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Erziehung & Unterricht 2020 | 3+4

Erziehung & Unterricht 2020/3+4 bietet zwei inhaltliche Schwerpunkte:

Schwerpunkt eins, Visuelle Bildung im Zeitalter digitaler Bildkulturen, koordiniert von Nadja Köffler, hat die digitale Bilderflut zum Thema und beschäftigt sich u. a. mit der Frage, wie ein analoges Bild(sic!)ungssystem damit umgeht.

Schwerpunkt zwei, Naht- oder Sollbruchstellen?, zusammengestellt von Livia Jesacher-Rößler, widmet sich den Transitionen im österreichischen Bildungssystem, in dem soziale und ethnisch-kulturelle Faktoren noch immer einen deutlichen Einfluss auf die Schul- und Bildungskarrieren haben, und beleuchtet die Chancen und Risken von Übergängen.

 


Editorial

 

Das vorliegende Heft von Erziehung und Unterricht bietet zwei inhaltliche Schwerpunkte:

1. Visuelle Bildung im Zeitalter digitaler Bildkulturen

Wie wirklich ist die Wirklichkeit? Die virtuelle Welt der Bilder lässt Realität und Realität der Bilder verschwimmen und macht das Bild manchmal realer als die tatsächliche Welt. Schöne neue (Bilder)Welt? Die Sichtbarmachung von Welt durch Bilder schafft Teilhabe, gleichzeitig aber auch Überflutung und Manipulation. Wie geht ein analoges Bild(sic!)ungssystem mit der digitalen Bilderflut um? Wo tun sich Chancen auf, wo müssen Grenzen gezogen werden? Mit diesen und weiteren Fragen beschäftigt sich dieser Schwerpunkt und versucht in den folgenden Artikeln aus verschiedenen Disziplinen Richtung und Antwort zu geben.

Nadja Köffler bildet im thematischen Aufriss ihrer Einleitung bereits die Fülle und Komplexität ab. Wir danken ihr sehr für die Wahl dieses Themas und die aufwändige Koordination.

 

2. Naht- oder Sollbruchstellen? Transitionen im österreichischen Bildungssystem

Soziale und ethnisch-kulturelle Faktoren haben im selektiven österreichischen Bildungs-system immer noch einen deutlichen Einfluss auf die Schul- und Bildungskarrieren. Der Themenschwerpunkt bietet Einsicht in die vorherrschenden Gegebenheiten der Wirksam-keit von Ungleichheit und Unterschied, wenn es um Bildungsgänge im Schulsystem geht. Besonders an den Schnittstellen, Nahtstellen oder eben Sollbruchstellen entscheidet sich manches SchülerInnen-Schicksal – und zwar mehrmals. Der Teilschwerpunkt bietet eine professionelle Auseinandersetzung mit dieser Thematik und beleuchtet die Chancen und Risken von Übergängen.

Livia Jesacher-Rößler hat namhafte Autorinnen und Autoren mit ihren Forschungs- und Praxisbefunden versammelt und gibt in ihrem Vorwort einen inhaltlichen Überblick. Wir danken ihr für die gelungene Koordination!


Article Summaries

 

Zum Jubiläum: 170 Jahre Erziehung & Unterricht

Wilhelm Beranek – Walter Weidinger

Zur Entwicklung von „Erziehung und Unterricht“ vom ministeriellen Mitteilungsorgan zur autonomen erziehungswissenschaftlichen Zeitschrift

Summary: 25 Jahre lang haben wir gemeinsam in der Redaktion und dann in Funktion der Heraus¬geber von E&U Ausgabe für Ausgabe zusammengestellt und jahrelang das Editorial zu jeder Ausgabe komponiert. Diese Form der Kooperation wollen wir auch bei der Erstellung des Beitrages zur Festschrift beibehalten, weil auch damit die Koinzidenz in der Auffassung über die Neugestaltung (aus der Sicht der Zeit vor der Jahrtausendwende) zum Ausdruck gelangt.


Themenschwerpunkt:
Visuelle Bildung im Zeitalter digitaler Bildkulturen (Koordination: Nadja Köffler)

 

Petra Missomelius

Die Spezifik digitaler Bildkulturen

Plädoyer für eine Perspektivenerweiterung auf mediale Strukturen und medienkulturelle Hintergründe

Summary: Die Vermittlung visueller Kompetenzen ist in heutigen Medienkulturen, die seit 1995 von Internet, seit 2004 von Social Media und seit 2007 von smarten Mobilgeräten geprägt sind, unerlässlich. Die Beschaffenheit des Bildes, d.h. die Digitalität spielt hierbei eine maßgebliche Rolle. Um einen kompetenten Umgang mit hybriden Alltagswirklichkeiten zu ermöglichen, ist die multiperspektivische Reflexion von Digitalität auch und besonders in bildungsinstitutionellen Kontexten erforderlich. Der Beitrag skizziert mögliche Herangehensweisen, die Rolle veränderter Bildpraktiken und kultureller Nutzungsformen sowie sich daraus ableitende notwendige Kompetenzen, welche nicht zuletzt auch für demokratische Bildung grundlegend sind.

