jobwechsels des Vaters) b. Beide Einleitungen führen über die Beschreibung der Lebensumstände zur Figur Mia hin, Einleitung 1 benennt zusätzlich das Thema des Romans. – Der Vergleich könnte dann auch für eine Bewertung genutzt werden: Einleitung ist 2 ist unvollständig, es fehlt vor allem der Name der Autorin. 2 individuelle Lösungen – Du kannst dich an den Beispielen im Buch orientieren; achte auf die Vollständigkeit der Angaben. 3/4 individuelle Lösungen – Ein Beispiel für eine mögliche Formulierung siehst du auf Seite 142. 5 individuelle Lösungen – Wie Mia auf dich wirkt, kannst nur du selbst wissen. 6/7 individuelle Lösungen Seite 142/143 1 Die 16-Jährige ( 16-jährige) Mia lebt wegen des neuen Berufs ihres Vaters nun am Land. Als sie auf einem ersten Erkundungs Weg ( Erkundungsweg) auf Alex und seine Freunde trifft, trägt sie Kleidung aus schwartzem ( schwarzem) Samt und ist bleich geschminkt. Sie selbst sagt über sich: „Mir gab dieses Autfit ( Outfit) irgendwie ein Gefühl von Sicherheit“ (Z. 18–19). … Ihre Unsicherheit versucht ( sie) dabei zu überspielen, in dem ( indem) sie sich eine Zigarette anzündet, was zugleich deutlich macht, dass sie cool auf die anderen wirken möchte. An der Art, wie sie über Alex denkt (vgl. …) kann man erkennen, das ( dass) sie eine gute Menschenkenntnis hat und sehr selbstbewusst auf tritt ( auftritt). Ihr Selbstbewusstsein zeigt sich auch als ( auch, als) Alex‘ Verhalten sie wütend macht und sie sich vornimmt: „. Ich wollte es ihm zeigen, diesem selbst ernannten Dorfkönig, oh ja!“ (Z. 85– 86) Diese Situation lässt aber auch erkennen, dass Mia kein einfacher Mensch ist, keinem Streit aus dem Weg geht und am Ende gerne die jenige ( diejenige) ist, die Recht hat und die Stärkere ist. 2 a. Der Beleg wird besser direkt in den Satz übernommen: Als Mia Alex zum ersten Mal begegnete, trug sie ein Outfit, das ihr „irgendwie ein Gefühl von Sicherheit [gab]“ (Z. 18–19). – b. Hier wiederholt sich dreimal der gleiche Satzanfang: Mia ist mutig, was sich daran zeigt, dass sie nicht umkehrt, als sie die Kerle angaffen. Sie möchte dabei cool wirken und zündet sich deshalb eine Zigarette an. Zugleich ist Mia selbstbewusst, was sich zeigt, als sie Alex den Rauch ins Gesicht bläst. – c. Hier wird die Charakterisierung des Äußeren unterbrochen durch einen Hinweis auf den Charakter: Mia sieht vielleicht gut aus, denn die Kerle gaffen sie an, als sie sie das erste Mal sehen. Dass die Kerle sie so anschauen, liegt vielleicht auch am „Vampirskostüm“ (Z. 19), das sie trägt. In dieser Situation zeigt Mia Selbstbewusstsein, weil nicht umkehrt, wie sie es eigentlich möchte (vgl. Z. 4), sondern bleibt und sich eine Zigarette anzündet. – d. Wie bei Satz c werden Darstellungen – die Beschreibung von Alex’ Verhalten und die Charakterisierung Mias – vermischt: Interessant finde ich, dass sich Mia überrumpelt vorkommt, als Alex ihr die Hand reicht, was sie „altmodisch“ findet (Z. 65). Weil sie aber höflich erzogen ist und auch den Kontakt nicht scheut, ergreift sie Alex’ Hand. 3 individuelle Lösungen Seite 144/145 1 Die Überschrift ist umgangssprachlich und legt nahe, dass es in dem Stück um „einfache“ Menschen geht. Außerdem spielt das Thema Geld eine große Rolle. 2 J: Ja, Hallo, hier Jule Wolff. – HW: Weinert. – J: Wer? – HW: Herr Weinert, dein Klassenlehrer.– J: Ach, Herr Weinert. Sie sind das. – HW: Kommst du heute nicht in die Schule? Geht es dir nicht gut? – J: Nee. – HW: Was hast du denn? – J: Na, Fieber und Bauchschmerzen und so. – HW: Aha. – J: Durchfall hab ich auch. – HW: Kann ich mal bitte deine Mutter sprechen? – J: Nee, meine Mutter ist nicht da. – HW: Wann kann ich sie denn einmal erreichen? – J: Weiß ich nicht, die ist so gut wie nie da, das ist echt schwierig. – HW: Aber abends ist sie doch sicher da? – J: Nee, auch abends häufig nicht. – HW: Kann ich jetzt vielleicht vorbeikommen? – J: Nee, vorbeikommen ist auch schlecht. – HW: Ich möchte wirklich nur kurz nach dir sehen. – J: Nee, das geht eigentlich gar nicht. – HW: Warum denn nicht? – J: Na, weil, weil … oh, ich glaub, Sie haben Glück, ich hör grad was. Ich glaub, meine Mutter kommt grad die Treppe rauf. – HW: Wirklich? – J: Ja, einen Moment. – In gleicher Weise ließe sich auch der Schluss des vorliegenden Ausschnitts (Tims Gespräch mit Herrn Weinert) bearbeiten. 