Treffpunkt Deutsch 4 - Deutsch Sprachlehre, Schulbuch

Armut hat viele Gesichter worfen wurde, hat sie zunächst bei Freunden und dann auch auf der Straße genächtigt. „Speziell das war keine sehr schöne Zeit, ich möchte nicht weiter darüber reden“, erzählt sie. Wer zufällig neben ihr bei der Bim-Station steht, würde nicht im Traum darauf kommen, dass die Mittzwanzigerin keinen eigenen festen Wohnsitz hat, seit sie 17 Jahre alt ist. In der „JuCantine“ neigt sich der Tag mittlerweile dem Ende zu. Die Oberflächen der Edelstahlküche glänzen vor Sauberkeit, der betörende Duft nach frisch gekochtem Essen wurde durch den Geruch nach Desinfektionsmittel ersetzt. Philipp entspannt sich bei einer Runde Tischfußball und hofft, bald auf eigenen Beinen stehen zu können. Besprecht, woran man die persönlichen Eindrücke erkennt. Erklärt kurz, wie die Autorin oder der Autor in der Reportage die „Ich-Form“ vermeidet. Untersucht die in der Reportage verwendeten Tempora. Stellt Vermutungen an, was das hauptsächlich verwendete Tempus bei der Leserin bzw. beim Leser bewirken soll. Eine Reportage spricht die Sinne und Gefühle der Leserinnen und Leser an. Arbeite Beispiele dazu heraus und schreibe sie in deinem Heft auf. Notiere mithilfe des Merkekastens am Rand des Textes typische Merkmale einer Reportage. Verfasse nun eine Reportage über österreichische Sozialmärkte, in der du deinen (erdachten) Besuch in einem Sozialmarkt beschreibst und Hintergrundinformationen wiedergibst. Baue dabei auch Auszüge aus den Zitaten von Seite 53 ein. Verwende einen aktuellen Anlass (Warum erscheint die Reportage gerade jetzt?), den du in deinen Text einarbeitest. 60 62 64 66 68 70 72 74 2 B 3 B 4 B 5 N 6 • Eine Reportage hat meist keine klassische Einleitung, sondern der Einstieg erfolgt direkt. Oft beginnt sie mit einem Zitat oder den persönlichen Eindrücken der Reporterin oder des Reporters. Die Sinneswahrnehmungen vor Ort werden geschildert. So gelangt die Leserin bzw. der Leser sofort ins Geschehen und kann sich die Situation bildlich vorstellen. Eine Atmosphäre wird geschaffen. • Im Hauptteil wechseln sich Sachinformationen und persönliche Eindrücke ab. Zum Beispiel werden abwechselnd das aktuelle Geschehen vor Ort und Hintergrundinformationen wiedergegeben. Oder man wechselt zwischen dem Ist-Zustand und der Vergangenheit oder der Zukunft. Auch verschiedene Personen kommen zu Wort. Dennoch braucht es einen roten Faden. • Der Schluss knüpft meist an den Einstieg an (Spannungsbogen) und greift einen Aspekt auf, der dort anfangs schon erwähnt wurde. Auch eine überraschende Wendung oder ein Blick in die Zukunft können die Reportage abschließen. Merke 7 N 55 Nur zu Prüfzwecken – Eigentum des Verlags öbv

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