 

Sabine Mertens

Lebendig und analog im Zeitalter digitaler (Zu-)Dringlichkeit

Zur Rolle und Funktion des menschlichen Körpers beim lebenslangen Lernen

Summary: Die Nutzung digitaler Bildmedien ist fester Bestandteil alltäglicher sozialer Prozesse geworden. Der daraus hervorgehende Bildervorrat geht ins Unermessliche. Kompetenz im Umgang mit Bildern, Zeichen und Symbolen wird allerdings durch ihre hohe Verfügbarkeit oder exzessiven Gebrauch nicht automatisch miterworben. Im Gegenteil kristallisieren sich neue Leidensformen durch die und an den technischen Möglichkeiten heraus. Die langfristigen Auswirkungen solcher Dissonanzen auf menschliche Entwicklungsprozesse und den gesellschaftlichen Strukturwandel sind bislang nur unzureichend bis nicht ermittelt. Die Autorin zeigt anhand von Fallvignetten aus ihrer Praxis, dass der menschliche Körper auch und gerade angesichts technischer Hochrüstung und digitaler Superintelligenz Ausgangs- und Bezugspunkt aller (Lern-)Erfahrung bzw. Kompetenzentwicklung ist und wie diese in Coaching und Supervision mithilfe visueller Resonanzen gelingt.

 

Angelika Jung – Christian Kraler

Bilder lesen als elementare Kulturtechnik

Summary: Bilder sind im Zeitalter der Digitalisierung zeit- und ortsunabhängig omnipräsent und dominieren quantitativ die verfügbare Information. Der Umgang mit Bildern wird im Kontext formaler Bildung im Unterschied zum Lesen, Schreiben und Rechnen nicht grundlegend gelernt. Das „Lesen von Bildern“ sollte heute ebenso als elementare Kulturtechnik im schulischen Kontext erlernt werden. Mit VTS (Visual Thinking Strategies) wird eine Methode zum Erwerb einer grundlegenden Bildkompetenz vorgestellt, die im Unterricht insbesondere auch im Kontext heterogener Settings und zur Förderung der Sprach- und analytischen sowie sozialen Kompetenzen eingesetzt werden kann.

 

Nadja Köffler

Was Fotografie zur visuellen Bildung beitragen kann und was wir von ihr lernen können

Summary: Ausgehend von kulturtheoretischen Ansätzen zur Interdependenz von Visualität und Kultur beschäftigt sich der nachfolgende Beitrag mit der Bedeutung der Fotografie für kulturelle Bildungsprozesse und den Möglichkeiten ihrer Verwendung im schulischen Kontext. Anhand konkreter Beispiele aus der bildredaktionellen Praxis und unter Zuhilfe¬nahme bilddidaktischer Konzepte werden Gedanken und Möglichkeiten der Fotografievermittlung zur Förderung von Kulturbewusstsein und kulturellen Ausdrucks¬möglich¬keiten holzschnittartig vorgestellt, die fachunabhängig und ohne größeren Aufwand im Unterricht eingesetzt werden können.

 

Nadja Masri

„Generation F“ – Die Foto(un)kundigen

Von Bildredakteur*innen lernen

Summary: Was kann man von Bildredakteur*innen, die professionell mit Bildern arbeiten, lernen? Welche Kompetenzen brauchen Profis, die Bilder suchen – Einzelbilder wie Serien – und diese für Tageszeitungen und Magazine, analoge wie Online-Medien, auswählen? Wie kann man Verständnis für Fotografie und die Bildlesefähigkeit besonders bei jungen Menschen fördern? Welche Methoden und Übungen eignen sich, um sich Fotografien zu nähern und diese lesen zu lernen?

