sprachreif, Schreibkompetenztraining 1: Argumentative und appellative Textsorten

11 1.2 — Bausteine erfolgreichen Schreibens Aufgabenstellungen verstehen Schreiben in der Schule wird vielfach, wie oben bereits festgestellt, durch Aufgaben gesteuert. Deswegen sollten Sie Aufgabenstellungen rasch erfassen und möglichst problemlos verstehen können. Schreibaufgaben im Rahmen der schriftlichen Reifeprüfung aus Deutsch und (weitgehend) auch bei Schularbeiten orientieren sich an einem Aufbau, der dem folgenden Beispiel entspricht. Es stammt aus dem Aufgabenheft für die SRDP im Jahr 2018. Prüfungsaufgaben zur SRDP ab dem Jahr 2013 sowie Übungsaufgaben finden Sie auf der vom Bundesministerium für Bildung betriebenen Homepage www.matura.gv.at unter „Unterrichtssprache“ – „Frühere Prüfungsaufgaben“ bzw. „Übungsmaterialien“. quelle: matura.gv.at; 08.04.2025 1.2.6 – Thema: Literatur – Kunst – Kultur Aufgabe 2 Kunstaktion und politisches Engagement Verfassen Sie einen Leserbrief. Situation: Sie lesen den Zeitungsbericht Nur keine Spompanadeln und reagieren darauf mit einem Leserbrief. Lesen Sie den Zeitungsbericht Nur keine Spompanadeln von Michael Omasta aus der Wochenzeitung Falter vom 22. Juni 2016 (Textbeilage 1). Verfassen Sie nun den Leserbrief und bearbeiten Sie dabei die folgenden Arbeitsaufträge: — Geben Sie die Kernidee der beschriebenen Kunstaktion wieder. — Bewerten Sie politisches Engagement dieser Art im öffentlichen Raum und in Geschäftslokalen. — Begründen Sie, warum Sie an ähnlichen Aktionen teilnehmen oder nicht teilnehmen würden. Schreiben Sie zwischen 270 und 330 Wörter. Markieren Sie Absätze mittels Leerzeilen. AUFGABE Von Michael Omasta | 22.06.2016 Ihren klingenden Namen verdankt die Glockengasse in Wien-Leopoldstadt dem Umstand, dass sich Anfang des 19. Jahrhunderts dort eine Glockengießerei befand. Vor ein paar Jahren kam die Adresse zu literarischen Ehren: Vilma Neuwirth erzählt in „Glockengasse 29“ die Geschichte ihrer Familie, einer jüdischen Arbeiterfamilie. Am kommenden Sonntag findet eine Performance in der unscheinbaren Gasse statt: „400 – the image behind“, ein Mahnmal im öffentlichen Raum für jene 400 Menschen, die allein in den ersten sechs Wochen dieses Jahres auf der Flucht im Mittelmeer ums Leben kamen. „Wir wollen diesen Menschen, von denen in den Medien fast nur mehr als Zahl gesprochen wird, im übertragenen Sinn einen Körper wiedergeben“, erläutert die Filmemacherin Lotte Schreiber das Vorhaben, „und durch die reine physische Präsenz von mehreren hundert Leuten auch die einzelne Person wieder greifbarer machen.“ Schreiber geht die Aktion wie einen Filmdreh an, vor allem, was die behördlichen Genehmigungen betrifft: Parkverbot muss verhängt, ein Teil der Gasse für den Verkehr gesperrt werden. Mehrere der umliegenden Geschäfte haben ihre Schaufenster zur Verfügung gestellt. Sie sind mit Piktogrammen beklebt, die in abstrahierter Form an das Schicksal von Aylan Kurdi erinnern, ein syrisches Flüchtlingskind kurdischer Abstammung, dessen Leiche vorigen Herbst bei Bodrum an Land geschwemmt wurde. Tatsächlich ist einer der Geschäftsleute vor Ort Nur keine Spompanadeln1 Ein temporäres Mahnmal zeigt 400 Menschen beim Verschwinden 2 4 6 8 10 12 14 16 18 20 22 24 26 28 30 32 Nur zu Prüfzwecken – Eigentum des Verlags öbv

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