sprachreif 2, Schülerbuch

2 Katrin Hörbinger Florian Moser Kathrin Schragl-Fouchal Birgit Walthall sprachreif Deutsch Oberstufe Auch mit E-BOOK+ erhältlich

sprachreif 2, Schulbuch + E-Book Schulbuchnummer: 210201 sprachreif 2, Schulbuch mit E-BOOK+ Schulbuchnummer: 210202 sprachreif 2, Schulbuch E-Book Solo Schulbuchnummer: 211253 sprachreif 2, Schulbuch E-BOOK+ Solo Schulbuchnummer: 211252 Mit Bescheid des Bundesministeriums für Bildung, Wissenschaft und Forschung vom 15. Juli 2022, GZ 2021-0727.589, gemäß § 14 Absatz 2 und 5 des Schulunterrichtsgesetzes, BGBl. Nr. 472/86, und gemäß dem Lehrplan 2018 als für den Unterrichtsgebrauch für die 6. Klasse an allgemein bildenden höheren Schulen-Oberstufe im Unterrichtsgegenstand Deutsch (Lehrplan 2018) geeignet erklärt. Dieses Werk wurde auf der Grundlage eines zielorientierten Lehrplans verfasst. Konkretisierung, Gewichtung und Umsetzung der Inhalte erfolgen durch die Lehrerinnen und Lehrer. Liebe Schülerin, lieber Schüler, Sie bekommen dieses Schulbuch von der Republik Österreich für Ihre Ausbildung. Bücher helfen nicht nur beim Lernen, sondern sind auch Freunde fürs Leben. Kopierverbot Wir weisen darauf hin, dass das Kopieren zum Schulgebrauch aus diesem Buch verboten ist - § 42 Abs. 6 Urheberrechtsgesetz: „Die Befugnis zur Vervielfältigung zum eigenen Schulgebrauch gilt nicht für Werke, die ihrer Beschaffenheit nach zum Schul- oder Unterrichtsgebrauch bestimmt sind.“ Bildquellen: S. 6: Thaut Images / Fotolia; S. 8: Wikimedia Commons / Public Domain; S. 13.1a: GOLFX / Getty Images - iStockphoto; S. 13.1b: Yael Weiss / Fotolia; S. 13.1c: Yael Weiss / Fotolia; S. 13.1d: Co-Design / Fotolia; S. 18: artbesouro / Getty Images - iStockphoto; S. 20.1: Bildarchiv Hansmann / Interfoto / picturedesk.com; S. 20.2: Universität Heidelberg / Wikimedia Commons - Public Domain; S. 22: Macrovector / Getty Images - iStockphoto; S. 23: © Rudolf Uhrig / NibelungenFestspiele Worms (D); S. 24: Carina Kainz / ORF.at; S. 30: Daniel / Interfoto / picturedesk.com; S. 33: Shanina / Getty Images; S. 34: altmodern / Getty Images - iStockphoto; S. 35: The Bridgeman Art Library, Object 308462 / Wikimedia Commons - Public Domain; S. 36.1: lightpoet / Fotolia; S. 36.2: Devrimb / Getty Images - iStockphoto; S. 40: Wittenstein / akg-images / picturedesk.com; S. 45: mikhail badaev / Getty Images - iStockphoto; S. 47: SolStock / Getty Images; S. 49: Wikimedia Commons / Public Domain; S. 50: Marilyn Nieves / Getty Images - iStockphoto; S. 52: akg-images / picturedesk.com; S. 62: encrier / Getty Images - iStockphoto; S. 63: Kouichi Chiba / Getty Images; S. 65: Syda Productions / Shutterstock; S. 66: rihard_wolfram / Getty Images - iStockphoto; S. 68: Ollyy / Shutterstock; S. 71: HQuality / Shutterstock; S. 76: Maurizio Gambarini / dpa / picturedesk.com; S. 77: akg-images / picturedesk.com; S. 78: The Yorck Project: 10.000 Meisterwerke der Malerei - Directmedia Publishing GmbH / Wikimedia Commons - Public Domain; S. 79: KUCO / Shutterstock; S. 80.1: rangizzz / Shutterstock; S. 80.2: Christian Horz / Getty Images - iStockphoto; S. 82.1: ESB Professional / Shutterstock; S. 82: JIM 2019 / Medienpädagogischer Forschungsverbund Südwest; S. 82: JIM 2019 / Medienpädagogischer Forschungsverbund Südwest; S. 83.1: Vitalii Bashkatov / Shutterstock; S. 83.2: Monster Ztudio / Shutterstock; S. 98.1: Geber86 / Getty Images; S. 98.2: fizkes / Getty Images - iStockphoto; S. 98.3: sdominick / Getty Images - iStockphoto; S. 98.4: Mordolff / Getty Images; S. 99: Hubert Bergmann, Eveline Wandl-Vogt / ÖAW; Kartographie: Hölzel; S. 100: duncan1890 / Getty Images; S. 102.1: happyframe / Fotolia; S. 102.2: Alain Vermeulen / Fotolia; S. 102.3: simazoran / Thinkstock; S. 102.4: pathdoc / Fotolia; S. 102.5: lunamarina / Fotolia; S. 102.6: mikhail_ kayl / Fotolia; S. 102.7: Monkey Business Images Ltd. / Thinkstock; S. 105.1: Wikimedia Commons / Public Domain; S. 105.2: Universitätsbibliothek Augsburg, 02/III.7.8.369; S. 105.2: Wikimedia Commons / Public Domain; S. 105.4: Theodor Kornfeld / Niedersächsische Staats- und Universitätsbibliothek Göttingen; S. 106: TCmake_photo / Getty Images - iStockphoto; S. 112: Eloi_Omella / Getty Images - iStockphoto; S. 113: neirfy / Getty Images - iStockphoto; S. 114: pseudodaemon / Getty Images; S. 115: Statistik Austria / statista.com; S. 116.1: www.jugendinfo.at/publikationen/jugendschutz-2 / Österreichische Jugendinfos, Wien; S. 116.2: WKO Oberösterreich, Linz; S. 118: MH Foto Design; S. 119: malerapaso / Getty Images - iStockphoto; S. 120: marcoventuriniautieri / Getty Images - iStockphoto; S. 123: mediaphotos / Getty Images; S. 124.1: Wikimedia Commons / Public Domain; S. 124.2: Leonhard Schorer / Wikimedia Commons - Public Domain; S. 126: joshblake / Getty Images; S. 127: IconicBestiary / Getty Images - iStockphoto; S. 128: Mikolette / Getty Images; S. 130: BrAt_PiKaChU / Getty Images - iStockphoto; S. 132: i000pixels / Getty Images - iStockphoto; S. 133: © 2010 Haymon Verlag, Innsbruck; S. 137: sefa ozel / Getty Images - iStockphoto; S. 140: Grafissimo / Getty Images; S. 142: ROBERT JAEGER / APA / picturedesk.com; S. 143: Artis777 / Getty Images - iStockphoto; S. 145: Meilun / Getty Images - iStockphoto; S. 146: Eduard Lysenko / Getty Images - iStockphoto; S. 148: Moshe Pridan - Israel National Photo Collection / Wikimedia Commons - Public Domain; S. 149: OstapenkoOlena / Getty Images - iStockphoto; S. 157: NG Collection / Interfoto / picturedesk.com; S. 158. 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Elke Fuger, Wien Herstellung: Sigrid Prünster, Wien Umschlaggestaltung und Layout: Jens-Peter Becker, normaldesign GbR, Schwäbisch Gmünd Satz: Brigitte Puschmann/Ligatur, Wien Druck: Ferdinand Berger & Söhne, Horn ISBN: 978-3-209-11393-1 (sprachreif OS SB 2 + E-Book) ISBN: 978-3-209-11401-3 (sprachreif OS SB 2 + E-BOOK+) ISBN: 978-3-209-13123-2 (sprachreif OS SB 2 E-Book Solo) ISBN: 978-3-209-13125-6 (sprachreif OS SB 2 E-BOOK+ Solo) Nur zu Prüfzwecken – Eigentum des Verlags öbv

www.oebv.at Deutsch Oberstufe sprachreif 2 Katrin Hörbinger Florian Moser Kathrin Schragl-Fouchal Birgit Walthall Nur zu Prüfzwecken – Eigentum des Verlags öbv