 

Heike Kanter

„Politische“ Bilder bewusst einsetzen

Anregungen für den Einsatz von visuellen Materialien im Unterricht zur Schulung eines kritisch-reflexiven Sehens und Bildhandelns

Summary: Der Beitrag umreißt eine Bildpädagogik „politischer“ Bilder, gilt es doch, die Auswahl geeigneter Bilder für den Unterricht zu reflektieren und dabei stets ihren jeweiligen gesellschaftlichen Kontext zu berücksichtigen. Daher werden zunächst Aspekte der Vermittlung und des Erlernens einer kritischen Bildkompetenz aufgezeigt. Der Kern des Beitrags zeigt dann verschiedene methodische Ansätze für den Bildeinsatz in pädagogischen Settings auf. Dabei werden die Methoden der Bildassoziation, der rekonstruierenden Bildinterpretation und der dekonstruierenden Bildkritik sowie ihre spielerischen Varianten erläutert. Außerdem werden Leitfragen für den Einsatz „politischer“ Bilder im Unterricht aufgelistet. Der Beitrag schließt mit einem Plädoyer für eine Bildpädagogik des kritisch-reflexiven Sehens und Bildhandelns.

 

Nadja Köffler – Laura Volgger – Free Girls Movement

„Young Visions: So sehen Jugendliche Bildung“

Einblicke in eine österreichweite Sensibilisierungskampagne zum Thema Bildungschancen und Gleichberechtigung

Summary: „Young Visions – So sehen Jugendliche Bildung“ ist eine Sensibilisierungskampagne, die sich über das Medium der Fotografie der Themen Bildungschancen und Gleichberechtigung in Österreich annehmen möchte. Ziel dieses Projektes ist die visuelle Thematisierung der Wahrnehmung von Diskriminierungsmechanismen und -erfahrungen im Kontext (non-)formaler wie informeller Bildung aus Sicht junger Menschen unter besonderer Berücksichtigung der Diversitätskategorien „Geschlecht“ und „soziale und ethnische Herkunft“. Jugendliche im Alter von 13 bis 19 Jahren erkunden mit einer Fotokamera ihren Lebensalltag und gewähren damit Einblicke in ihre Sichtweisen. Durch diesen partizipativen Ansatz leistet das Vorhaben einen wichtigen Beitrag zur Förderung eines demokratischen Dialogs zu aktuellen Fragen und Herausforderungen von Bildungsbenachteiligung in Österreich.

 

Peter Stöger

„Im Bilde und (un-)gebildet“

Begehungen einer Thematik

Summary: Im Beitrag geht es um das Verhältnis von Bilden, Bild und Bildung, auch um Fragen der „Un-Bildung“. Berührt ist das Verhältnis zwischen Visueller Bildung und der Bildungswissenschaft. Bilder haben in Bezug auf Bildung ihre eigene Met(a)hodik („Wegführung“). Das betrifft vielfältig didaktische Bildführungen. Bildüberschwemmungen stellen die Frage nach der Sinn(en)haftigkeit dieses Verhältnisses neu. Dies gilt in besonderer Weise auch für eine Visuelle Bildung, die nicht alleine Kunst- oder Medien-erziehung, sondern alle Sektoren von Bildung betrifft und diese auch gesellschaftskritisch hinterfragt


Themenschwerpunkt:
Naht- oder Sollbruchstellen? Transitionen im österreichischen Bildungssystem (Koordination: Livia Jesacher-Rößler)

 

Christoph Weber

Herkunftsbedingte Bildungsungleichheiten – Die Rolle von Bildungsübergängen

Summary: Bildungsübergängen kann bei der Entstehung und Verstärkung von Bildungsungleichheiten eine zentrale Rolle zukommen. Der Beitrag bietet einen Überblick über den österreichischen Forschungsstand zu sozialen und ethnisch-kulturellen Bildungsungleichheiten und thematisiert mögliche Ungleichheit verstärkende Faktoren an Übergängen.

 

Tamara Katschnig – Mariella Knapp – Michaela Kilian – Corinna Geppert

Nahtstellen des Bildungssystems – Bedingungen gelingender Übergänge aus der Perspektive von Schülerinnen und Schülern (NOESIS-Projekt)

Summary: Übergänge im Leben bedeuten immer Unruhe, Ungewissheit und Angst, aber auch Freude und Neugier in Hinblick auf die Zeit danach. In diesem Beitrag geht es um die Sicht von Schülerinnen und Schülern an den drei wichtigen Übergängen im öster¬reichischen Schulsystem. Sie schildern Bedingungen, die sie förderlich, aber auch hinderlich erfahren, um alle drei Übergänge in für sie gelingender Art und Weise wahrzunehmen und gut zu schaffen. So ist es nicht verwunderlich, dass die Daten, die im Rahmen der NOESIS Studie über die gesamte Schulzeit gesammelt wurden, je Übergang unterschiedlich ausfallen. Dennoch kann schlussendlich von Bedingungen gesprochen werden, die Übergänge im Schulwesen erleichtern, welche hier auf Grundlage empirischer Daten besprochen werden.

