Begegnungen mit der Natur 4, Arbeitsheft

Genetik und Sexualität 46 Wer bestimmt das Geschlecht? Männchen sind Tiere, die männliche Geschlechtszellen produzieren. Weibchen produzieren weibliche Geschlechts- zellen. Bei der sexuellen Fortpflanzung verschmelzen eine weibliche und eine männliche Geschlechtszelle. Wann entscheidet sich, ob aus der befruchteten Eizelle ein Männchen oder ein Weibchen entsteht? Und paaren sich tatsächlich nur Weibchen und Männchen? Diese Fragen lassen sich nicht so einfach beantworten. 1. Lies die Informationen und beantworte dann die Fragen unterhalb. Seepferdchen sind Fische mit einer besonderen Eigenschaft: Bei ihnen werden die Männchen trächtig. Während der Paarung legen die Weibchen 50 bis 1000 Eier in eine Bauchtasche des Männchens. Dort werden die Eier von den Spermazellen des Männchens befruchtet. In dieser Bauchtasche schlüpfen nach einem Monat die Jungtiere. Bei Honigbienen und anderen Insekten hängt das Geschlecht davon ab, ob sich die Eier aus befruchteten oder unbefruchteten Eiern entwickeln. Befruchtete Eier werden zu Königinnen oder Arbeiterinnen, je nachdem, welches Futter die Larven bekommen. Aus unbefruchteten Eiern entstehen Männchen. Ein Kuriosum findet man beim Meereswurm Bonellia viridis. Die geschlechtlich noch undifferenzierten Larven sinken zum Meeresboden. Erreichen sie diesen, setzen sie sich dort fest und wachsen bis zu 1,5 m langen Weibchen heran. Trifft eine herabsinkende Larve auf ein Weibchen, dringt sie in den weiblichen Körper ein. In den weiblichen Geschlechtsorganen reift sie durch Hormone, die vom weiblichen Wurm abgegeben werden, zu einem etwa 2 mm großen männlichen Wurm heran. Ein einzelnes Weibchen kann viele Männchen als „Dauerbewohner“ beherbergen und sich fortpflanzen. Bei Reptilien hängt das Geschlecht von der Umgebung ab. Die Bruttemperatur entscheidet, ob Männchen oder Weibchen entstehen. Dabei spielt das Enzym Aromatase eine wichtige Rolle. Es wandelt das männliche Hormon Testosteron in das weibliche Hormon Östrogen um. Weinbergschnecken und Regenwürmer sind Zwitter. Das bedeutet, dass sie sowohl männliche als auch weibliche Geschlechtsorgane haben. Trotzdem befruchten sie sich nicht selbst, sondern immer gegenseitig. Bei etwa 1500 Tierarten gibt es Hinweise auf Homosexualität. Zum Beispiel sind etwa 5 % der Enten und Gänse homosexuell. Weibchen, die keinen Partner haben, legen ihre Eier manchmal in die Nester von gleichgeschlechtlichen Paaren Bei manchen Tiefsee-Anglerfischen sind die Männchen viel kleiner als die Weibchen. Bei der Paarung verbinden sie sich dauerhaft mit dem Körper des Weibchens. Oft leben mehrere Männchen bis zum Tod an einem Weibchen. a) Nenne drei Mechanismen der Geschlechtsbestimmung bei Tieren. b) Beim Menschen bestimmen in erster Linie die Erbanlagen das Geschlecht. Bei einem von 4500 menschlichen Babys kann das Geschlecht anhand körperlicher Merkmale nicht eindeutig zugeordnet werden. Sie sind intergeschlechtlich. Begründe das Phänomen der Intergeschlechtlichkeit bei Menschen. 1 Weibchen mit Männchen (Illustration) Schulbuch Seite 117–119 O Nur zu Prüfzwecken – Eigentum des Verlags öbv

RkJQdWJsaXNoZXIy MjU2NDQ5MQ==