In der Kopfleiste finden Sie die Kompetenzbereiche pro Doppelseite angeführt. Merkenswerte Inhalte sind klar hervorgehoben. So arbeiten Sie mit „sprachreif“ Der Kapiteleinstieg zeigt Ihnen, was Sie erarbeiten werden, gegliedert nach den sechs Kompetenzbereichen: Mündliche Kompetenz, Textkompetenz, Schriftliche Kompetenz, Literarische Bildung, Mediale Bildung, Sprachreflexion. Auf einigen Seiten im Buch finden Sie Online-Codes. Diese führen Sie zu Lösungen, weiteren Informationen oder Aufgaben. Geben Sie den Code einfach in das Suchfeld auf www.oebv.at ein. Wichtige Textsorten sowie jede Maturatextsorte werden in drei Schritten angeleitet und trainiert. So wird Ihre Schreibkompetenz bis zur Matura schrittweise aufgebaut. Diese Aufgabenstellung entspricht dem Maturaformat. Sprachwerkzeug bietet Ihnen wichtige Hilfestellung bei der Erarbeitung. Anhand eines Schüler/innen Mustertextes üben Sie das Überarbeiten. xxx Über das Thema „Familie“ diskutieren Die Familie im heutigen Sinne besteht nicht mehr zwangsläufig aus Mutter, Vater und Kindern. Das Konzept der Familie hat sich, wie es das immer schon getan hat, weiterentwickelt, verändert, ist vielfältiger geworden. Welche Bedeutung der Familie zukommt, ist stark von jeweiligen zeitgeschichtlichen und gesellschaftspolitischen Rahmenbedingungen abhängig. War in früheren Zeiten etwa Kinderreichtum ein Ziel der Eheschließung, sprechen im 21. Jahrhundert viele weitere und auch ganz andere Gründe für ein Ehebündnis. Welche Rolle kommt der „modernen“ Familie zu? Welchen Aufgaben hat sie sich zu stellen? Wo liegt das Potential des Konzepts Familie und mit welchen Schwierigkeiten sieht sich dasselbe in unserer Zeit konfrontiert? A1 Lesen Sie die folgenden Schlagwörter aufmerksam und überlegen Sie, wie sie mit dem Thema Familie in Verbindung stehen. Klären Sie unklare Begriffe durch selbstständige Internetrecherche. Ehe für alle – Papamonat – Patchworkfamilie – Gender Pay Gap – Alleinerziehende – Adoption – self-partnered – Karenz So unterschiedlich die oben angeführten Begrifflichkeiten auch sind, es verbindet sie doch eine Gemeinsamkeit: Sie alle benennen Themen, die großes Diskussionspotential besitzen. Nicht selten, ob im öffentlichen oder privaten Raum, wird über eben diese Schlagwörter debattiert. A2 Entscheiden Sie, zu welchem der genannten Themen Sie aus dem Stegreif sprechen könnten. Sammeln Sie stichwortartig Ihr Wissen zum gewählten Schlagwort. Begründen Sie Ihre Wahl. Ó 132 5 In diesem Kapitel lernen Sie: ein Streitgespräch und eine Podiumsdiskussion vorzubereiten, zu führen, zu analysieren und zu moderieren nichtlineare Texte zu beschreiben und zu analysieren eine Erörterung zu schreiben Schritt 1: Eine Erörterung zu planen Schritt 2: Eine Erörterung zu verfassen Schritt 3: Eine Erörterung zu überarbeiten fiktionale und nichtfiktionale Texte zu unterscheiden und eine Kurzgeschichte zu analysieren die Familie als Konzept im gesellschaftlichen und medialen Kontext zu untersuchen Konnektoren und Verweiswörter sowie die Regeln der s-Schreibung richtig anzuwenden „Familie“ neu denken Eine Zusammenfassung schreiben Die Zusammenfassung ist eine Textsorte, die (nach vorgegebenen Kriterien) wichtige bzw. wesentliche Informationen und Inhalte einer Textvorlage gekürzt und in eigenen Worten wiedergibt. Im Unterschied zu anderen Textsorten ist es bei der Zusammenfassung nicht erwünscht, dass Sie Ihre persönliche Meinung zum Sachverhalt äußern. Eine der Zusammenfassung verwandte Textsorte ist die Inhaltsangabe, die Sie bereits auf den Seiten 78-83 kennengelernt haben. Die Zusammenfassung eignet sich zur Wissensaneignung, also als Unterstützung beim Lernen, und zur Wissensweitergabe, um jemanden zu informieren. Eine Zusammenfassung planen Da die Zusammenfassung eine analytische Textsorte ist, also eine, die sehr stark von der Auseinandersetzung mit einer Textvorlage abhängt, sind die einzelnen Schritte der Planung ausführlicher zu gestalten als bei anderen Textsorten. WISSENSWERT Eine Zusammenfassung – Aufbau und Merkmale Einleitung: Basissatz bzw. Basissätze – alle wichtigen Informationen über die Textvorlage Hauptteil: alle wichtigen Informationen aus der Textvorlage bzw. die geforderten Informationen (Arbeitsaufträge) aus der Textvorlage • den Inhalt verständlich und in eigenen Worten wiedergeben • die Textvorlage deutlich verkürzen • sachlich und objektiv gegenüber der Textvorlage bleiben • den Konjunktiv in der indirekten Rede richtig verwenden SCHRITT 1 2 4 6 8 Jung sein heißt ausprobieren. Es ist die Zeit, in der die Regeln der Gesellschaft nur bedingt gelten: Der junge Barack Obama kann mit Kokain experimentieren und später – vielleicht – trotzdem Präsident werden. Joschka Fischer schlug sich auf den Straßen Frankfurts mit der Polizei, bevor er als Bundesminister über den Auslandseinsatz deutscher Truppen entschied. Natürlich ist jugendliche Auflehnung zu einem Teil Pose: Mit der Geste der entschlossenen Wildheit wird die Unfertigkeit der eigenen Identität überdeckt. Aber sie ist auch ein Korrektiv geltender Konventionen: Der jugendliche Straßenkämpfer zerschmeißt nicht nur Scheiben, er hält den Erwachsenen auch ihre Lebenslügen unter die Nase – zwingt sie zur Auseinandersetzung mit „unbequemen Wahrheiten“. 10 12 14 16 Als Rebellion noch möglich war Von Maximilian Probst | 01.09.2008 Von Athen und Sparta zu Lifestyle und Drogenproblemen: Eine kleine Kulturgeschichte des Heranwachsens zwischen Anpassung und Widerstand Möglichkeit 1: Kooperative Planung A9 Lesen Sie den Essay Als Rebellion noch möglich war von Maximilian Probst zwei Mal. Beim ersten Mal sollen Sie sicherstellen, dass Sie den Inhalt verstehen. Beim zweiten Mal machen Sie sich stichwortartig Notizen zum Inhalt des Essays. 