 

Kathrin Racherbäumer – Marcus Kohnen

Schulstufenübergreifende Kooperation von Lehrkräften der Primar- und Sekundarstufe zur Gestaltung anschlussfähiger Bildungsprozesse

Summary: Übergänge im Bildungssystem stellen entscheidende Schnittstellen für die Bildungsbiographie von Kindern und Jugendlichen dar. Insbesondere der Übergang von der Grundschule in die weiterführende Schule ist in den letzten Jahren vor dem Hintergrund seiner hohen sozialen Selektivität in den Fokus der Bildungsforschung gerückt. Eine möglichst „bruchlose“ Gestaltung von Bildungsübergängen wird von unterschiedlichen Seiten als ein Weg zu mehr Bildungsgerechtigkeit angesehen. Unter anderem daraus resultieren Schulversuche wie z.B. die Gemeinschaftsschulen in Berlin. Der Beitrag stellt aktuelle Forschungsergebnisse (inter)nationaler Schulleistungsstudien (2) und der Lehr-Lernforschung (3) im Kontext schulischer Übergänge dar. Daran anknüpfend werden Möglichkeiten und Ergebnisse einer schulstufenübergreifenden Kooperation (4) zur Gestaltung von „bruchlosen“ Bildungsprozessen erörtert. Abschließend richtet er den Blick auf Möglichkeiten und erste Ergebnisse der Wirkungen von Gemeinschaftsschulen in Deutschland (5).

 

Michael Bruneforth

Grundkompetenzen an den Übergängen zur Sekundarstufe I und II

Summary: Die Überprüfungen der Bildungsstandards in Österreich erlauben es, die Kompetenzen der Schüler*innen am Beginn ihrer Ausbildung in der Sekundarstufe I und II zu schätzen und damit die Ausgangslage schulischen Lernens in der APS bzw. AHS und den weiterführenden Schulen zu beschreiben. Bei dieser Betrachtung zeigt sich, dass insbesondere die APS der Sekundarstufe I und die nicht-maturaführenden Schulen der Sekundarstufe II die Lesekompetenzen der Bildungsstandards der vorhergehenden Schulstufe für die Mehrheit ihrer Schüler*innen nicht vorrausetzen können. In Mathematik zeigt sich ein ähnliches Bild, allerdings bei insgesamt besserer Kompetenzerreichung. Auf jeder Schulstufe müssen daher bei der Förderung der Schüler*innen auch die Defizite in den Grundkompetenzen mitbedacht werden, die sich bereits vor Beginn der Schulstufe kumuliert haben. Leistungsunterschiede zwischen den Schultypen AHS und APS am Ende der 8. Schulstufe spiegeln im Wesentlichen diese Eingangsvoraussetzungen wider.

 

Martin Hautz – Robert Pham-Xuan

Übertritte harmonischer gestalten: Schüler*innen- und Lehrer*innenerfahrungen wahrnehmen und in Schulentwicklungsdiskurse einfließen lassen

Summary: Dieser Beitrag thematisiert die unterschiedlichen Herausforderungen und Wahrnehmungen einer Schulgemeinschaft (Schüler*innen, Lehrer*innen, Schulleitung) im Kontext des Schulübertrittes von der Sekundarstufe I (SEK I) in die Sekundarstufe II (SEK II). Im Folgenden werden drei Projekte vorgestellt, die an einem städtischen Bundesoberstufenrealgymnasium durchgeführt wurden. Ziel dieser Projekte ist es, für zukünftige Schulentwicklungsprozesse und die damit einhergehenden innerschulischen Diskurse eine gemeinsame Grundlage an Informationen über das Thema der Schulübertritte zu haben.

 

Livia Jesacher-Rößler

Erwartungshaltungen und Zuschreibungen an den Nahtstellen Sek 1 zu Sek 2 – Eine regionale Perspektive auf Übergänge

Summary: Bildungsübergänge und im Besonderen die Gestaltung von Nahtstellen sind auch Thema der regionalen Schulentwicklung. Institutionalisierte Zusammenarbeit und der Abbau von vermeintlichen Erwartungshaltungen und Zuschreibungen sind Voraussetzungen dafür, dass positive bildungsbiographische Entwicklungsverläufe von Kindern und Jugendlichen in einer Region gelingen.

