Foto: Vitaly Gariev / Unsplash.com
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Mehr Zeit dank künstlicher Intelligenz? Der KI-Experte Dominik Freinhofer gibt fünf praktische und sofort umsetzbare Tipps wie man als Lehrkraft mit KI-Tools wertvolle Zeit sparen kann.
Ein Großteil der Zeit beim Einsatz von KI geht verloren, weil ungeeignete Tools gewählt oder unklare Anweisungen formuliert werden. Die Ergebnisse sind dann wenig hilfreich oder wirken austauschbar.
Die folgenden fünf Tipps von Dominik Freinhofer zeigen, wie sich durch einen gezielteren Umgang mit KI langfristig wertvolle Zeit sparen lässt.
KI-Modelle liefern oft vage Antworten, weil sie mit unvollständigen Informationen arbeiten. Fügen Sie am Ende Ihres Prompts hinzu: „Bevor du beginnst, stelle mir alle Rückfragen, die du an mich hast, um diese Aufgabe bestmöglich erledigen zu können.“
Sie erhalten dann konkrete Fragen, etwa zu Klassenstufe, Vorwissen der Schüler*innen oder gewünschtem Schwierigkeitsgrad. Ihre detaillierten Antworten führen zu präzisen, direkt verwendbaren Ergebnissen statt generischer Vorschläge.
Statt mühsam eigene Prompts zu formulieren, lassen Sie die KI eine wiederverwendbare Vorlage für Ihre spezifische Aufgabe entwickeln. Probieren Sie diesen Meta-Prompt:
„Ich möchte eine wiederverwendbare Prompt-Vorlage erstellen. Meine Aufgabe: [BESCHREIBEN SIE IHRE AUFGABE IN 1–2 SÄTZEN]. Erstelle mir eine strukturierte Vorlage, die folgende Elemente enthält: Rollenanweisung (wer soll die KI sein?); fixe Rahmenbedingungen, die immer gleich bleiben; Platzhalter in [ECKIGEN KLAMMERN] für Angaben, die ich jedes Mal neu eingebe; Anweisung an die KI, Rückfragen zu stellen, falls Informationen fehlen; gewünschtes Ausgabeformat. Die Vorlage soll so formuliert sein, dass ich sie kopieren, die Platzhalter ausfüllen und direkt verwenden kann.“
Hier ein damit generiertes Beispiel:
Speichern Sie diese Vorlage ab und nutzen Sie sie immer wieder – funktioniert für Elternbriefe, Feedbacktexte, Prüfungsfragen oder Unterrichtseinstiege.
ChatGPT und Claude können zwar PowerPoint-Dateien erstellen, sind dafür aber nicht optimiert. Gamma (https://gamma.app) und Prezi (https://prezi.com/) sind darauf spezialisiert. Geben Sie einfach Ihr Thema ein, etwa „Prompt Engineering in der Schule“, und innerhalb von Sekunden entsteht eine strukturierte Präsentation mit Bildern und Layouts. Sie passen dann nur noch Details anstatt Folien von Grund auf zu gestalten.
Die meisten Chatbots bieten Projekt-Funktionen (bei ChatGPT und Claude „Projekt“, bei Gemini „Gem“, bei Perplexity „Raum“, bei Copilot „Agent“), die man in der linken Seitenleiste findet.
Legen Sie dort dauerhafte Instruktionen und Dateien ab: Lehrplan, (anonyme!) Klassenliste mit individuellen Hinweisen, bereits behandelte Themen, Vokabellisten usw. Bei jeder neuen Anfrage im Projekt kennt die KI bereits den Kontext – Sie sparen sich also wiederholtes Erklären.
Im Bild sehen Sie ein Beispiel für eine Englischklasse.
ChatGPT verwendet standardmäßig viele Emojis, Fettmarkierungen und übertrieben positive Formulierungen. Dies zu überarbeiten, kostet viel Zeit.
In den Einstellungen (im Profil unter Personalisierung) können Sie das ändern. Legen Sie fest, wie herzlich und enthusiastisch das Modell sein, oder formulieren Sie Instruktionen wie „Verwende keine fettgedruckten Wörter.“ Die KI passt dann Tonfall, Komplexität und Formatierung automatisch an – in jedem Chat.
Nachdem Dominik Freinhofer in der Sekundarstufe als Lehrer tätig war und die Chancen von Generativer KI für den Bildungsbereichen erkannt hat, begann er, sich intensiver mit Tools wie ChatGPT auseinanderzusetzen. Aktuell ist er als Vortragender in der Erwachsenen- und Pädagog*innenbildung sowie als Forschender und Lehrender an der Universität Graz tätig, wo er sich mit den ethischen und bildungswissenschaftlichen Aspekten von KI beschäftigt.
Dominik Feinhofer (Foto: privat)
In seiner Arbeit verbindet er drei zentrale Bereiche – Bildung, Ethik und Künstliche Intelligenz – mit dem Ziel, einer breiten Öffentlichkeit Zugang zu einer verständlichen KI-Grundbildung zu verschaffen. Besonders am Herzen liegt ihm, dieses Wissen an seine Kolleg*innen an Schulen weiterzugeben, damit Lehrkräfte KI verantwortungsvoll im Unterricht einsetzen und ihre Schüler*innen bestmöglich auf eine stark von KI geprägten Zukunft vorbereiten können.
Im Februar 2026 ist sein Buch „KI in Lehre, Weiterbildung und Training“ erschienen.
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