108 4 A21 Vergleichen Sie Ihre markierten Stellen mit der Auswahl Ihrer Sitznachbarin bzw. Ihres Sitznachbarn. Besprechen Sie eventuelle Unterschiede und begründen Sie, falls nötig, Ihre Auswahl. A22 Paraphrasieren (in eigenen Worten wiedergeben) Sie die wichtigsten Aussagen des Textes. AUF DEM WEG ZUR MATURA Die Einleitung der Erörterung hat nicht nur die Aufgabe über alle wichtigen Informationen des Ausgangstextes zu informieren, sondern soll die Lesenden auch neugierig auf die kommende Argumentation machen. Achten Sie daher nicht nur darauf, alle wichtigen Infos anzugeben, sondern überlegen Sie sich auch, wie die Einleitung möglichst anregend und spannend gestaltet werden kann. A24 Tauschen Sie Ihre Einleitung mit Ihrer Sitznachbarin/Ihrem Sitzpartner und überprüfen Sie, ob alle wichtigen Informationen (Basissatz) in der Einleitung genannt wurden. Bewerten Sie dann die Originalität der Einleitung und entscheiden Sie, ob die ersten Zeilen Sie zum Lesen der Erörterung animieren würden. Geben Sie sinnvolles Feedback. B Karriere und Familie A23 Schreiben Sie eine Erörterung. Situation: Für eine Schularbeit schreiben Sie eine Erörterung zum Thema „Karriere und Familie“. Lesen Sie den Artikel Kind und Karriere als Entweder-oder? aus der Online-Ausgabe der Tageszeitung Der Standard. Schreiben Sie nun eine Erörterung und bearbeiten Sie folgende Arbeitsaufträge: • Geben Sie die Kernaussagen des Ausgangstextes wieder. • Diskutieren Sie mögliche Probleme bezüglich der Vereinbarkeit von Kind und Beruf. • Nehmen Sie Stellung zu der Verantwortung beider Elternteilte hinsichtlich der Vereinbarkeit von Karriere und Familie. Schreiben Sie zwischen 405 und 495 Wörter. Markieren Sie Absätze mittels Leerzeilen. B SPRACHWERKZEUG Einleitung • Immer wieder wird in den Medien … besprochen. Das Thema … stellt uns vor eine große Herausforderung. • Bezugnehmend auf den Artikel … von …, erschienen in/auf …, ist es interessant zu diskutieren, ob …/Da es unser aller Leben betrifft, scheint es wichtig, sich mit dem Thema … genauer auseinanderzusetzen und Für und Wider abzuwägen. Hauptteil • Anfangs ist festzuhalten, dass …/Zuerst ist … zu betrachten./Für eine gelungene Argumentation muss vorweg erklärt/geklärt werden, dass … • Für/Gegen … spricht folgende Argumentation … • Darüber hinaus …/Außerdem …/Ein weiterer Punkt …/Zusätzlich …/Es ist auch zu bedenken, dass … • Es darf nicht übersehen werden, dass …/Es gilt zu bedenken, dass …/Berücksichtigt werden muss … • Im Gegensatz zu …/Abgesehen von …/Nicht nur … sondern auch …/Einerseits … andererseits … Schluss • Die angeführten Argumente lassen den Schluss zu, dass …/Es ergibt sich für mich aus der Argumentation, dass …/Das Abwägen der Argumente führt mich zu dem Schluss, dass …/Stelle ich die Argumente gegenüber, ist eindeutig, dass …/Durch die vorangegangene Argumentation lässt sich gut begründen, dass … 141 Schriftliche Kompetenz Eine Erörterung überarbeiten A25 Nachfolgend finden Sie eine Erörterung zum Artikel Kind und Karriere als Entweder-oder? aus der Tageszeitung Der Standard, mit welchem Sie sich bereits ausführlich auseinandergesetzt haben. Lesen Sie den Mustertext, suchen Sie die verschiedenen Argumente im Text und kennzeichnen Sie jeweils Anfang und Ende der angeführten Argumente. Überprüfen Sie die Erörterung nach folgenden Gesichtspunkten: • Enthält die Einleitung einen Basissatz, in dem alle wichtigen Informationen zum Ausgangstext genannt werden? • Wurde in der Einleitung ein Bezug zu aktuellen Lebensumständen hergestellt? (Überthema) • Wird das Thema des Ausgangstextes kurz zusammengefasst? • Sind im Hauptteil die Argumente sinnvoll angeordnet? • Gibt es gute Überleitungen zwischen den einzelnen Argumenten, die ein flüssiges Lesen des Textes ermöglichen? • Kommt im Schlussteil eine eigene Position/Meinung klar zum Ausdruck? • Ist die Erörterung durchgehend im Präsens und in sachlicher Sprache verfasst? Schüler/innen-Mustertext: Erörterung zum Artikel „Kind und Karriere als Entweder-oder?“ Ein wiederkehrendes Thema in Gesellschaft und Politik ist die Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Vor allem für Frauen ist dieses Thema von großer Bedeutung, denn meistens wirkt sich eine Mutterschaft negativ auf die berufliche Entwicklung aus. Auch der Artikel „Kind und Karriere als Entweder-oder?“ von Lisa Breit, erschienen in der Tageszeitung „Der Standard“ , diskutiert diese Problematik. Der im November 2018 veröffentlichte Artikel verneint gleich zu Beginn die allgemeine Annahme, dass Frauen vielleicht gar keine Karriere haben möchten. Wo liegen nun also die Schwierigkeiten? Die Autorin erklärt, dass 86 Prozent der befragten Frauen gerne Familie und Karriere vereinbaren wollen. Es ist nachzuvollziehen, dass Frauen ihren Beruf für ihre Familie nicht völlig aufgeben möchten. Viele Frauen genießen ihren Arbeitsalltag und freuen sich über Erfolge. Wenn sie ihre Karriere für das Gründen einer Familie aufgeben, kann sich das auf das Wohlbefinden der Frauen auswirken, denn es ist eine große Umstellung, plötzlich allein für die Familie zuständig zu sein und keinen Ausgleich dazu zu haben. Außerdem müssen Frauen an ihr Leben nach der Karenz und den ersten Jahren ihrer Kinder denken. Es ist bedrückend, wenn man vor der Mutterschaft eine gute Position in einer Firma hatte, man aber damit rechnen muss, dass diese Stelle während der Karenzzeit in der Firma dauerhaft neu vergeben wird. Dieser Gedanke kann sich schon vor einer Mutterschaft negativ auf eine Frau und ihre Arbeitsleistung auswirken, denn es ist demotivierend, zu wissen, dass auf die eigene gute Arbeit während der Karenzzeit einfach vergessen wird. Frauen und auch Väter sollten sich nicht zwischen Kindern und Beruf entscheiden müssen. Es ist nämlich SCHRITT 3 142 5 3. Die Debatte: Im Unterschied zu den oben vorgestellten Diskussionsformen zielt die Debatte darauf ab, die Zuhörerinnen und Zuhörer von einer Argumentationsseite zu überzeugen. Daher werden Debatten häufig zur Meinungsbildung genutzt. Sie folgen in ihrem Aufbau klaren Regeln, wie z. B., dass starke Argumente zu Beginn genannt werden und gegnerische Argumente angesprochen und abgeschwächt werden sollten. Meist sind nur wenige Personen, die ihre Argumente klar auf die zuhörende Zielgruppe ausrichten, an einer Debatte beteiligt. Die Fragestellungen für Debatten sollten daher so beschaffen sein, dass sie die Zuhörenden dazu auffordern, klar Stellung zu beziehen. Nach einer Debatte kann eventuell eine Abstimmung über das besprochene Thema stattfinden, um die stärkere Diskussionspartnerin bzw. den stärkeren Diskussionspartner herauszufiltern. 