Mit den richtigen Tools und präzisen Eingaben wird KI zu einer wertvollen Unterstützung im Schulalltag. (Foto: KI-generiert)
Mit den richtigen Tools und präzisen Eingaben wird KI zu einer wertvollen Unterstützung im Schulalltag. (Foto: KI-generiert)
Auch im dritten Teil der Serie gibt KI-Experte Dominik Freinhofer fünf praktische und speziell für Lehrer*innen relevante Tipps, die den Einsatz von KI-Tools im Schulalltag effektiver machen.
KI gehört für viele Lehrer*innen bereits zum Arbeitsalltag – etwa bei der Vorbereitung von Unterricht und der Erledigung weiterer Aufgaben. Trotzdem kann der Einsatz ungeeigneter Tools oder unpräziser Eingaben mehr Aufwand verursachen, als er einspart.
Die folgenden Tipps von Dominik Freinhofer zeigen, wie Sie KI-Tools gezielter einsetzen, bessere Ergebnisse erzielen und Ihre Arbeit im Schulalltag spürbar erleichtern können. Probieren Sie sie am besten selbst aus und entdecken Sie, was für Ihre Unterrichtspraxis besonders gut funktioniert.
Es gibt nicht „das“ Sprachmodell, sondern viele verschiedene Sprachmodell-„Familien“ mit unterschiedlichen Varianten (z. B. Instant / Thinking bei ChatGPT, oder Haiku / Sonnet / Opus bei Claude) und Versionen (z. B. GPT-4o, GPT-5, GPT-5.5). Wichtig ist für uns vor allem die Unterscheidung zwischen regulären Modellen und sogenannten „Reasoning Models“. Diese können sich Zeit nehmen, um eine Aufgabe zu bearbeiten, was zu besseren Ergebnissen und geringeren Fehlern führt.
Wer Chatbots für komplexe Aufgaben einsetzt – wissenschaftliche Fragen, mathematische Berechnungen, Analyse längerer Texte, Schreiben von Programmcode etc. – sollte unbedingt zu Reasoning Modellen greifen.
Eine ausführliche Erklärung gibt es hier: https://freinhofer.substack.com/p/modellvarianten
Die Nutzung von KI ist kein Sprint. Viele Nutzer*innen schreiben einen sehr kurzen Prompt (die Text-Eingabe in einen KI-Chatbot) und erwarten sich das perfekte Ergebnis auf Anhieb. Das, was der Chatbot zusätzlich kommuniziert – mit Anmerkungen oder sogar Fragen – wird ignoriert. Passt das Ergebnis nicht, wird der Chat verworfen oder ein nicht sehr hilfreiches Feedback wie „weniger generisch“ geschrieben.
Betrachten Sie die Zusammenarbeit mit KI-Chatbots als Gespräch, als wirklichen Dialog auf Augenhöhe:
Die dialogische Zusammenarbeit mit KI-Chatbots eröffnet ganz neue Arbeitsweisen mit diesen Tools. Die meisten Nutzer*innen stellen Fragen an die Chatbots, um direkt zu einer Lösung zu kommen. Bei echten Dialogen mit Chatbots erhält man nicht nur bessere Ergebnisse, sondern lernt auch mehr dabei. Besonders spannend ist dabei die Möglichkeit, sich von Chatbots interviewen zu lassen. Als Lehrperson, um beispielsweise eine misslungene Stunde zu reflektieren. Als Schüler*in, um den eigenen Lernfortschritt zu reflektieren.
Ein Beispiel von mir selbst soll hier als Inspiration dienen:
https://freinhofer.substack.com/p/claudes-interview-mit-mir
Digitalisierung und KI sind zwar wichtige Themen, aber wir dürfen das Analoge nicht aus den Augen verlieren. Vor allem beim Lesen und Schreiben scheinen physische Bücher und Notizbücher zu besseren Lernergebnissen und einer erhöhten Retention zu führen als dies mit Word, PowerPoint oder PDF der Fall ist. Um das Beste aus beiden Welten zu kombinieren, kann man handschriftlich schreiben und das Geschriebene abfotografieren, um es dann von einem Chatbot digitalisieren zu lassen.
Damit hat man die Vorteile der stärkeren kognitiven Auseinandersetzung durch das Analoge und der Langlebigkeit und erhöhten Organisationsmöglichkeit durch das Digitale.
NotebookLM ist ein KI-Tool von Google, welches auf dem Gemini-Sprachmodellen basiert. NotebookLM ist schwierig zu beschreiben, da es aktuell kein vergleichbares Tool gibt.
Im Wesentlichen hat es drei Bereiche:
Nachdem Dominik Freinhofer in der Sekundarstufe als Lehrer tätig war und die Chancen von Generativer KI für den Bildungsbereichen erkannt hat, begann er, sich intensiver mit Tools wie ChatGPT auseinanderzusetzen. Aktuell ist er als Vortragender in der Erwachsenen- und Pädagog*innenbildung sowie als Forschender und Lehrender an der Universität Graz tätig, wo er sich mit den ethischen und bildungswissenschaftlichen Aspekten von KI beschäftigt.
Dominik Feinhofer (Foto: privat)
In seiner Arbeit verbindet er drei zentrale Bereiche – Bildung, Ethik und Künstliche Intelligenz – mit dem Ziel, einer breiten Öffentlichkeit Zugang zu einer verständlichen KI-Grundbildung zu verschaffen. Besonders am Herzen liegt ihm, dieses Wissen an seine Kolleg*innen an Schulen weiterzugeben, damit Lehrkräfte KI verantwortungsvoll im Unterricht einsetzen und ihre Schüler*innen bestmöglich auf eine stark von KI geprägte Zukunft vorbereiten können.
Im Februar 2026 ist sein Buch „KI in Lehre, Weiterbildung und Training“ erschienen.
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