Warum Kinder mit dem Rechenraben gerne Mathematik lernen. VS-Lehrerin Dóra Szabó-Füsi erzählt, wie sie Mathematik unterrichtet und ihre Klasse damit erfolgreich bis zum Kängurutest begleitet hat.
Dóra Szabó-Füsi absolvierte ihre Ausbildung in Ungarn und schloss nach der Lehrerbildungsanstalt ein Lehramtsstudium mit dem Schwerpunkt Deutsch ab. Sie ist seit über 32 Jahren als Lehrerin tätig und unterrichtet seit 2012 als Teamlehrerin an einer Wiener Volksschule. Im Mathematikunterricht nutzt sie mit großer Zufriedenheit die Rechenrabe Trax-Lehrwerke. Obwohl sie alle Fächer mit Freude unterrichtet, gilt ihre besondere Leidenschaft der Mathematik.
Foto: Dóra Szabó-Füsi
Die Freude an der Mathematik entsteht im Volksschulalter vor allem durch erlebnisorientierten Unterricht, durch das Aufzeigen der Alltagsrelevanz sowie durch die bewusste Reduktion von Misserfolgserlebnissen. Das erfordert ein hohes Maß an pädagogischem Feingefühl und Interaktivität.
Ich bin der festen Überzeugung, dass es eine zentrale Aufgabe des Mathematikunterrichts in der Volksschule ist, Kinder zu fördern, dass sie über solide mathematische Grundkenntnisse verfügen, keine Angst vor Zahlen entwickeln und gelernt haben, mathematische Probleme selbstbewusst und selbstverständlich zu bewältigen.
Foto: Dóra Szabó-Füsi
1. Alltagsbezug und Einsatz konkreter Materialien
Kinder sind deutlich motivierter, wenn sie den praktischen Nutzen der Mathematik erkennen. Dazu zählen beispielsweise das Rechnen beim Einkaufen, das Abmessen von Zutaten beim Backen oder das Planen der Dauer eines Ausflugs.
Auch mathematische Besonderheiten in der Natur, geometrische Strukturen oder sportstatistische Zusammenhänge wecken Interesse.
Es ist mir zudem wichtig zu vermitteln, dass mathematische Grundkenntnisse in nahezu allen modernen Berufen – nicht nur in technischen – eine wesentliche Rolle spielen.
2. Spielerisches Lernen und entdeckendes Arbeiten
Spielbasierte Lernformen, digitale Plattformen und Logikspiele unterstützen die Kinder dabei, mathematische Grundlagen auf spielerische Weise zu erlernen. Positive Rückmeldungen sind dabei unerlässlich, um das oft vorhandene „Angstfach“-Image der Mathematik abzubauen.
Besonders wichtig ist mir das entdeckende Lernen: Die Kinder sollen Zusammenhänge selbst erkennen dürfen, anstatt fertige Lösungen präsentiert zu bekommen. Mathematik bedeutet für mich vor allem Freude am Entdecken.
Fehler werden bewusst als Teil des Lernprozesses thematisiert und nicht als Makel empfunden.
3. Differenzierung und individuelles Lerntempo
Da die Fähigkeiten der Kinder unterschiedlich ausgeprägt sind, ist eine mehrstufige Aufgabenstellung unerlässlich. Gerade aus diesem Grund arbeite ich sehr gerne mit den Rechenrabe Trax-Mathematikbüchern, die differenziertes Lernen hervorragend unterstützen.
4. Gemeinschafts- und Wettbewerbserfahrungen
Gemeinsames Nachdenken steigert die Freude am Fach. In Partner- und Gruppenarbeiten lernen Kinder häufig besonders effektiv voneinander.
Mathematische Wettbewerbe bieten zusätzlich Herausforderung und Erfolgserlebnisse für motivierte Schüler*innen. Der internationale Känguru-Wettbewerb verfolgt genau dieses Ziel: Die Popularisierung der Mathematik durch motivierende Aufgabenstellungen.
Im Schuljahr 2023/24 durfte ich ein besonderes Erfolgserlebnis teilen: Einer meiner Schüler erreichte unter 11.226 Teilnehmenden den 5. Platz bei dem landesweiten Mathematikwettbewerb. Dieses hervorragende Ergebnis ist eine gemeinsame Leistung und zugleich dem Fleiß und Talent meines Schülers zu verdanken. Eine gezielte Wettbewerbsvorbereitung fand dabei kaum statt – Die Arbeit mit den Rechenrabe Trax-Lehrwerken und die Wiederholung einiger Aufgaben früherer Jahre war ausreichend. Besonders gefreut hat mich zudem, dass sich die gesamte Klasse freiwillig zur Teilnahme anmeldete.
Die von mir angewandte Unterrichtsmethode habe ich in dieser Form bisher nirgendwo gesehen. Viele Ideen entstehen spontan – manchmal während des Unterrichts, manchmal im Alltag oder sogar im Traum.
So fragte ich zu Schuljahresbeginn die Kinder, weshalb das Mathematikbuch wohl Rechenrabe heiße. Nachdem einige wussten, dass Raben als besonders kluge Tiere gelten, zeigte ich ihnen ein kurzes Video, das die außergewöhnlichen Problemlösefähigkeiten und das beeindruckende Gedächtnis dieser Tiere veranschaulichte. Auf diese Weise wurde das Fach bereits zu Beginn des Schuljahres emotional positiv aufgeladen.
Ich gestalte meinen Mathematikunterricht spielerisch, abwechslungsreich und lebendig – mit Liedern, Bewegung, Spielen und fächerübergreifenden Elementen. Mathematik fließt bewusst auch in andere Unterrichtsgegenstände wie Deutsch, Sachunterricht, Bewegung und Sport oder Musik ein.
Die Begeisterung der Kinder ist deutlich spürbar, und auch von Eltern höre ich bei KEL-Gesprächen immer wieder, wie gerne ihre Kinder Mathematik mögen – manche beschäftigen sich sogar in den Pausen freiwillig mit Rechenaufgaben.
Auch eine Studierende, die mehrere meiner Mathematikstunden beobachtete und ihre Eindrücke in ihrer Diplomarbeit festhielt, hebt die gezielte Förderung mathematischer Kompetenzen, die motivierende Unterrichtsatmosphäre sowie die positive Interaktion zwischen Lehrperson und Schüler*innen in meinem Unterricht hervor, der wesentlich dazu beiträgt, dass Kinder eine besondere Affinität zur Mathematik entwickeln.
Ich bin eine konsequente, strukturierte und zugleich zugewandte Lehrperson. Diese Kombination hat sich für mich über viele Jahre hinweg als besonders wirkungsvoll erwiesen.
Neu
Lehrwerksreihe