4. Das Streitgespräch: Im Streitgespräch begegnen sich üblicherweise zwei Gesprächspartnerinnen oder Gesprächspartner, die unterschiedlicher Ansicht zu einem Thema sind und jeweils ihre Meinung klar und deutlich vertreten. Es ist darauf ausgerichtet, den jeweils anderen von der eigenen Meinung zu überzeugen. Daher ist gerade bei dieser Diskussionsform darauf zu achten, dass sie nicht ins Emotionale abgleitet und sachlich bleibt. Diese Art der Diskussion ergibt sich oft spontan, sie kann aber auch mit Vorbereitung durchgeführt werden. Es handelt sich um eine recht schnelle Art der Diskussion, da nur zwei Sprecherinnen bzw. Sprecher beteiligt sind, die direkt aufeinander reagieren. A7 Suchen Sie sich als Klasse eine Diskussionsform aus und einigen Sie sich auf ein Thema, das mit Kommunikation zu tun hat, beispielsweise „Echte zwischenmenschliche Kommunikation leidet unter den neuen sozialen Medien“. Wählen Sie dann Personen aus dem Klassenverband aus, welche diese Diskussion führen werden, und bereiten Sie gezielt Argumente vor. In der darauffolgenden Stunde führen Sie die von Ihnen gewählte Diskussionsform in der Klasse durch. A8 Recherchieren Sie im Internet nach Beispielen für die oben genannten Diskussionsformen und formulieren Sie im Anschluss zwei bis drei passende Themenstellungen für jede Diskussionsform. Übertragen Sie diese Tabelle in Ihr Heft. Plenardiskussion Podiumsdiskussion Debatte Streitgespräch MERKENSWERT Vier wesentliche Diskussionsformen Bei einer Plenardiskussion stellt das Publikum einer Expertin bzw. einem Experten Fragen zu einem besprochenen Thema oder versucht, wichtige offene Punkte zu klären. Alle Anwesenden dürfen sich beteiligen. Bei einer Podiumsdiskussion diskutieren Expertinnen und Experten miteinander, meist auf einer Bühne oder in der Öffentlichkeit vor Publikum. Das Publikum bleibt dabei unbeteiligt. Eine Debatte hat das Ziel, das Publikum von der Meinung einer Teilnehmerin bzw. eines Teilnehmers zu überzeugen. Meist gibt es mehrere Beteiligte. Am Streitgespräch sind meist nur zwei Teilnehmerinnen oder Teilnehmer beteiligt, die versuchen, ihr Gegenüber von der eigenen Meinung zu überzeugen. Dieses kann auch spontan entstehen. C Ó 11 Mündliche Kompetenz Start in ein Kapitel Klarer Seitenaufbau Klarer Doppelseitenaufbau nach Kompetenzbereichen SCHRITT 1 Planen SCHRITT 2 Verfassen SCHRITT 3 Überarbeiten Auf dem Weg zur Matura: In drei Schritten die Maturatextsorten erarbeiten 2 Nur zu Prüfzwecken – Eigentum des Verlags öbv

B Partnerarbeit C Gruppenarbeit Ó Verweis auf eine Internet-Aufgabe Ü Verweis auf einen Film M Verweis zu vertiefenden Übungen im Arbeitsheft Zum Üben und Nachschlagen Symbole und Verweise Zwischen den Hauptkapiteln finden Sie fünf Sonderseiten z. B. zu Lese-, Film- und Epochen-Portfolio. Ein Leseportfolio gestalten Literatur jeder Art kann selbstverständlich einfach gelesen und genossen werden. Allerdings empfiehlt es sich oft, sich die Entstehungsgeschichte des Werks, die biografischen Daten der Autorin bzw. des Autors sowie die historischen, politischen und sozialen Umstände, unter denen ein Werk entstanden ist, genauer anzusehen, um den Inhalt und die Bedeutung des Werks besser verstehen zu können. Im Zuge eines Leseportfolios sollen Sie sich daher mit den unterschiedlichsten Aspekten eines literarischen Werkes auseinandersetzen, um neue Facetten zu entdecken und das Lesevergnügen zu intensivieren. Das Erdbeben in Chili von Heinrich von Kleist Vor dem Lesen A1 Recherchieren Sie online (z. B. unter www.heinrich-von-kleist.org/heinrichvon-kleist/biographie/ oder http://gutenberg.spiegel.de/autor/heinrichvon-kleist-326) oder in der Schulbibliothek über den Autor Heinrich von Kleist, interessante Details seines Lebens und seine bekanntesten Werke. A2 Informieren Sie sich im Internet über folgende Eckdaten des Landes Chile (bei Kleist „Chili“): Einwohnerzahl, Landessprache, Hauptstadt, Klima, Sehenswürdigkeiten (z. B. unter http://www.auswaertigesamt.de/DE/ Aussenpolitik/Laender/Laenderinfos/01-Nodes_Uebersichtsseiten/Chile_node.html). Gestalten Sie anschließend eine A4-Seite mit den für Sie interessantesten Fakten über Chile. Achten Sie auf eine ansprechende grafische Gestaltung (durch die Verwendung von Bildern, Grafiken oder verschiedenen Schriftarten). A3 Schreiben Sie in vier bis fünf Sätzen auf, welche inhaltlichen Erwartungen Sie an Kleists Novelle Das Erdbeben in Chili haben. Lassen Sie sich dabei nur vom Titel des Werks inspirieren. Während des Lesens A4 Recherchieren Sie, inwiefern sich Das Erdbeben in Chili auf reale Ereignisse (Erdbeben) und Schauplätze bezieht, und vergleichen Sie diese mit dem Inhalt der Erzählung. Wo können Sie Unterschiede feststellen? Verfassen Sie einen kurzen informativen Text in der Länge von 150 Wörtern, in dem Sie diese Unterschiede darstellen. MERKENSWERT Portfolio-Arbeit Ein Portfolio zu erstellen bedeutet für Sie, sich mit unterschiedlichen Aufgabenstellungen und Arbeitsaufträgen rund um das Medium (Buch, Film, Hörspiel, …), auf welches sich das Portfolio bezieht, auseinanderzusetzen. Ihre Arbeit wird dann passend illustriert und gestaltet und anschließend geordnet als Gesamtes abgegeben. Meist decken Aufgabenstellungen und Arbeitsaufträge verschiedenste Bereiche ab. Bei einem Leseportfolio z. B. könnten Sie sich mit der Autorin bzw. dem Autor, der jeweiligen literarischen Epoche, dem Inhalt des Werkes, den Charakteren, möglichen Werkinterpretationen, Sekundärliteratur (Literatur über das betreffende Werk), modernen Adaptionen für andere Medien oder der Sprache des Werks beschäftigen. Ein Portfolio kann aus unterschiedlich vielen Teilen bestehen und von unterschiedlicher Länge sein. Sie haben üblicherweise einen längeren Zeitraum zur Bearbeitung zur Verfügung und sollten neben der inhaltlichen Qualität viel Wert auf eine möglichst originelle und kreative Gestaltung legen. Ó Ó C Ó 70 Sonderseiten Sonderseiten Jedes Kapitel endet mit einer Seite Schreiben üben, die Aufgaben zu Maturatextsorten und kreativem Schreiben bietet. Schreiben üben KREATIVES SCHREIBEN Einen Werbetext für Instagram verfassen A71 Versuchen Sie sich selbst als content creator bzw. als Influencerin oder Influencer. Lesen Sie nochmals die Analyse auf S. 179, So funktioniert Video-Werbung auf Instagram, und überlegen Sie sich dann einen Werbetext – diesen können Sie auch slammen! – für Ihr zu bewerbendes Produkt. Sie können sich auch dabei filmen, wie Sie Ihre Werbebotschaft an die Konsumgesellschaft bringen. AUF DEM WEG ZUR MATURA Thema: Gesunde Ernährung vs. Fast Food – Einen Leserbrief schreiben Situation: Sie haben nach Ihrem letzten Besuch bei McDonald’s den Artikel Hier können Sie Burger und Pommes beim Altern zuschauen gelesen und danach zum Thema recherchiert. Nach der Lektüre entschließen Sie sich, Ihre Meinung in einem Leserbrief an Spiegel online kundzutun. A72 Lesen Sie den Artikel Burger und Pommes beim Altern zuschauen von Anna-Lena Roth vom 1. November 2019 von Spiegel online. Verfassen Sie nun den Leserbrief. • Geben Sie die wesentlichen Aussagen des Zeitungsartikels in eigenen Worten wieder. • Analysieren und beschreiben Sie davon ausgehend die gesundheitlichen Gefahren von Fast Food. • Überzeugen Sie Ihre Leserinnen und Leser, sich Ihrer Argumentation anzuschließen. Schreiben Sie zwischen 270 und 330 Wörter. Markieren Sie Absätze mittels Leerzeilen. 