 

Claudia Schreiner – Susanne Roßnagl – Fred Berger – Christian Kraler

Die Bedeutung von Eltern, Freundinnen und Freunden sowie Lehrpersonen für die Berufs- und Ausbildungsorientierung im Jugendalter

Summary: Die Berufs- und Ausbildungsorientierung gilt als eine der zentralen Entwicklungsaufgaben im Jugendalter. Jugendliche sollten sich damit befassen, was ihre eigenen Stärken und Schwächen sind und für welche Berufe bzw. weiterführenden Ausbildungen sie sich interessieren. Im vorliegenden Beitrag werden Ergebnisse einer Studie mit 13-jährigen Jugendlichen präsentiert. Diese wurden im Rahmen des vom Land Tirol geförderten Projekts „Modellregion Bildung Zillertal“ ein Jahr vor dem Übergang in das weiterführende Bildungswesen befragt. Die Ergebnisse zeigen, dass für den Aufbau von Selbstwissen über die eigenen Fähigkeiten und Interessen und die Bewältigung des Übergangs in die Berufsausbildung oder weiterführende Schulen vor allem die soziale Unterstützung durch die Eltern, aber auch durch Lehrpersonen sowie Freundinnen und Freunde eine gewichtige Rolle spielt.

 

Wolfgang Fronek

Lehre mit Matura – Chancen und Praxis

Summary: Das Programm „Berufsmatura – Lehre mit Reifeprüfung“ wurde vor etwas mehr als zehn Jahren ins Leben gerufen und ermöglicht Lehrlingen die kostenfreie Absolvierung der Berufsreifeprüfung (BRP) in Kombination mit ihrer Berufsausbildung. Anfangs unterschätzt betreffend die Nachfrage, stellte sich schnell heraus, dass das Interesse der Lehrlinge größer war als erwartet. Seit 2014 gibt es österreichweit konstante TeilnehmerInnenzahlen. Es zeigt sich, dass die Berufsmatura kein Mehrheitenprogramm ist, aber mittlerweile als fixer Bestandteil der Lehrausbildung wahrgenommen wird und als Erfolgsprogramm hinsichtlich Bildungsaufstieg und Chancenfairness sowie als wichtigster nicht-traditioneller Zugang zum tertiären Bildungsbereich gilt.

 

Stefan Fuchs – Elena Rinnergschwentner

Erfahrungen und Perspektiven von Jugendlichen im Kontext Lehre mit Matura

Summary: Jugendliche, die sich für eine Lehre mit Matura entscheiden, sind im Rahmen ihrer Ausbildung an unterschiedlichen Bildungsinstitutionen eingeschrieben. Das bedeutet, dass sie auf horizontaler Ebene gleich mit mehreren Nahtstellen konfrontiert sind: Lehrbetrieb und Bildungseinrichtungen. Der folgende Beitrag fasst Erfahrungen und Perspektiven von Jugendlichen zusammen und liefert erste Einblicke in das noch relativ unbekannte Format „Lehre mit Matura“.

 

Aus Theorie und Praxis

 

Ulrike Haider

Autonome Personalentscheidungen als Motivationsfaktor

Summary: Die autonome Personalsteuerung, die durch die Bildungsreform 2017 möglich ist, bedeutet einen Motivationsschub für die Schulleiterinnen und Schulleiter. Dieser Beitrag zeigt den Grad der Ausprägung der Motivation im Bereich des Personal¬managements von Schulleiterinnen und Schulleitern. Präsentiert werden Auszüge aus der Forschungsarbeit, die theoretische Ansätze der Job Characteristics Theory (vgl. Oldman & Hackman, 1980) sowie die Studie zur Self Determined Theory von Deci & Ryan (1993; 2000; 2017) als Grundlage hatte. Der hohe Einfluss der eigenen Professionalisierung von schulischen Führungskräften auf das tägliche Handeln, die die notwendige Basis für eine fundierte Personalentscheidung darstellt, geht jedoch nach der Auswertung der Interviews über die theoretischen Annahmen hinaus. Dies stellt vor allem für die Pädagogische Hochschule eine neue Herausforderung für zukünftige Curricula der Grund- und Weiterbildung dar.

 

Renate Hauser

#humanity: Für mehr Menschlichkeit im Netz

Summary: Ob in der analogen oder digitalen Welt, Zivilcourage kann man lernen. Unter dem Motto #humanity startet das Jugendrotkreuz daher eine dreijährige Initiative mit dem Ziel, Menschlichkeit im Netz zu stärken. Neben Angeboten für Kinder und Jugendliche richtet sich die Initiative im ersten Jahr vor allem an Lehr- und Betreuungspersonen. In Form von Unterrichtsmaterial und Workshops will das Jugendrotkreuz Pädagoginnen und Pädagogen das nötige Rüstzeug geben. Damit sie Kinder und Jugendliche darin bestärken, Zivilcourage und Menschlichkeit im Netz zu leben.

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