3 Jule behauptet, dass ein Mädchen namens Susi am Telefon wäre. Wahrscheinlich weiß sie, dass Tim mit einer Susi befreundet ist oder es gerne wäre. 4 Was sagt die Szene über die Figuren und ihre Beziehung zueinander? Jule und Tim leben offenbar bei einer alleinerziehenden Mutter in sozial schwierigen Verhältnissen. Jule und Tim verstehen sich gut, allerdings ist Tim deutlich älter als Jule. Die Mutter ist möglicherweise überfordert. – Was sagt die Szene über den Handlungskern des Stücks? Aufgrund des Ausschnitts ist es wahrscheinlich, dass Jules weitere Entwicklung (Wird sie künftig regelmäßig die Schule besuchen? Kann sich ihre Mutter bald besser um sie kümmern?) im Mittelpunkt steht. – Was verrät die Szene über den weiteren Verlauf der Handlung? Herr Weinert hat Jule offenbar durchschaut und ist bereit, sich um sie zu kümmern. Vielleicht besucht Herr Weinert Jule oder schaltet das Jugendamt ein. 5 individuelle Lösungen – Du kannst so beginnen: Jule zuckte kurz zusammen, als sie das Telefon klingeln hörte, und rief dann nach ihrem Bruder: „Tim, Telefon.“ „Wer ist dran?“, hörte Jule ihn aus seinem Zimmer rufen, und nahm den Hörer ab. „Ja, Hallo, hier Jule Wolff“, sagte sie und wurde kreidebleich, als sich ihr Klassenlehrer meldete und ihre Mutter sprechen wollte. 6 individuelle Lösungen 7 individuelle Lösungen Seite 146/147 1 „Die Ameisen“: Die Ameisen wollen die Welt erkunden und entdecken ihre eigenen Grenzen. – „Wem Gott will rechte Gunst erweisen“: Der Sprecher im Gedicht entdeckt die Schönheit der Welt. – „die tümmler“: „Entdeckt“ werden sollen die Tümmler. 2 „Die Ameisen“: Joachim Ringelnatz (1788–1857): Sprache fast wie heute, aber mit „Chaussee“ kommt ein altertümlicher Begriff vor; „Wem Gott will rechte Gunst erweisen“: Joseph von Eichendorff (1883–1934): viele altertümlich anmutende Wörter: „Gunst“, „erquicket“, „Sach“; „die tümmler“: Jan Wagner (*1971): moderne Sprache (in Kleinschreibung) – Hier kommt es weniger auf das Ergebnis als vielmehr auf den aufmerksamen Blick auf Sprache an. 3 „Die Ameisen“ „Wem Gott will rechte Gunst erweisen“ „die tümmler“ lyrische Situation am Anfang Wunsch, nach Australien zu reisen Aufbruch in Welt, Dankbarkeit gegenüber Gott Fahrt wird unterbrochen, alles gerät in Aufregung lyrische Situation am Ende Zufriedenheit mit dem Ist-Zustand Vertrauen auf Gott Fahrt wird fortgesetzt, Alltag kehrt zurück 4 In allen Fällen handelt es sich um übertragene Wortbedeutungen. – Aus … frischer Brust: es wird kräftig und laut gesungen („Brust“ steht für „Lunge“) – in der schwarzen blüte: aus dem Inneren des (schwarzen) Bordlautsprechers – regenjacken wie pralinen: die Jacken sind einerseits verschiedenfarbig; die Träger der Jacken stehen andererseits so eng zusammen, wie Pralinen eng in der Schachtel aneinanderliegen. 5 Genau (Satzanfang) in dem Moment (Nomen), als man den Motor (Nomen) drosselte, die scheppernde, gebellte Meldung (Nomen) aufging in der schwarzen Blüte (Nomen) des Bordlautsprechers (Nomen), waren die Mütter (Nomen) vergessen, ihre Kinder (Nomen), die zu brüllen vergessen hatten, und sogar der Rohling (Nomen) mit Sommerhut (Nomen), wir selbst vor dieser Reling (Nomen) in bunten Regenjacken (Nomen) wie Pralinen (Nomen) in einer Schachtel (Nomen), hingen wir im Fjord (Nomen) zwischen dem Grund (Nomen) des Himmels (Nomen) und dem Grund (Nomen) der Meere (Nomen), bevor unter dem frisch geflaggten Diesel (Nomen) das Schiff (Nomen) wieder an Fahrt (Nomen) gewann und all die Sprachen (Nomen) wiederkehrten, wir unseren, sie ihren Schwärmen (Nomen) folgten. – Über die Gründe der Kleinschreibung kann man nur spekulieren. Ein Nachteil der Großschreibung ist aber, dass Wörter (Satzanfänge, Nomen, Namen) gewissermaßen bevorzugt und hervorgehoben werden; vielleicht ist aber manchmal gerade ein Verb oder Adjektiv wenn nicht wichtiger, so doch auch nicht unwichtiger. 191 Nur zu Prüfzwecken – Eigentum des Verlags öbv

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