2 4 6 8 10 12 14 16 2009 schloss McDonald’s seine letzte Filiale in Island. Eine der letzten Bestellungen wird bis heute in einem Glaskasten aufbewahrt – und Menschen können zusehen, wie Burger und Pommes (nicht) verderben. Hjortur Smarason war es, der das Fastfood Ende Oktober 2009 bestellte, um es zu konservieren. „Ich habe mich entschieden, ein letztes Menü zu kaufen – wegen seines historischen Wertes, weil McDonald’s geschlossen hat“, sagte er der Nachrichtenagentur AFP. Er habe gehört, dass Essen der Kette nie verderbe – und er habe sehen wollen, ob das stimme. Zunächst bewahrte er Burger und Pommes in seiner Garage auf, wie die Agentur berichtet. Anschließend habe er das Essen an das Nationalmuseum verliehen. Schließlich sei es in ein Hotel in der Hauptstadt gebracht worden. Inzwischen wird das Fast food in einer Glasvitrine im Hostel Snotra House wie eine Art Kunstwerk ausgestel lt. „Menschen aus der ganzen Welt kommen her, nur um den Burger zu sehen“, sagte der Besitzer des Hostels in der südlichen Stadt Thykkvibaer, Sigurdur Gylfason. Zudem gibt es einen Livestream – der dem Hostel zufolge täglich 400.000-mal aufgerufen werde. Auf einem Schild über der Vitrine heißt es: „Hallo. Ich bin der letzte McDonald’s-Cheeseburger, der 2009 in Island verkauft wurde. Lass uns ein Selfie zusammen machen.“ QUELLE: https://www.spiegel.de/panorama/gesellschaft/hostel-in-island-10-jahre-alte-pommes-und-burger-von-mcdonald-s-ausgestellt-a-1294332.html; (abgerufen am: 01.11.2019) 18 20 22 24 26 28 30 32 Hier können Sie Burger und Pommes beim Altern zuschauen Anna-Lena Roth | 01.11.2019 Pommes und Burger in einer Glasvitrine im isländischen Thykkvibaer: Nach zehn Jahren nicht mehr ganz frisch 189 Schreiben üben Nach dem Erarbeiten der sechs Kompetenzbereiche wird das Wesentliche zur Wiederholung zusammengefasst. Zusammenfassung ZUSAMMENFASSUNG Helden/Heldinnen und Vorbilder übernehmen eine wichtige Rolle in der Gesellschaft, da sie uns moralische Werte vermitteln. Einem Wertesystem ist es zu verdanken, dass eine Gemeinschaft funktioniert und die Menschen darin weitgehend problemlos zusammenleben können. Zugleich sind sie Vorreiter, die kritische Gedanken und Ansichten äußern und gegen Ungerechtigkeiten angehen. Zwischenmenschliche Kommunikation verläuft nach gewissen Mustern und Prinzipien, welche den Teilnehmerinnen und Teilnehmern vermitteln, welche Rolle sie in dem jeweiligen Gespräch einnehmen. Bei Gesprächssituationen unterscheidet man laut Paul Watzlawicks 5 Axiomen je nach der Beziehung der Gesprächspartner zwischen symmetrischen und asymmetrischen Gesprächssituationen. Symmetrische Gespräche finden zwischen gleichrangigen Partnern statt (also etwa zwischen Freundinnen oder Kollegen), während asymmetrische Kommunikation zwischen übergeordneten und untergeordneten Partnern (z. B. Direktorin und Schüler) geführt wird. Die Inhaltsangabe spielt beim Umgang mit (literarischen) Texten eine wichtige Rolle. Sie besteht aus drei Teilen (Einleitung, Hauptteil und Schluss) und wird im Präsens verfasst. Ihr Hauptziel besteht darin, den Inhalt eines literarischen Textes knapp, möglichst klar und verständlich in eigenen Worten wiederzugeben. Zur Gattung der Epik gehören erzählende Texte, die ein oder mehrere Ereignisse schildern und meistens in Prosa verfasst sind. Ursprünglich war die Epik nur in gebundener Sprache verfasst. Wir unterscheiden dabei in Bezug auf die Länge der epischen Texte Groß- und Kleinformen (Romane im Vergleich zu Sagen). Epische Texte werden aus einer bestimmten Erzählperspektive (personale, neutrale oder auktoriale Erzählperspektive) und in einer bestimmten Erzählform (Ich- oder Er-/Sie-Erzählform) verfasst, die beide mehrmals innerhalb eines Textes wechseln können. Ebenso wie Bücher oder Theaterstücke können auch über Filme Rezensionen verfasst werden. Diese beschäftigen sich mit den wichtigsten Aspekten eines Films, wie beispielsweise seinem Inhalt oder seiner Hauptaussage. Die Filmrezension sollte nach kritischer Betrachtung des Films eine Empfehlung hinsichtlich der Qualität des Films aussprechen. Wenn die Vorlage des Films ein Buch war, bietet sich auch ein Vergleich der beiden Formate an. Im Bereich der Sprachrichtigkeit kommt es oft zu Fehlern beim Satzbau. Obwohl der korrekte Satzbau im Deutschen recht vielfältig ist, muss man besonders bei Verben darauf achten, dass sie in Hauptsatz und Gliedsatz an die richtige Stelle gesetzt werden. Auch bei Fragesätzen und Aufforderungen verändert sich der Satzbau. Der Begriff Kongruenz bezieht sich auf die Übereinstimmung von Subjekt und Prädikat, da jeweils Zahl und Person übereinstimmen müssen, und die Übereinstimmung von bestimmten Wortarten mit dem dazugehörigen Nomen in Fall, Zahl und Geschlecht. Bei der Beistrichsetzung müssen Sinneinheiten voneinander abgetrennt werden, um das Lesen eines Satzes zu erleichtern. Dabei werden Hauptsatzreihen und Satzgefüge mit Beistrichen unterteilt, Appositionen vom Rest des Satzes getrennt, Aufzählungen durch Beistriche strukturiert und bestimmte Infinitivgruppen vom Rest des Satzes getrennt. 98 3 sprachreif Eleonora Gruber Birgit Walthall sprachreif Deutsch Oberstufe Grammatik Rechtschreibung Stil Grammatik, Rechtschreibung, Stil spreifos1ah_11609_0001.indd 3 22.09.2021 12:28:48 3 Nur zu Prüfzwecken – Eigentum des Verlags öbv

