Mathematikredakteurin Mag. Melanie Zimmermann erklärt die wichtigsten Änderungen bei der Reifeprüfung in Mathematik AHS.
Mathematikredakteurin Mag. Melanie Zimmermann erklärt die wichtigsten Änderungen bei der Reifeprüfung in Mathematik AHS.
Die Mathematikmatura befindet sich derzeit in einem dreistufigen Veränderungsprozess. Entsprechend groß ist die Verunsicherung darüber, welche Neuerungen ab wann tatsächlich gelten.
Mit dem Schuljahr 2026/2027 tritt ein weiterer Zwischenschritt dieses Prozesses in Kraft, den wir Ihnen hier konkret vorstellen möchten. Zum einen werden zwei neue Grundkompetenzen im Bereich der Wahrscheinlichkeitsrechnung eingeführt. Zum anderen werden die Aufgabenformate in Teil 1 zwischen AHS und BHS vereinheitlicht – was für die AHS zwei konkrete Änderungen mit sich bringt.
Erklärvideo: Was ändert sich bei der Mathematikmatura für das Schuljahr 2026/27?
Konkret werden bei zwei Aufgabenformaten die Anzahl der Distraktoren reduziert und die Aufgabenstellungen sprachlich vereinfacht. Das bisherige Single-Choice-Format „1 aus 6“ wird durch das Format „1 aus 5“ ersetzt. Auch das Zuordnungsformat wird angepasst: Statt „4 zu 6“ lautet es künftig „2 zu 4“.
Im Zuge der aktuellen Änderungen werden zwei neue Grundkompetenzen zur Normalverteilung in den Grundkompetenzkatalog aufgenommen: WS 3.4 und WS 3.5.
die Normalverteilung kennen und anwenden; Wahrscheinlichkeiten als Flächeninhalte unter dem Graphen der Dichtefunktion deuten und anwenden; die Bedeutung des Erwartungswerts und der Standardabweichung für den Graphen der Dichtefunktion kennen und anwenden
Bei dieser Kompetenz geht es darum, die Eigenschaften der Gauß´schen Glockenkurve zu kennen, zu verstehen und sicher anwenden zu können.
Wahrscheinlichkeiten, Quantile und um den Erwartungswert symmetrische Intervalle einer normalverteilten Zufallsvariablen interpretieren und mit Technologieeinsatz ermitteln; die σ-Regeln (σ, 2σ, 3σ; siehe Formelsammlung) für normalverteilte Zufallsvariablen kennen und anwenden
Im Mittelpunkt dieser Grundkompetenz steht die Berechnung von Wahrscheinlichkeiten einer normalverteilten Zufallsvariable – entweder mithilfe von Technologie oder unter Anwendung der σ-Regeln.
Darüber hinaus sollen auch Umkehraufgaben gelöst werden, und zwar gezielt mit Technologieeinsatz.
Nicht mehr vorgesehen ist das Arbeiten mit Φ -Tabellen zur Standardnormalverteilung. Auch die Approximation der Binomialverteilung durch die Normalverteilung ist kein Prüfungsstoff. Ebenso wie Konfidenzintervalle und statistische Testverfahren. All diese Inhalte kommen nicht zur Reifeprüfung.
Auch im Zuge der aktuellen Änderungen bleiben zentrale Elemente der schriftlichen Reifeprüfung in Mathematik in der AHS bestehen.
Bei uns sind alle Materialien aktuell überarbeitet und nach den neuesten Vorgaben und Formaten aktualisiert. Lösungswege und Mathematik verstehen enthalten ab der fünften Klasse die neuen Aufgabenformate in Schulbuch und Arbeitsheft bzw. Grundkompetenztraining. Auch die Grundkompetenzen WS 3.4 und WS 3.5 werden in den Bänden „Lösungswege 8“ und „Mathematik verstehen 8“ ausführlich bearbeitet.
Die Maturatrainings sind für den Haupttermin im Mai 2026 aktuell mit den bisherigen Formaten und ab dem Schuljahr 2026/27 auf die neuen Vorgaben umgestellt.