Inhalt Literarische Textbeispiele S. 6 Liebe Zusammenfassung S. 30 Schreiben üben S. 31 Erich Fried/M.I.A.: Was es ist S. 6 • Johannes v. Tepl: Der Ackermann S. 8 f. - S. 13 • Carmina Burana: Totus floreo S. 13• Oswald v. Wolkenstein: An die Entfernte S. 20 • Dietmar v. Aist: Sommers Abschied– Friedrich Schiller: Der Handschuh S. 21 • Das Nibelungenlied S. 23 S. 7 Gesprächsregeln in einem Streitgespräch befolgen S. 8 Ein mittelalterliches Streitgespräch S. 32 Sonderseiten: Rhetorische Stilmittel S. 34 Glaube Zusammenfassung S. 58 Schreiben üben S. 59 Reinhard May: Ich glaube nicht S. 34 • Martin Luther: Predigt S. 35. • Ders.: Von der Freiheit eines Christenmenschen S. 48 • S. 48 - Volksbuch: Historia von D. Johann Fausten S. 48 S. 34 Öffentlich sprechen können S. 36 Vorbereitet sprechen können S. 60 Sonderseiten: Erste Schritte im wissenschaftlichen Schreiben S. 62 Hoffnung Zusammenfassung S. 88 Schreiben üben S. 89 Fritz Herms: Heit, Muagn, Übamuagn S. 62 • Josef Winkler: Roppongi S. 69 • Johann Wolfgang Goethe: Das Göttliche S. 76 • Hans Sachs: Das Schlaraffenland S. 77 • Erasmus v. Rotterdam: Das Lob der Torheit S. 78 • Eulenspiegelgeschichte S. 79 S. 63 Ein Referat planen, vorbereiten und halten S. 90 Sonderseiten: Sprachwandel I – Vom Althochdeutschen zum Neuhochdeutschen S. 92 Semestercheck S. 98 Carpe diem! Zusammenfassung S. 122 Schreiben üben S. 123 H.C. Artmann: blauboad 1 S. 100 • Theodor Kornfeld: Ein Sand-Uhr S. 105 • Daniel Casper von Lohenstein: Das Leben ist ein Kürbis S. 113 S. 99 Verschiedene Sprachebenen erkennen und unterscheiden S. 124 Sonderseiten: Sprachwandel II – Vom Ende des 30-jährigen Krieges bis zur Französischen Revolution S. 126 Vorhang auf! Zusammenfassung S. 154 Schreiben üben S. 155 Johann Christoph Gottsched: Von Komödien und Lustspielen S. 135 • Immanuel Kant: Was ist Aufkärung S. 140 f. • Gotthold Ephraim Lessing: Nathan der Weise S. 142 • Ders.: Emilia Galotti S. 144 • William Shakespeare: Romeo und Julia S. 145 f. S. 127 Einen runden Tisch vorbereiten S. 156 Sonderseiten: Filmanalyse: M (Eine Stadt sucht einen Mörder) S. 158 Freiheit! Freiheit! Zusammenfassung S. 184 Schreiben üben S. 185 Marius Müller-Westernhagen: Freiheit S. 158 • Friedrich Schiller: Über naive und sentimentalische Dichtung S. 163 • Gottfried August Bürger: Der Bauer. An seinen durchlauchtigen Tyrannen S. 173 • Friedrich Schiller: Die Verschwörung des Fiesco zu Genua S. 174 • S. 160 Eine Spontanrede planen, vorbereiten und halten S. 186 Semestercheck 1 2 3 4 5 6 Mündliche Kompetenz 4 Nur zu Prüfzwecken – Eigentum des Verlags öbv

S. 10 Informative Textsorten unterscheiden S. 13 Verbindungen von Text und Bild erstellen S. 14 Eine Zusammenfassung planen, verfassen und überarbeiten . S. 20 Mittelalterliche Lyrik und Minnesang verstehen. S. 24 Informationsquellen kritisch nutzen S. 26 Verantwortungsvoller Umgang mit Sprache S. 28 Konjunktiv in der indirekten Rede S. 40 Appellative Strategien in politischen Flugblättern erkennen S. 42 Einen Erläuterung planen, verfassen und überarbeiten S. 48 Texte aus der Reformationszeit und die Umstände ihrer Entstehung kennen S. 52 Flugblätter als Werbetexte kennen und analysieren S. 54 Den Apostroph richtig setzen S. 56 Feedback zu einer Erörterung geben S. 66 Literaturtheorie und Literaturgeschichte kennenlernen S. 70 Einen Kommentar planen, verfassen und überarbeiten S. 76 Texte aus der Zeit des Humanismus analysieren S. 80 Sich mit Medien und deren Bedeutung damals und heute auseinandersetzen S. 84 Sprache und außersprachliche Wirklichkeit - Sprichwörter und Aphorismen kennen S. 102 Bilder und Fotos beschreiben und analysieren S. 104 Barocke Embleme interpretieren S. 106 Einen Leserbrief planen, verfassen und überarbeiten S. 112 Barocke Lyrik untersuchen S. 114 Nichtlineare texte lesen, verstehen und beschreiben S. 118 Denotat und Konnotat unterscheiden S. 130 Texte zur Literatur- und Theaterkritik untersuchen und verfassen S. 136 Einen Kommentar planen, verfassen und überarbeiten S. 147 Eine Empfehlung schreiben S. 140 Texte aus der Zeit der Aufklärung untersuchen S. 142 Das bürgerliche Trauerspiel S. 148 Online und offline verantwortungsvoll mit eigenen sprachlichen Äußerungen umgehen S. 150 Sich sachlich äußern können S. 152 Rhetorische Mittel im Kommentar S. 164 Werbetexte untersuchen S. 166 Eine Erörterung planen, verfassen und überarbeiten S. 175 Einen offenen Brief schreiben. S. 172 Texte aus der Zeit des Sturm und Drang kennen S. 176 Magazine und Zeitschriften untersuchen S. 180 Getrennt- und Zusammenschreibung Textkompetenz Mediale Bildung Sprach- reflexion Schriftliche Kompetenz Literarische Bildung 5 Nur zu Prüfzwecken – Eigentum des Verlags öbv

7sj2wf M.I.A.: Was es ist Ich dreh’ den Kopf und bin noch müde − ich hatte eine kurze Nacht. Lass’ meine Augen zu und frag’ mich: Was hat mich um den Schlaf gebracht? Ich fühl’ dich bei mir und genieße deine Hand in meiner Hand. Was ich jetzt weiß und noch nicht wusste − bin nicht mehr fremd in meinem Land. Ein Schluck vom schwarzen Kaffee macht mich wach. Dein roter Mund berührt mich sacht. In diesem Augenblick, es klickt, geht die gelbe Sonne auf: Es ist, was es ist, sagt die Liebe – was es ist, fragt der Verstand. Wohin es geht, das woll’n wir wissen − Mhm … Es ist, was es ist, sagt die Liebe − was es ist, sagt der Verstand. Ich freu’ mich auf mein Leben − mache frische Spur’n in den weißen Strand. Luise schreibt mir aus Amerika: Man schätze dort ihre direkte Art. Und auf Ibiza tanzt Matthias im Pascha − das ist uns’re Gegenwart. Ich fühle, wie sich alles wandelt und wie ich selber ändern kann, was mich beengt in meinem Leben – denn mit Ändern fängt Geschichte an. Fragt man mich jetzt, woher ich komme, tu’ ich mir nicht mehr selber leid. Ich riskier’ was für die Liebe − ich fühle mich bereit. Und die schwarze Nacht hüllte uns ein. Mein roter Mund will bei dir sein. In diesem Augenblick, es klickt, leuchtet uns ein heller Tag: Es ist, was es ist, sagt die Liebe − was es ist, fragt der Verstand. Wohin es geht, das woll’n wir wissen − und betreten neues, deutsches Land. [...] QUELLE: M.I.A.: Songtext adaptiert nach dem Gedicht von Erich Fried: Was es ist. (1983): https://www.songtexte.com/songtext/mia/was-es-ist-3da0d63.html; (abgerufen am: 16.01.2021) A1 Lesen Sie den Songtext und notieren Sie Gedanken, die beim Lesen auftreten und tauschen Sie sich danach kurz mit Ihrer Partnerin bzw. Ihrem Partner aus. B 2 4 6 8 10 12 14 16 18 20 6 1 In diesem Kapitel lernen Sie: Gesprächsregeln in einem Streitgespräch zu befolgen informative Textsorten zu unterscheiden sowie Verbindungen von Text und Bild zu erstellen verschiedene Formen der Zusammenfassung zu schreiben Schritt 1: Eine Zusammenfassung zu planen Schritt 2: Eine Zusammenfassung zu verfassen Schritt 3: Eine Zusammenfassung zu überarbeiten mittelalterliche Lyrik und Minnesang zu verstehen Informationsquellen kritisch zu betrachten und zu nutzen verantwortungsvoll mit eigenen sprachlichen Äußerungen umzugehen Liebe Nur zu Prüfzwecken – Eigentum des Verlags öbv

A2 Hören Sie sich gemeinsam das Lied von M.I.A. online an und besprechen Sie im Plenum die Bedeutung von „Liebe“. Welche Gedanken verbinden Sie mit diesem Begriff? Gesprächsregeln in einem Streitgespräch befolgen können Tagtäglich finden wir uns in unterschiedlichsten Diskussionssituationen mit anderen Personen wieder. Dabei ist es wichtig, bestimmte Regeln einzuhalten, sachlich und unseren Gesprächspartnerinnen und -partnern gegenüber fair zu bleiben. A3 Überlegen Sie sich ca. fünf Minuten lang Beispiele für alltägliche Diskussionssituationen und Streitgespräche. Notieren Sie diese auf einem Blatt. A4 Diskutieren Sie über diese Beispiele danach ebenso lang gemeinsam mit Ihrer Partnerin bzw. Ihrem Partner. A5 Anschließend finden Sie sich in Vierergruppen zusammen und vergleichen die gefundenen Beispiele. Zum Abschluss besprechen Sie diese im Plenum auch gemeinsam mit Ihrer Lehrkraft. C Ó u94n9b TIPP: LERNSPIRALE Bei einer sogenannten „Lernspirale“ oder auch „Trainingsspirale“ nach Heinz Klippert (deutscher. Pädagoge) geht man folgendermaßen vor: Zuerst arbeitet man ca. fünf bis sieben Minuten lang alleine an einem Arbeitsauftrag, danach bespricht man sich ebenso lange mit seiner Partnerin oder seinem Partner. Kurz darauf werden Vierergruppen gebildet und am Ende werden alle Ergebnisse nochmals im Plenum kurz nachbesprochen. B C MERKENSWERT Streitgespräch Ihre logischen und nachvollziehbaren Argumente werden nach dem 3-B-Schema Behauptung – Begründung – Beweis/Beispiel aufgebaut. Das Ziel eines Streitgesprächs besteht darin, den Konflikt zu lösen, auch wenn dies nicht immer der Fall sein muss/kann. Nehmen Sie sich Zeit für Ihren Dialog, Streitgespräche sollten nie „zwischen Tür und Angel“ geführt werden. Weichen Sie nicht vom Thema ab! Ebenso sollte man auch die Vergangenheit ruhen lassen und nicht immer wieder dieselben „Fehler aufwärmen“. Nennen Sie Ihre überzeugendsten Argumente am Ende der Diskussion. TIPP: IHRE WORTMELDUNG • Fassen Sie am Beginn Ihrer eigenen Wortmeldung die Position(en) Ihres Gegenübers nochmals zusammen: und versuchen Sie, sich in seine Lage hineinzuversetzen. • Vermeiden Sie zu persönliche Stellungnahmen, die in Beleidigungen oder Beschimpfungen ausarten können. Die Dialogpartnerinnen und -partner nehmen einander ernst, hören einander zu, unterbrechen einander nicht und gehen aufeinander ein, sie attackieren einander nicht unnötig gegenseitig. • Bleiben Sie sachlich, verwenden Sie aber dennoch – wenn passend – Witz und schlagfertige Argumente, damit das Gespräch lebendig bleibt. • Senden Sie Ich-Botschaften anstelle von Du-/Sie-„Anschuldigungen“ und vermeiden Sie Pauschalaussagen wie „nie“ oder „immer“. • WICHTIG: Es gibt einen Unterschied zwischen einem Streit und einem Streitgespräch! 7 Mündliche Kompetenz Nur zu Prüfzwecken – Eigentum des Verlags öbv

A6 Suchen Sie sich gemeinsam mit Ihrer Partnerin bzw. Ihrem Partner ein Thema für ein Streitgespräch aus und spielen Sie dieses im Plenum vor. Geben Sie jeweils den anderen Zweiergruppen Feedback zu ihrem Rollenspiel. Sie können natürlich auch ein eigenes Thema wählen. Jemand borgt sich Ihren iPod aus und gibt ihn defekt zurück. Sie möchten heute Abend unbedingt ins Kino gehen, aber Ihre Partnerin bzw. Ihr Partner freut sich schon die ganze Woche auf ein spannendes Champions League-Match. Sie haben einer Mitschülerin oder einem Mitschüler Ihre Klassenlektüre geborgt und nun behauptet sie/er, das sei ihr/sein Buch. Ihr Bruder oder Ihre Schwester bekommt Ihrer Einschätzung nach viel mehr Extra-Taschengeld als Sie – Sie besprechen dies mit Ihren Eltern. (Dreiergruppe) Ihre Eltern möchten im gemeinsamen Familienurlaub dieses Jahr in die Berge fahren und nicht wie immer ans Meer, worauf Sie sich schon das ganze Jahr über gefreut haben. (Dreiergruppe) Ihre Lehrkraft ist der festen Überzeugung, Sie und Ihre Sitznachbarin bzw. Ihr Sitznachbar hätten bei einer Schularbeit voneinander abgeschrieben. (Dreiergruppe) Ein mittelalterliches Streitgespräch Um 1400 verfasste Johannes von Tepl das frühneuhochdeutsche Streitgespräch Der Ackermann aus Böhmen, in dem der Ackermann, dessen Frau verstorben ist, den Tod in insgesamt 34 Kapiteln anklagt. In den ungeraden Kapiteln beschuldigt der Ackermann den Tod, der ihm seine geliebte Frau geraubt hat, in den geraden Kapiteln antwortet der Tod logisch und manchmal auch zynisch auf die Anschuldigungen des Ackermannes. Zum Ende des Streitgespräches tritt Gott auf, der das Recht des Ackermanns, sein Leid zu klagen, anerkennt, aber ebenso auch das Recht des Todes, dass alle letztendlich sterben müssen. FRÜHNEUHOCHDEUTSCH: Johannes von Tepl: Der Ackerman. Das erste cappytel. (ca. 1460) Grymmyger tilger aller landt, schedlicher echter ächter aller welte, freyssamer mörder aller lewte, jr Tot, euch sey verfluchet! Gott, ewer tremer, hass euch, vnselden merung wone euch bey, vngluck hause gewaltigclich zu euch: zumal geschannt seyt ymmer! Angst, not vnd jamer verlassen euch nicht, wo ir wandert; layt, betrubnüß vnd kummer, die laytten euch allenthalben; laydige anfechtung, schentliche zuuversicht vnd schemliche ferung, die bezwinge euch groblichen an aller stat! Hymmel, erd, sonne, monde, gestyrne, mer, wag, berg, gefilde, tal, awen, der helle aptgrunt, auch alles, das leben vnd wesen hat, sey euch vnholt, vngunstig vnd fluchent euch ewigclichen! Jn boßheyt versinckent, jn jemerigem ellende verswindent vnd jn der vnwiderbringenden swersten acht gottes, aller lewte vnd ieglicher schoppfung alle zukunftige zeytt beleybt! Vnuerschampter boßwicht, ewer bose gedencknüß lebe vnd tawr hin on ende! Geraw vnd vorchte schaiden von euch nit, jr wont, wo jr wonent! Von mir vnd allermennigclichen sei vber euch ernstlich zetter geschrien mit gewundenen henden! B 2 4 6 8 10 12 14 16 18 20 22 8 1 Nur zu Prüfzwecken – Eigentum des Verlags öbv

NEUHOCHDEUTSCH: Johannes von Tepl: Der Ackermann. Das 1. Kapitel. Grimmiger Zerstörer aller Länder, schädlicher Verfolger aller Welt, grausamer Mörder aller Leute, Ihr Tod, Euch sei geflucht! Gott, Euer Schöpfer, hasse Euch, Unheils Auswuchs sei mit euch, Unglück hause verheerend bei euch, gänzlich entehrt seid immer! Angst, Not und Jammer verlassen Euch nicht, wo Ihr umgeht; Leid, Trübsal und Kummer, die geleiten Euch allenthalben; leidige Anklage, schandvolle Erwartung und peinigende Strafe, die bedrängen euch heftig an jedem Ort! Himmel, Erde, Sonne, Mond, Gestirne, Meer, Gewoge1, Berg, Gefilde, Täler, Auen, der Hölle Abgrund, auch alles, was Leben und Wesen hat, sei Euch feind, missgünstig und verfluche Euch in alle Ewigkeit! In Schlechtigkeit geht unter, in jämmerlicher Unbehaustheit schwindet hin, und in der unwiderruflichen strengsten Ächtung durch Gott, alle Menschen und sämtliche Geschöpfe haltet aus für alle Zukunft! Schamloser Bösewicht, Euer böses Angedenken lebe und dauere ohne Ende! Angst und Schrecken trennen sich von Euch nicht, Ihr seid, wo Ihr seid! Von mir und der Allgemeinheit sei über euch wahrhaft Zeter2 geschrien mit gewundenen Händen! NEUHOCHDEUTSCH: Johannes von Tepl: Der Tod. Das 2. Kapitel. Hört, hört, hört, neue Wunder! Grauenhafte und unerhörte Anklagen richten sich gegen uns. Von wem die kommen, das ist uns ganz unbekannt. Doch Drohen, Fluchen, Zeterschreien, Händewinden und alle Angriffe haben wir bislang allseits gut überstanden. Gleichwohl, mein Sohn, wer Du auch bist, gib dich zu erkennen und tu kund, was für ein Leid Dir von uns widerfahren sei, um dessentwillen Du uns so ungebührlich behandelst, wie wir es von früher her kaum gewohnt sind, obwohl wir manchen beschlagenen, hochstehenden, ansehnlichen, mächtigen, wichtigen Leuten den Garaus gemacht haben, wodurch Witwen und Waisen, Ländern und Leuten Leid zur Genüge zugefügt wurde. Du tust ganz so, als ob es Dir ernst sei und Dich Not heftig bedränge. Deine Anklage ist ungeformt und ungereimt, woraus wir schließen, Du wolltest um Form und Reimes willen dein Ansinnen nicht entkräften. Bist Du aber tobsüchtig, rasend, betäubt oder sonstwie von Sinnen, so warte und halt ein und sei nicht zu schnell dabei, so heftig zu fluchen. Gib acht, dass du nicht Sorgen Dir einhandelst durch späte Reue. Glaube nicht, dass Du unsere herrliche und gewaltige Macht jemals schwächen könntest. Gleichwohl, nenne Dich und verschweige nicht, inwiefern Dir von uns so drückende Gewalt entgegengebracht worden sei. Gerechtfertigt wollen wir werden, gerechtfertigt ist unser Tun. Wir wissen nicht, wessen Du uns so verwegen bezichtigst. QUELLE: Tepl, Johannes von: Der Ackermann. Frühneuhochdeutsch/Neuhochdeutsch. Hg., übersetzt und kommentiert von Christian Kiening. Stuttgart: Reclam 2002. Durchgesehene und verbesserte Ausgabe. S. 6-9. (Rechtschreibung adaptiert) A7 Suchen Sie die Anschuldigungen des Ackermannes sowie die Argumente des Todes aus dem Text heraus und schreiben Sie diese in eine Tabelle. Notieren Sie ebenso, wie der Tod an den Ackermann herantritt und welche „Tipps“ er ihm bezüglich des Streitgespräches zu geben versucht. An welcher Stelle – wenn überhaupt – erfährt der Tod, warum ihn der Ackermann dermaßen anklagt? Versuchen Sie auch, einige Wörter aus der frühneuhochdeutschen Version der „Übersetzung“ in das von uns gesprochene Neuhochdeutsch zuzuordnen. Erstellen Sie ebenso eine Tabelle. A8 Vergleichen und vervollständigen Sie die beiden Tabellen danach im Plenum und überlegen Sie sich weitere Argumente, die der Ackermann und der Tod formulieren könnten, und spielen Sie unter Anwendung der zuvor gelernten Gesprächsregeln die Streitgespräche im Plenum nach. C 1 Dauerndes Wogen im Wind, z. B. des Meeres oder eines Getreidefeldes 2 Mittelhochdeutsch: „herbei zur Vergeltung“, eigentlich ein Hilferuf bei Raub oder Diebstahl: Zeter und Mordio schreien = um Hilfe schreien. 2 4 6 8 10 12 14 16 18 20 22 24 2 4 6 8 10 12 14 16 18 20 22 24 26 28 9 Mündliche Kompetenz Nur zu Prüfzwecken – Eigentum des Verlags öbv

Informative Textsorten Informative Textsorten dienen rein der Mitteilung und verzichten darauf, zu unterhalten, eine Meinung zu äußern oder auch an Leserinnen und Leser zu appellieren. Hierzu zählt man: Urkunde, Gebrauchsanweisung, Meldung, Nachricht, Protokoll, Mitteilung, Beschreibung (Vorgangsbeschreibung, Gegenstandsbeschreibung), Bericht, Sachtext (und -buch) sowie die Charakteristik/Personenbeschreibung. Eine Erörterung ist wiederum kein rein informativer Text, da man hier auch kommentiert und argumentiert, ebenso wenig der Kommentar, da darin eine Meinung geäußert wird. A9 Ordnen Sie den jeweiligen informativen Textsorten (linke Spalte) das passende Beispiel (rechte Spalte) zu. Urkunde orf.at (30.11.2020): BABYBOOM ODER BABYBAISSE – Pandemie mit Folgen für Geburtenzahlen Gebrauchsanweisung STATISTIK AUSTRIA: Zahl der eingetragenen Partnerschaften 2019 fast verdreifacht Seit vergangenem Jahr steht die Option auch verschiedengeschlechtlichen Paaren offen 16. Juli 2020, 10:05 Uhr | 177 Postings Im vergangenen Jahr gab es fast dreimal so viele eingetragene Partnerschaften wie 2018 – vor allem zwischen Männern und Frauen. Die Zahl der eingetragenen Partnerschaften ist insgesamt von 464 im Jahr 2018 auf 1.269 im Jahr 2019 gestiegen. Das zeigen aktuelle Ergebnisse der Statistik Austria. Von den 1.269 eingetragenen Partnerschaften wurden rund 90 Prozent zwischen Mann und Frau begründet. In den Eheschließungen enthalten sind auch insgesamt 193 Umwandlungen eingetragener Partnerschaften, davon drei bei verschiedengeschlechtlichen Paaren. Seit dem 1. Jänner 2019 steht diese Art der Verpartnerung auch Paaren verschiedenen Geschlechts offen. Sieht man sich die gleichgeschlechtlichen Paare an, ist die eingetragene Partnerschaft bei Männerpaaren beliebter als bei weiblichen. Von den insgesamt 1.269 eingetragenen Partnerschaften sind 89 von männlichen und 45 von weiblichen Paaren begründet worden. Weniger Ehen Im Jahr 2019 wurden neben den eingetragenen Partnerschaften insgesamt 46.034 Ehen geschlossen, 997 davon zwischen gleichgeschlechtlichen Paaren. Mit 529 machten davon die Frauenpaare knapp mehr als die Hälfte aus. Insgesamt ging die Zahl der Ehen um 434 zurück. […] Meldung Wir gratulieren Couchgeflüster herzlichst zum 1. Platz in der Liste der beliebtesten Podcasts der Kategorie „Sex & Liebe“. MERKENSWERT Informative Textsorten sind inhaltsbetont, das heißt, dass die inhaltliche Korrektheit im Vordergrund steht. Sie zielen darauf ab, zu informieren, zu melden, zu benachrichtigen, zu unterrichten und/oder zu beschreiben. 10 1 Nur zu Prüfzwecken – Eige tum des Verlags öbv

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